Huawei Mate 30 Pro: Google-Installation doch nicht so einfach?

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Das Huawei Mate 30 Pro wird wohl wirklich ohne Google-Dienste erscheinen
Das Huawei Mate 30 Pro wird wohl wirklich ohne Google-Dienste erscheinen(© 2019 CURVED)

Update (23.09.2019, 10:40 Uhr): Wir haben uns offenbar zu früh gefreut. Ein Sprecher des Herstellers hat Android Authority mitgeteilt, dass der Bootloader der Huawei-Mate-30-Geräte doch nicht entsperrbar sein werde. Es gebe diesbezüglich "keine Pläne". Die Kehrtwende kommt überraschend. Denn CEO Richard Yu hatte den Bootloader-Unlock zuvor in Aussicht gestellt. Wie ihr die Google-Apps nun nachträglich auf Huawei Mate 30 Pro und Co. installieren könnt, ist aktuell unklar.

Der Handelsstreit zwischen den USA und China beschäftigt auch den Smartphone-Markt. Mit dem Release des Huawei Mate 30 Pro gerät sogar ein echtes Flaggschiff-Modell dieses Jahres zwischen die Fronten. Offenbar hat sich der chinesische Hersteller aber bereits einen Plan zurechtgelegt, um die negativen Folgen für den Nutzer möglichst gering zu halten.

Kern des Problems ist ein Verbot für Google, das Mate 30 Pro oder irgendein Smartphone des Herstellers mit Google-Services auszustatten. Das bedeutet nicht nur, dass Google Maps, GMail oder Chrome fehlen. Selbst der Play Store ist nicht vorinstalliert – und der lässt sich eben nicht so einfach herunterladen, denn schließlich ist er unter Android selbst die übliche Quelle für App-Downloads. "Nicht so einfach" heißt aber nicht "unmöglich" – und offenbar möchte Huawei seinen Nutzern auch helfend unter die Arme greifen.

Huawei erlaubt Bootloader-Unlock

Besonders schwierig ist die Installation der Google Play Services auf einem Smartphone, wenn der sogenannte Bootloader sich nicht entsperren lässt. Dabei handelt es sich um eine Art Schranke, die beispielsweise verhindert, dass Nutzer kritische Systemdateien verändern und ihr Smartphone auf diese Weise unbrauchbar machen.

Vor nicht allzu langer Zeit hatte Huawei das Entsperren des Bootloaders verboten. Begründet wurde die Entscheidung mit einer verbesserten Sicherheit. Wie der Hersteller nun im Interview erklärte, soll der Bootloader beim Huawei Mate 30 Pro und beim Mate 30 aber wieder entsperrt werden können. Das Unternehmen möchte so "mehr Freiheit für die Nutzer" erreichen. Der Zeitpunkt könnte nicht besser gewählt sein. Einem Release steht damit eigentlich nichts mehr im Weg.

Mate 30 Pro trickst Embargo aus

Mit der Möglichkeit, den Bootloader des Huawei Mate 30 Pro einfach entsperren, kann auch die Installation der Google-Dienste und des Play Store vorgenommen werden. Sicherlich wird es zudem viele Experten geben, die den Vorgang mit Anleitungen und Tools für weniger erfahrene Nutzer vereinfachen. Letztlich wird das neue Huawei-Flaggschiff dann aber wohl genauso funktionieren und dieselben Apps und Dienste unterstützen wie ohne den Handelsstreit. Fraglich ist nur, wie viele Nutzer der zusätzliche Aufwand bei der Einrichtung vom Kauf abschreckt – und ob das Gerät nach Deutschland kommt.


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