Interview: Philipp Sprick über Spiele mit dem Google Assistant

Philipp Sprick ist Head of Family Games bei Ravensburger.
Philipp Sprick ist Head of Family Games bei Ravensburger.(© 2018 Anja Koehler)

Know! ist das erste Brettspiel, bei dem der Google Assistant mitspielt. Wir haben mit Philipp Sprick, dem Head of Family Games von Ravensburger, im Interview über die Entstehung des Spiels, die Unterschiede zu klassischen Brettspielen und die Zukunft des Spielens im Allgemeinen gesprochen.

Brettspiel mit digitalen Assistenten

Bis zu sechs Personen versuchen ihre Spielfigur bei Know! zuerst ins Ziel zu bekommen. Es wird aber nicht gewürfelt. Nur wer Fragen richtig beantwortet, darf weiter ziehen. Dabei unterteilt sich Know! in zwölf Mini-Spiele, bei denen – nicht immer, aber oft – der Google Assistant zum Einsatz kommt. Als Stichwortgeber, Fragensteller oder Übermittler der richtigen Antwort. Bei Ravensburger war Philipp Sprick als Head of Family Games an der Entwicklung von Know! beteiligt.

CURVED: Wie kann man sich die tägliche Arbeit des Head of Family Games vorstellen?

Philipp Sprick: Natürlich den ganzen Tag spielen und Geld dafür bekommen [lacht]! Spaß beiseite: Neben dem Spielen selbst gibt es noch viele andere Dinge rund ums Produkt zu tun, aber das Testen, Bearbeiten und Auswählen von Spiele-Prototypen ist ein zentraler Bestandteil unserer täglichen Arbeit. Genauso wie beispielsweise ein Lektor im Buchverlag das Buch lesen muss, um es einzuschätzen und zu verbessern, so dürfen wir pro Jahr Hunderte von Spielideen daraufhin überprüfen, ob das perfekte Produkt für Ravensburger darunter ist.

Wie ist die Idee zu Know! entstanden? Kam Google auf Ravensburger zu oder seid ihr an Google heran getreten?

Ravensburger und Google waren bereits seit einigen Jahren in Kontakt, um auszuloten, welche spannenden Projekte man gemeinsam angehen könnte. Zugleich halten wir immer die Augen offen, welches spielerische Potential neue Technologien besitzen. Mit Google Assistant kam beides perfekt zusammen. Ein tolles Produkt – und eine tolle Aufgabe, das spielerische Potential des Assistant gemeinsam zu heben und damit ein neuartiges Brettspielerlebnis zu ermöglichen.

Der Google Assistant liefert zwar Antworten, aber einen Spielplan und Karten gibt es trotzdem.(© 2018 CURVED)

Wie lange hat es von der ersten Idee gedauert, bis Know! fertig war? Habt ihr das Spiel alleine bei Ravensburger entwickelt oder hattet ihr Hilfe von Google?

Der Entwicklungsprozess dauerte in etwa zwei Jahre. In diesem Zeitraum hat ein interdisziplinäres Team von Googlern und Ravensburgern in Deutschland, Großbritannien und der Schweiz gemeinsam spielmechanische und technische Lösungen erdacht. Der Prozess selbst war sehr agil: Wir haben gemeinsam gegrübelt, getestet, verworfen, neu gedacht, neu getestet usw. – bis wir uns alle einig waren, dass die zwölf in Know! enthaltenen Spiele eine gelungene Mischung aus Spielspaß und Abwechslungsreichtum garantieren.

Know! soll ja immer aktuell bleiben. Vertraut ihr da völlig auf den Google Assistant oder kümmern sich auch Menschen um neue Inhalte?

