iPhone 7 ohne Audioklinke? Ist für Kopfhörer-Hersteller kein großes Ding

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Das iPhone 6s mit normalem Kopfhöreranschluss
Das iPhone 6s mit normalem Kopfhöreranschluss(© 2015 CURVED)

Ohjemine, Apple killt die Klinke! Was war die Aufregung groß! "Was fällt Apple bloß ein", so die einhellige Kritik, "wieder einen internationalen Standard zu beseitigen." Auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas wurde deutlich: Die Hersteller scheinen längst bereit zu sein.

Apple schafft es jedes Mal aufs Neue, auch in völliger Abwesenheit großer Tech-Messen die News zu bestimmen. So war der Konzern aus Cupertino erwartungsgemäß auf der CES in Las Vegas nicht zugegen. Weil das iPhone aber ein Bestseller ist, wappnen sich Zubehörhersteller schon jetzt für das nächste Modell der Kalifornier - vor allem die Audiobranche.

Denn jüngsten Gerüchten zufolge verabschiedet sich Apple beim iPhone 7 vom Klinkenstecker zugunsten von Headsets mit Lightning-Kompatibilität. Vorab wurde viel darüber diskutiert, ob die Hersteller diesen Schritt mitgehen. Schließlich war der Aufschrei, als Apple vom alten Dock-Connector zu Lightning umrüstete, groß. Doch es sieht ganz danach aus, als ob die Branche schon längst bereit für den Umstieg ist.

Vorteile für Kopfhörer-Hersteller

In Vegas hatte ich die Möglichkeit, mir etliche neue Modelle von Kopfhörerherstellern anzuschauen. Und auch wenn sehr viele Anbieter weiterhin auf kabellose Übertragung per Bluetooth setzen, scheint man sich auf Anfrage für eine Umstellung auf Lightning zu wappnen. Natürlich verpflichtet sich keine Firma bislang diesem Umstand, da es sich schlicht noch um ein Gerücht handelt. Doch müsste ich raten, welche Hersteller zunächst Modelle anbieten, dann dürfte es jene sein, deren Kopfhörer bereits in den Apple Stores verkauft werden: Bowers & Wilkins, RHA, Bang & Olufsen und mehr.

Laut FastCompany arbeitet Apple zusammen mit Cirrus Logic an der Umsetzung. Die Firma soll den passenden Audiochip zusammen mit dem Lightning-Port zum Laufen bringen und dabei eine neue Noise-Cancelling-Technologie zum Einsatz bringen.

Fakt ist: Wer sich zeitnah mit einem Modell im Markt positionieren kann, wenn Apple den neuen Standard bekannt gibt - abseits der Kopfhörer, die schon jetzt verfügbar sind - dürfte sich über steigende Absätze freuen. Für die Audiobranche hätte der Umstieg einen weiteren Vorteil: Genau wie beim iPhone selbst würde das Weglassen einer Klinkenbuchse Platz schaffen - für andere Komponenten oder aber mit der Möglichkeit, die Geräte kleiner bzw. flacher zu bauen. Denn die Audioklinke ist nicht unbedingt größer als ein Lightning-Anschluss, reicht dafür aber tiefer in die Hardware. Gerade bei Kopfhörern, bei denen es auf jeden Millimeter und und jedes Gramm ankommt, wäre das ein Plus. Zudem wäre es einfacher, Kopfhörer mit diesem Anschluss wasserfest zu fertigen. Weitere Vorteile wären:

  • Aktive Geräuschunterdrückung braucht eine Stromversorgung. Die könnte der iPhone-Akku liefern. So bräuchte es nur ein Gerät, dessen Batterie aufgeladen werden muss.
  • Philips wirbt bei seiner Fidelio-Reihe zudem damit, dass durch die rein digitale Signalübertragung Störungen durch Übersprechen reduziert und die Stereotrennung verbessert wird.
  • Über die Datenverbindung lassen sich nach Apples Made-for-iPhone-Standard einzelne Tasten an Kopfhörern mit dem Launch von spezifischen Apps koppeln.
  • Via Lightning lassen sich zusätzlich Firmware-Updates auf die Audio-Devices aufspielen.

Meine Einschätzung: Hersteller von Einsteiger-Modellen und Sport-Headsets werden weiterhin auf die kabellose Übertragung per Bluetooth setzen. Daran würde auch ein iPhone 7 ohne Audioklinke nichts ändern. Doch gerade Hersteller von Highend-Modellen dürften sich vom Umstieg auf die voll-digitale Audioübertragung einen Vorteil versprechen. So zeigte bereits die Hifi-Schmiede Audeze auf der CES, wie das aussehen kann. Das neue Sine-Modell zum Preis von 499 Dollar kommt mit Lightning-Port. Vom Hersteller gibt es bereits den EL-8 Titanium - zum Preis von 799 Dollar, mehr als für ein iPhone zu bezahlen ist.

Unklar ist, ob Apple dem Smartphone weiterhin ein paar Kopfhörer beilegen wird oder unter der Beats-Marke ein oder mehrere Modelle mit Lightning-Port und Noise Cancelling verkaufen wird. Gerüchten zufolge könnte der Konzern auch einen Adapter von Lightning auf Klinke mitliefern. Das sieht Apple aber nicht unbedingt ähnlich.

Was denkt Ihr? Ist die Klinke im iPhone tatsächlich Geschichte? Teilt uns Eure Einschätzungen in den Kommentaren mit.


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