Keine Alben mehr: Taylor Swift bricht mit Spotify

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Nicht genug: Taylor Swift will mehr Geld sehen als Spotify ihr bieten kann
Nicht genug: Taylor Swift will mehr Geld sehen als Spotify ihr bieten kann(© 2014 Universal Music, CURVED Montage)

Ein US-Superstar will nichts mehr von Streaming wissen: Taylor Swift zeigt Spotify gepflegt den Mittelfinger. Nicht nur das neue Album "1989", sondern auch die vier Vorgänger sind nicht mehr auf der Streaming-Plattform zu hören. Dahinter stecken monetäre Gründe...

0,7 Cent pro abgespieltem Song sind Taylor Swift nicht genug. Das ist der durchschnittlich ausgeschüttete Betrag, den Spotify an Künstler überweist, deren Song von Nutzern auf der beliebten Streaming-Plattform abgerufen wird.

Dass die Klassenbeste mit der gestreamten Musik-Verbreitung und vor allem dieser Form der Honorierung nicht wirklich zufrieden ist, hatte Taylor Swift bereits im Juni in ihrem viel beachteten Essay im Wall Street Journal deutlich gemacht:

"Produktpiraterie, Filesharing und Streaming haben die gekauften Alben dramatisch schrumpfen lassen"

Keine Frage: Taylor Swift gefiel der Trend gar nicht. "Meine Meinung ist, dass Musik nicht kostenlos sein sollte", vertrat die US-Sängerin deutlich ihren Standpunkt im Wall Street Journal. "Meine Prognose für die Zukunft: Künstler und Labels werden irgendwann bestimmen, was ein Album wert ist. Ich hoffe, dabei verkaufen sie sich und ihre Kunst nicht unter Wert."

Die Folge: Taylor Swift veröffentlichte ihr vorheriges Album "Red" (2012) auf Spotify eher widerwillig mehrere Monate nach dem Release. Doch nun hat die 24-Jährige weitere Konsequenzen gezogen und offenbar wirklich genug vom Streaming-Dienst: Taylor Swift macht mit Spotify Schluss!

Nachdem die zuletzt immer beliebtere Ex-Country-nun-Popsängerin ihr brandneues Album "1989", das vor einer Woche erschien, schon nicht dem Streaming-Anbieter bereitstellte, zog Swift heute die Reißleine und entfernte auch die vier Vorgänger-Alben von der beliebten Streaming-Plattform.

Für den schwedischen Streaming-Dienst, der an die Börse gehen oder zu einer Bewertung von 10 Milliarden Dollar und mehr gekauft werden will, ist das ein empfindlicher Schlag: Kein Popstar in den USA ist dieser Tage nämlich zugkräftiger als Taylor Swift!

"1989" könnte den besten US-Verkaufsstart seit 2002 hinlegen 

Nachdem sich die neue Single "Shake it off" sofort an die Spitze der US-Charts katapultierte, schickt sich "1989" nun an, den besten Albumstart zumindest seit "The Eminem Show" hinzulegen, mit dem der Rapper 2002 1,322 Millionen Exemplare in der ersten Woche absetzte.  Swift könnte ebenfalls den Allzeit-Wochenverkaufsrekord einer Sängerin toppen: Britney Spears "Ooops! ...I did it again" verkaufte im Jahr 2000 1,319 Millionen Einheiten.

Entsprechend kleinlaut biedert sich die acht Jahre alte Musik-Plattform in einer direkten Reaktion auf Swifts Rückzug bei der US-Sängerin in "Shake it off"-Manier an:

Taylor, we were both young when we first saw you, but now there’s more than 40 million of us who want you to stay, stay, stay. It’s a love story, baby, just say, Yes

Der Erfolg der erneuten Anbandelungsversuche dürfte indes sehr übersichtlich (erst recht angesichts Swifts notorischer Schlussmach-Statistik) sein. Vor allem aber dürfte es Spotify an den monetären Argumenten für ein Wiederaufleben der Zweckbeziehung fehlen.

Das große Geld winkt schließlich weiterhin beim traditierten Download-Modell, das Platzhirsch iTunes anbietet. Zuletzt konnte Apple mit dem Überraschungsalbum von Beyoncé und dem streitbaren Exklusiv-Launch des neuen U2-Albums mit dem Exklusivmaterial von zwei Weltstars vorab punkten. Entsprechend wohlwollend dürfte man in Cupertino nun Taylor Swifts Spotify-Ausstieg zur Kenntnis genommen haben...


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