So kreativ lassen sich alte iPads, iPhones & Co nutzen

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Das  Alugehäuse des Power Mac G5 als Sitzmöbel
Das Alugehäuse des Power Mac G5 als Sitzmöbel(© 2015 Klaus Geiger)

Ihr habe noch alte iPhones, iPads oder einen ausgedienten Mac zuhause, wollt Euch aber nicht von den guten Stücken trennen? Dann sollte man einmal darüber nachdenken, welchen praktischen oder kreativen Nutzen die Geräte noch erfüllen können, auch wenn sie im Alltag nicht mehr eingesetzt werden. Wir haben deshalb eine Auswahl von Möglichkeiten – von skurril bis sinnvoll – zusammengestellt, älteren Apple-Geräten neues Leben einzuhauchen.

Neue Aufgaben für alte iPads

Wem die von Tom Hanks abgesegnete Typewriter-App Hanx Writer für das iPad nicht genügt, der kann aus seinem mehr oder weniger ausgedienten Apple-Tablet auch gleich eine richtige Schreibmaschine machen – muss dafür aber ein wenig Geld in die Hand nehmen.

Jack Zylkin verkauft unter der Bezeichnung „USB Typewriter“ Umbau-Kits, die alte Schreibmaschinen zu USB-Tastaturen unter anderem für das iPad machen können. Für einige hundert US-Dollar werden auch gleich komplett umgebaute Schreibmaschinen angeboten. Hier geht es zu den FAQs von USB Typewriter, einen Etsy-Shop hat Jack Zylkin ebenfalls.

Günstiger und mit ziemlich konkretem Nutzwert lässt sich ein älteres iPad, das nicht mehr allzu häufig verwendet wird, auch als zusätzlicher Monitor für den Computer einsetzen. Verschiedene Software-Lösungen wie etwa Air Display ermöglichen das Betreiben des iPads als Zweit-Monitor bereits seit längerer Zeit. Noch ziemlich neu und beim Erstellen dieses Artikels zum Sonderpreis von 7,99 Euro (statt 15,99) erhältlich ist die von ehemaligen Apple-Mitarbeitern entwickelte Anwendung Duet Display, die bereits im Curved-Test überzeugen konnte.

Recht beliebt unter Hobby-Köchen ist auch der Einsatz des iPads als Küchenhelfer. Diverse Halterungen und Ständer ermöglichen es, das Apple-Tablet mit installierten Rezepte-, Koch- und Einkaufszettel-Apps mehr oder weniger komfortabel in der Küche an- und unterzubringen. Die Angebote reichen dabei von Küchenschrankhalterungen, etwa von Belkin, bis zum Messerblock mit iPad-Ablage. Darüber hinaus lassen sich iPads mit den entsprechenden Wandhalterungen oder Ständern natürlich auch in anderen Räumen der Wohnung sinnvoll einsetzen – etwas als Entertainment-System oder schlicht als digitale Bilderrahmen.

Ziemlich nerdig und für Bastler mit (zu) viel Zeit, aber auch witzig: Entwickler Gary Katz hatte bereits vor einigen Jahren die Idee, aus einem iPad und einem großen Schuhkarton das „iPad Concert Theater“ zu erstellen. Das iPad, auf dem Konzertmitschnitte laufen, wird dabei im Schuhkarton befestigt, der von innen und außen mit ausgedruckten Bildern von Konzertbesuchern beklebt wird und so echtes Live-Feeling aufkommen lässt.

Der Clou: Ausgeschnittene Bilder von jubelnden Zuschauern werden auf kleinen Holzleisten und vor dem iPad mit Bindfäden an den Seiten des Kartons befestigt, damit sie von einer Seite zur anderen schwingen und so den Eindruck einer sich bewegenden Menschenmenge erzeugen können. Hier kann man sich das iPad Concert Theater im Detail anschauen. Ein spezielles Set für die Gestaltung des iPad-Konzertsaals lässt sich hier bestellen.

Ausgediente iPhones kreativ einsetzen

Wer sich nicht von seinem alten iPhone-Modell trennen will, aber das Smartphone auch nicht wirklich mehr im Alltag nutzt, hat ebenfalls einige kreative Möglichkeiten, dem Mobilgerät einen sinnvollen Lebensabend zu gönnen. So macht sich das iPhone etwa gut als reine Fernbedienung auf dem Couch-Tisch für das häusliche Entertainment-System. Mit der kostenlosen Remote-App von Apple lassen sich zum Beispiel die iTunes-Mediathek auf dem Computer und Apple TV fernsteuern.

