Ist Google News in Europa bald nicht mehr verfügbar?

Google wehrt sich gegen die Pläne der EU-Kommission
Google wehrt sich gegen die Pläne der EU-Kommission(© 2018 Unsplash/pawel_czerwinski)

In Deutschland fordern Verleger und Webseiten-Betreiber unter Berufung auf das Leistungsschutzrecht eine Vergütung dafür, dass Google Auszüge aus ihren Seiten in den Suchergebnissen anzeigt. Auch auf EU-Ebene ist dies ein Thema, weswegen der Suchmaschinenriese nun mit der Einstellung von Google News droht.

Richard Gingras, der Vizepräsident der Google-News-Sparte, erklärte dem Guardian zufolge: Es sei zwar nicht wünschenswert Dienste einzustellen,  aber "das Unternehmen ist sehr besorgt über die aktuellen Anträge, die darauf abzielen, sich abmühende News-Anbieter dafür zu kompensieren, dass Auszüge aus ihren Artikeln in Suchergebnissen auftauchen". Gegenüber der britischen Tageszeitung soll Gingras gesagt haben, dass die Zukunft von Google News in Europa auf dem Spiel stehe: "Wir können keine Entscheidung fällen, bevor wir die finale Gesetzgebung sehen."

Spanien als mahnendes Beispiel

Welche Folgen diese für Nutzer in der EU haben könnte, veranschaulichte der Manager am Beispiel Spaniens. 2014 hatte die damalige Regierung versucht, Google zu einer Abgabe an die Betreiber verlinkter Webseiten zu zwingen. Google stellte den News-Service daraufhin in Spanien ein. Leidtragende waren neben den Nutzern auch die Webseitenbetreiber. Denn die Seitenaufrufe brachen drastisch ein.

Google wolle nicht, dass sich dies in der gesamten EU wiederhole: "Im Moment wollen wir mit den Interessengruppen zusammenarbeiten." Das Unternehmen hoffe, die EU-Politiker von ihrem Vorhaben abbringen zu können, die Link-Vergütung durchzusetzen. Denn auch für den Suchmaschinenanbieter steht einiges auf dem Spiel: der Zugang zu den über 500 Millionen Einwohnern der EU.

Allerdings betonte Gingras, dass sein Unternehmen nicht direkt an Google News verdiene: "Es gibt keine Werbung in Google News. Es ist keine Einnahmequelle für Google. Wir verstehen es als einen Dienst an der Gesellschaft." Eine Einstellung der Plattform könne außerdem die Möglichkeiten neuer News-Anbieter beeinträchtigen, eine Leserschaft aufzubauen.


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