Anki Overdrive im Test: Die coole Carrera-Bahn 2.0

Mit Anki Drive überraschte Hanns Tappeiner 2013 während der WWDC Keynote von Apple die Medien. Leider konnte man hierzulande die moderne Interpretation der klassischen Carrera-Bahn bis heute nicht kaufen. Im September 2015 können aber alle Männerherzen wieder höher schlagen, denn dann wird der Nachfolger Anki Overdrive auch in Europa erhältlich sein. Wir hatten schon vorab die Gelegenheit gehabt, mit Anki Mitgründer Hanns Tappeiner in Berlin ein Spielchen zu wagen. 

Anki Drive war in Nordamerika ein Verkaufshit. Amazon USA listete Anki Drive als Verkaufsschlager Nummer 2 des vergangenen Jahres. In diesem Jahr, genauer gesagt im September 2015, wird dann mit Anki Overdrive die nächste Generation erscheinen. Dieses Mal wird Anki aber auch den Sprung über den Atlantik machen und Overdrive auch in Europa verkaufen. Den Anfang wird das knapp 150 US-Dollar teure Starterset machen, in dem zwei Autos und zehn Streckenmodule enthalten sein werden.

Flexible Rennstrecken und neue Spielmodi

Im Vergleich zum Vorgänger wird Anki Overdrive wesentlich flexibler in der Streckengestaltung sein, denn die Bahn ist nicht mehr eine Plastikmatte, sondern besteht aus einzelnen Module, die man später kostengünstig um weitere Teile ergänzen kann. Damit lassen sich künftig ebenso imposante Kurse bauen, wie es bei einer Carrera-Bahn möglich ist. Im Gespräch mit Hanns Tappeiner verriet der Mitgründer von Anki, dass es nicht nur Kurvensegmente und Graden geben wird, sondern auch Kreuzungen, Sprungschanzen und sogar Sackgassen. Vor allem Letztere sollen dann genutzt werden, um einen neuen Spielmodus für die Spieler von Anki zu eröffnen: Capture the Flag. Ziel ist es dann, schnellstmöglich diese Sackgassen zu erreichen und somit die Flagge zu erobern ähnlich wie in zahlreichen First-Person-Shootern auf dem PC oder einer Konsole.

Die magnetischen Streckenmodule haben aber auch noch einen anderen Vorteil. Es ist dank der Flexibilität möglich, Rampen, Steigungen und sogar Steilkurven zu bauen. Dazu sind nicht einmal spezielle Module nötig, man schnappt sich stattdessen einfach Bücher, Gläser oder andere Alltagsgegenstände und legt diese unter die Segmente. Es gibt also kaum Grenzen für die eigene Fantasie in Sachen Rennstrecke bis auf die aktuell noch gültige Limitierung von maximalen Segmenten. Aber auch diese Grenze, so hat uns Hannes versichert, können später durch ein Software-Update um ein vielfaches gesteigert werden.

Natürlich ist eine Rennstrecke nichts ohne passende Rennautos. Wie auch schon bei Anki Drive gibt es eine kleine Auswahl an verschiedenen fernlenkbaren Autos. Mit der Anki App – diese erscheint dann erstmals sowohl für iOS als auch Android – werden die kleinen Flitzer über die Rennstrecke gejagt. Der Clou an den kleinen Rennautos ist aber, dass diese innerhalb der App aufgerüstet werden können. Motoren, Panzerung und auch Waffen können mit der Zeit ausgetauscht und ersetzt werden. Im Rennen kann man dann den Gegner mit diesen Upgrades zum Beispiel ausbremsen, abschießen oder anderweitig behindern, sodass man ihn dann leichter überholen kann. Für den Sieg und die Abschüsse erhält man dann nach dem Rennen Geld für bessere Upgrades. Mit der Zeit rüstet man also seinen eigenen Anki Racer zu einer Höllenmaschine auf. Wer meint, dass man nun seinen eigenen Wagen mit Hilfe von In-App-Käufen und dem Einsatz von harten Euros oder Dollars schnell aufrüsten kann, der hat sich geschnitten. In-App-Käufe gibt es bei Anki Overdrive nicht, man muss also über Siege und Abschüsse während des Spiels zu den heiß ersehnten Upgrades kommen.

Sollten mal keine menschlichen Gegner zur Verfügung stehen, kann man sein Können auch gegen virtuelle Gegner beweisen. Eine Auswahl an KI-Kontrahenten mit unterschiedlichen Fähigkeiten lässt sich aus der App heraus anwählen und einem Auto zuweisen. Natürlich lassen sich computergesteuerte Mitfahrer auch in ein Spiel mit menschlichen Gegnern integrieren.

Die Möglichkeiten von Anki Overdrive sind schier grenzenlos. Die knapp 60 Minuten, die wir mit Hanns Tappeiner und Anki Overdrive verbringen konnten, waren definitiv zu kurz. Amir und ich selbst konnten uns kaum von diesem Spiel trennen. Aber zum Glück dauert es nicht mehr lange, bis Overdrive in Deutschland erhältlich sein wird.


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