Die Remote-App setzt derzeit mindestens iOS 7 voraus, das aber immerhin noch auf dem iPhone 4 läuft. Mit der App TV SideView von Sony wiederum könnt Ihr unter anderem eine ganz Reihe WLAN-fähiger TV-Geräte und Blu-ray-Player des Herstellers bedienen. TV SideView setzt ebenfalls iOS 7 voraus, die Vorgänger-App Media Remote for iPhone läuft nach Angaben der Herstellers allerdings ab iOS 4.3 und ist ebenfalls noch im App Store erhältlich.

Hersteller Samsung stellt zur Bedienung seiner Smart-TV-Geräte (ab 2014) die App Samsung Smart View 2.0 zur Verfügung, für ältere Geräte kann die Version 1.0 genutzt werden. Eine Alternative zu den offiziellen Samsung-Anwendungen, die fast durchweg gute Kritiken im iTunes App Store erhält, ist im Übrigen die Anwendung myTifi Fernbedienung für Samsung TV.

Darüber hinaus: Auch iPhones ohne SIM-Karte lassen sich im lokalen WLAN natürlich immer noch gut selbst als Entertainment-Center verwenden. So bieten etwa alle namhaften Video-on-Demand-Anbieter von Netflix bis Sky Online eigene iPhone-Apps. Wer hier Kunde ist, kann das ausgediente Apple-Smartphone also auch gut auf dem Nachttisch liegen haben, um zum Beispiel vor dem Schlafengehen noch eine Folge der Lieblingsserie zu schauen.

Und noch ein Tipp in Sachen Entertainment auf dem iPhone: Wenn Ihr Kunde bei einer Stadtbibliothek seit, die den Onleihe-Service unterstützt, könnt Ihr hier mit der kostenlosen Onleihe-App zum Beispiel gemütlich vom Sofa aus E-Books und Hörbücher leihen und sofort auf dem iOS-Gerät nutzen.

Wer besonders günstig die Einsatzmöglichkeiten eines älteren iOS-Gerätes als Überwachungskamera testen will, kann die App Manything ausprobieren. Diese ermöglicht den Einsatz eines an eine Stromquelle angeschlossenen iOS-Gerätes als Security-Kamera, auf deren Live-Stream oder Aufzeichnungen man über ein anderes iOS-Gerät oder den Webbrowser zugreifen kann.

iOS 6 wird auf Apples Mobilgeräten allerdings mindestens vorausgesetzt. Manything soll auch zukünftig in einer Basisversion kostenlos nutzbar bleiben, der Service setzt allerdings eine Registrierung voraus und speichert Videos in der Manything-Cloud. Zugriff auf die verschlüsselten Inhalte soll jedoch allein der Anwender haben, wie der Hersteller in den FAQs zur App schreibt. Auf Curved-Redakteur Shu On Kwok machte der Dienst darüber hinaus bislang einen durchaus guten Eindruck.

Speziell als Überwachung für die Sicherheit der Kleinsten eignet sich ein älteres iPhone mit der App Baby Cloud Monitor. Die App kann Video live auf ein zweites Gerät streamen und fungiert auch als Audio-Babyphone. Mindestvorausssetzung ist iOS 5.

Macs als Möbel

Ein Mac als Sitzmöbel? Designer Klaus Geiger setzt diese Idee auf Basis der Alugehäuse des Power Mac G5 um. Neben einer Sitzbank sind unter anderem auch Beistelltische, Rollcontainer, Besprechungs- und Konferenztische auf Grundlage der klassischen Gehäuse möglich, die Modelle werden dabei nach individuellen Wünschen hergestellt.

Unter anderem The Verge und Business Insider berichteten bereits über die BENCHMA(®)C betitelte Kollektion. Schon etwas älter, aber ebenfalls nach wie vor interessant ist auch die Idee des Designers Michael Garito, ein funktionsfähiges Aquarium aus einem alten G5-Gehäuse anzufertigen.

Fast schon ein kleiner Klassiker unter Mac-Fans, wenn es um die Zweckentfremdung alter Mac-Gehäuse für die Wohnungseinrichtung geht, ist der Umbau eines iMac G4, der auch gerne als „Lampe“ bezeichnet wird, zur – Lampe.

Vor einigen Jahren etwa wurde ein handgefertigtes Modell über Etsy verkauft. Möglicherweise nimmt der Künstler randall180 neue Aufträge entgegen? Selbstbewusste Bastler, die noch im Besitz eines entsprechenden Macs sind, finden zum Beispiel hier aber auch eine Bild-für-Bild-Anleitung für den Eigenbau.


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