Klares sowohl als auch [lacht]. Der Google Assistant ermöglicht Aktualität bei all den Fragen, deren Antwort sich beständig ändert: "Wie warm ist es jetzt in Sidney?", "Wie lange brauche ich von hier zum Eiffelturm?" oder "Gegen wen spielt der FC Bayern als nächstes?". Zusätzlich erstellt das Ravensburger Redaktionsteam immer wieder neue Fragen rund um aktuelle Trends und Themen: Dadurch können im "Quiz Ungewiss" beispielsweise passend zur Jahreszeit Fragen zu Weihnachten kommen, zur Fußball-EM das Tor-Quiz und am "Tag der Krokette" Fragen rund um selbige – auch wenn wir zu letzterem wohl noch ein bisschen recherchieren müssten [lacht].

Es lohnt sich für die Spieler also, Know! regelmäßig auf den Tisch zu bringen, denn es gibt immer wieder neue Fragen und Themen zu entdecken.

Zettel und Stift braucht man immer noch.(© 2018 CURVED)

Die Spielkarten für Know! sind zwar bereits gedruckt, aber könntet ihr das Spiel durch Veränderungen am Google Assistant nachträglich an einigen Stellen noch anpassen?

Vier der Spiele können wir durch ein Content-Management-System in Echtzeit anpassen oder neu bestücken. Neben dem bereits erwähnten "Quiz Ungewiss" sind dies das Soundquiz "Ton für Ton", das Redewendungen-Ratespiel "Phrasendrescher" und das Google-Suchspiel "Toptreffer", bei dem man sich Begriffe mit möglichst hohen Trefferanzahlen in der Google-Suche ausdenken muss.

Gibt es schon Ideen, das Konzept zu erweitern, sofern Know! ein Erfolg wird?

Jede Menge – leider dürfen wir aber aktuell noch nicht zu viel dazu verraten. Das Spielkonzept ist aber bewusst so aufgebaut, dass es sowohl Kartenpacks mit neuen Fragen und Spielen als Ergänzungen geben könnte als auch eigenständige Junior-, Profi- & Co.-Ausgaben.

Gibt es eine Funktion, die dem Google Assistant noch fehlt, die deiner Meinung nach Know! noch unterhaltsamer machen würde?

Ein Bildschirm wäre etwas, was die Spielmöglichkeiten mit den Smartspeakern nochmals erweitern würde – dazu hätten wir dann direkt noch ein paar schöne Spielideen in petto!

Habt ihr auch andere Sprachassistenten wie Siri oder Alexa ausprobiert? Könnte man mit denen auch Know! spielen oder fehlt ihnen etwas?

Wir haben uns bei der Entwicklung auf den Google Assistant konzentriert. Mag sein, dass manche Fragen auch mit anderen Sprachassistenten funktionieren, den vollen Spielspaß inklusive der vier erwähnten und als Action on Google programmierten Spiele hat man nur im Spiel mit dem kostenlosen Google Assistant.

Wer zuerst den Buzzer drückt, darf zuerst antworten.(© 2018 CURVED)

Seht ihr außerhalb von Quizspielen ein Potential Spiele mit Sprachassistenten zu erweitern?

Sprachassistenten besitzen sicherlich in vielerlei Hinsicht großes Potential, ganz bestimmt auch im Spielebereich. Ich betrachte das Ganze noch immer mit den großen Augen eines staunenden Kindes, das jede Menge Lust darauf hat, verschiedene Möglichkeiten auszuprobieren.

Wird es in zehn Jahren auch immer noch neue klassische Brett- und Kartenspiele geben oder führt dann kein Weg mehr an digitalen Assistenten, Smartphones oder Apps vorbei?

Wir sind davon überzeugt, dass das klassische Brettspiel weiterhin eine große Zukunft hat. Ich glaube auch nicht, dass es diesen harten Cut zwischen digitalen Gamern und analogen Brettspielern tatsächlich gibt. Meiner Erfahrung nach gibt es einfach viele Menschen, die gerne spielen. Das ist das Entscheidende. Welches Medium sie dabei nutzen, ob Brettspiel oder Konsole, klassisch analog oder analog-digital, ist, glaube ,ich eher nachgelagert. Ich denke, dass es in Zukunft immer häufiger kreative Mischformen im Brettspiel geben wird, in denen analoges und digitales Spiel zusammenkommen – also "das Beste zweier Welten".

Vielen Dank für das Gespräch.

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