Sony Xperia Z3+ im Benchmark-Test: ein (viel zu) heißer Feger

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Das Sony Xperia Z3+ im Benchmark-Test
Das Sony Xperia Z3+ im Benchmark-Test(© 2015 CURVED Montage)

Sony verbaut im Xperia Z3+ mit dem Snapdragon 810 einen Prozessor, der in anderen Geräten mit einer starken Hitzeentwicklung zu kämpfen hatte. CURVED überprüft, wie die Japaner die acht Rechenkerne in ihrem Smartphone bändigen. Das Ergebnis schaut nicht gut aus für das neue Flaggschiff.

Mit dem Snapdragon 810 hat Sony sich beim Z3+ für den schnellsten Chipsatz entschieden, den Qualcomm derzeit anbietet - zumindest auf dem Papier. Allerdings sind seine Probleme mit einer starken Hitzeentwicklung spätestens seit dem Release des LG G Flex 2 bekannt. Sony verbaut den Prozessor trotzdem in seinem neuen Flaggschiff und stellt ihm drei Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite. Zeit genug, um die Probleme des 810, dessen acht Rechenkernen jeweils zur Hälfte mit 2 und 1,5 Gigahertz getaktet sind, zu lösen, hatte Sony also. Mit Oneplus schwört zudem ein weiterer Hersteller immer noch auf den Snapdragon 810 und verspricht, dass er im Oneplus 2 ohne Probleme laufen wird.

Hitze bremst die Leistung enorm

Android 5.0.2 Lollipop und die Xperia UI auf dem Xperia Z3+ laufen flott und mit extrem kurzen Ladezeiten, die keine wirklichen Wartezeiten sind. Sogar Spiele wie Asphalt 8 oder Real Racing lassen sich mit dem Snapdragon 810 auf dem Xperia Z3+ problemlos und ruckelfrei in höchster Grafikqualität zocken. Allerdings wird das Smartphone spürbar wärmer als Mittelklasse-Gerät mit langsameren Chips, die die Spiele mit weniger Details anzeigen. Es ist nicht so heiß, dass man sich verbrennen würde, aber die Temperatur steigt schon so hoch, dass es unangenehm wird, das Xperia in der Hand zu halten.

Im Benchmark-Test zeigt sich, dass der Snapdragon 810 auch im Sony Xperia Z3+ seine Leistung drosselt, um die Hitzeentwicklung zu reduzieren. Dieses Verhalten ließ sich schon beim HTC One M9 beobachten. Allerdings startet der Prozessor im HTC One M9 im Antutu-Benchmark bei rund 57.000 Punkten. Im Z3+ schaffte er dagegen im kalten Zustand nur knapp über 50.000 Punkte. Nach einigen Testläufen war die Talsohle von rund 43.000 Punkten erreicht, die das Smartphone erst wieder verlässt, wenn es sich abgekühlt hat.

Mit dem Punktwert bewegt sich das Z3+ trotz des nominell besseren Snapdragon 810 nur knapp vor dem Xperia Z3, das mit dem Snapdragon 801 knapp 41.000 Punkte schaffte. Im T-Rex-Bench von GFX 3.1 OpenGl liegt das Z3+ mit 45 Fps knapp hinter dem One M9, beim CF Bench und Geekbench 3 liegen die beiden Smartphones von 2015 etwa gleichauf. Im CF Bench bewegen sie sich bei etwa 57.000 Punkten - und im Geekbench erreicht das Z3+ 1108 Punkte im Single-Core-Test und 3747 im Multi-Core-Test. Zum Vergleich: Beim One M9 sind es 1113 und 3564 Punkte.

Alle Benchmark-Ergebnisse sind unter Vorbehalt, da es sich nach Angaben von Sony bei unserem Testgerät um ein Vorserienmodell handelt. Es besteht also noch ein klein wenig Hoffnung, dass der Snapdragon 810 und die Software bei den Verkaufsgeräten besser aufeinander abgestimmt sind.

Kamera schaltet sich ab

Auf die Kamera des Xperia Z3+ hat die Hitzeentwicklung ebenfalls negative Auswirkungen. Wird das Smartphone zu heiß, schaltet sie sich ab. Ich habe sie immerhin beim Fotografieren und Filmen nicht so heiß bekommen, dass sie sich wirklich abgeschaltet hätte - auch nicht direkt nach einem Benchmark oder bei der Aufnahme von 4K-Videos.

Aber die verschiedenen Augmented Reality-Modi der Kamera bringen das Z3+ an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit. Länger als eine Minute konnte ich keinen AR-Modus nutzen - auch nicht, wenn das Smartphone zuvor kalt war.

Dass sich die Kamera eines Xperia-Smartphones bei zu großer Hitze abschaltet, ist keine neue Eigenschaft des Z3+ oder des Snapdragon 810, sondern war schon bei Vorgängermodellen vorgesehen. Dort taucht der Hinweis ebenfalls auf, wenn man zum Beispiel ein 4K-Video aufnehmen wollte. Allerdings habe ich es dort nicht geschafft, die Kamera so lange in Anspruch zu nehmen, bis das Smartphone sich wirklich abgeschaltet hat.

Mehr als genug Rechenkraft und zu viel Hitze

Das Sony Xperia Z3+ verfügt über genügend Rechenkraft, um nicht nur alltägliche Aufgaben zu meistern, sondern bewältigt auch anspruchsvolle Spiele ohne Probleme. Allerdings ist der Zugewinn bei der Leistung im Vergleich zum Vorgänger Xperia Z3 geringer als erwartet und kein wirklicher Pluspunkt für das diesjährige Modell. Das liegt auch daran, dass der verbaute Snapdragon 810 zu viel Hitze entwickelt, deswegen gedrosselt wird und gar nicht seine volle Leistung abrufen kann. Wirklich zufrieden können damit weder Sony, noch Qualcomm, noch die Nutzer sein.


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