Tchibo Qbo: Wenn das Smartphone der Barista ist

Weg damit !29
Qbo setzt sich aus "Cube" und Tchibo zusammen
Qbo setzt sich aus "Cube" und Tchibo zusammen(© 2016 Tchibo)

Tchibo bläst zur Kapsel-Attacke auf Nespresso. Qbo setzt auf volle Smartphone-Vernetzung. Passender Slogan: "Dein Kaffee steht zum Download bereit". Denn die Qbo-Kaffemaschine You-Rista kommuniziert mit der Qbo-App (läuft auf iOS und Android).

Mobil den gesamten Brühvorgang steuern

Hört sich nach dem Traum aller Techies, Entwickler, Agenturprofis und Kaffeejunkies an: Mit dem eigenen Smartphone bequem und mobil den gesamten Brühvorgang steuern. Nur mit dem Unterschied, dass es kein Traum mehr ist. Über die App lassen sich mit einem Wisch das Mischverhältnis aus Espresso, Milch und Milchschaum einstellen. Dann muss nur noch die gewünschte Kaffeesorte ausgesucht werden. Ganz ohne Handarbeit geht es dann jedoch nicht. Denn die entsprechende Kapsel gilt es immer noch, selbstständig in die Maschine zu stecken.

Die App hilft allerdings nicht nur beim Aufbrühen. Sie informiert zudem noch über anstehende Reinigungen und soll den Kapselkauf erleichtern. Klar: Der Hersteller will damit vermeiden, dass sich, wie etwa bei Nespresso, Drittanbieter in das Geschäft mit den Kapseln einmischen. Dem nicht genug, bietet sie noch einen Zugang zur neuen Qbo-Community, über die Kaffeeliebhaber sich über ihre perfekte Mischung austauschen können sollen.

Tchibo Qbo App(© 2016 CURVED)

Die Kapseln sind aus recyclebarem Polypropylen

Neben der innovativen Steuerung setzen sich die neuen Qbo-Kapseln auch durch ihre quadratische Form und ihrer Verpackung von der Konkurrenz ab. Denn während die Hülsen von Nespresso & Co. sich zu solch einer Müllbelastung entwickeln, dass die Grünen sogar bereits über einen Kapsel-Pfand nachdenken, ist der Tchibo-Neuling aus recyclebarem Polypropylen. Die Hülsen der meisten Rivalen sind dagegen aus Aluminium. Experten gehen davon aus, dass die bisherigen Kapseln bereits für eine Belastung von 4.000 Tonnen Müll pro Jahr sorgen. Gerade erst hatte die Stadt Hamburg für ihre Mitarbeiter Kaffeekapseln auf einen Index zahlreicher Produkte gesetzt, die mit städtischem Geld nicht mehr angeschafft werden sollten.

Interessant ist der Grund für die quadratische Form der Kapseln. So sollen sie sich besser stapeln und verpacken lassen, was wiederum Verpackungsmaterial spart und die Logistik effizienter gestaltet. Damit folgt Tchibo bei Qbo dem Vorbild von Ikea. Auch dort gehört die effiziente Verpackung der Möbelteile zu den großen Erfolgsgeheimnissen des Kostenmanagements.

Um das neue System in Deutschland in den Markt zu drücken, gehen die Hamburger auch in Sachen Werbung in die Vollen. Immerhin boomt gerade das Segment der Kapseln. „Der Absatz von Kaffee ist im vergangenen Jahr gestiegen“, sagt Kaffee-Experte Michael Griess von der Marktforschungsfirma Nielsen gegenüber der FAZ. „Vor allem Kaffeekapseln konnten mit einem Absatzwachstum von zwölf Prozent punkten.“ In jedem fünften deutschen Haushalt steht bereits eine Maschine, die Kapseln braucht. Allein im vergangenen Jahr wurden rund zwei Milliarden Kaffeekapseln verkauft - dreimal so viele wie fünf Jahre davor.

Qbo setzt auf Christian Ulmen und Ex-Minister Klaus Töpfer

Für ihr Werbekonzept setzt Tchibo auf den Schauspieler Christian Ulmen und für die Öko-Komponente auf den ehemaligen Umweltminister und Erfinder des Grünen Punktes, Klaus Töpfer.

Eine gewisse Starpower muss aber auch sein. Immerhin punktet Nespresso hier mit George Clooney. Auch der Schweizer Rivale Café Royal setzt auf Promi-Unterstützung. Für Robbie Williams, als „charmanten Geheimagenten im Auftrag des guten Geschmacks“, entwickelten sie sogar ein Game, das über verschiedene Medien-Plattformen hinweg gespielt werden kann.

Hier noch ein paar Daten für die Kaffee-Maschinen-Nerds unter Euch: Die You-Rista ist rund 30 cm hoch und breit. Sie baut einen Druck von 19 Bar auf. Die Maschine gibt es ab den 21. April in Schwarz, Anthrazit und Rot. Der Basispreis liegt bei 299 Euro. Gemeinsam mit der Milchkomponente Milkmaster kostet das System dann allerdings 349 Euro. Immerhin: Die Apps sind kostenlos.

Und natürlich lässt sich die You-Rista auch ohne Smartphone bedienen. Aber mit macht es bestimmt noch mehr Spaß.


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