Sprache statt Fingerabdruck: Interview mit Nuance

Fingerabruckscanner sind ja soo 2014 — der kommende Trend in Sachen Nutzer-Sicherheit ist Sprachbiometrie, sprich die Authentifizierung bei Hotlines, aber auch in Apps und durch Gadgets mittels der eigenen Stimme. Nuance, das amerikanische Unternehmen, das uns bereits Siri, Swype und die Dragon-Spracherkennung bescherte, arbeitet seit geraumer Zeit an solchen Technologien und hat sie bereits erfolgreich zum Feldeinsatz gebracht. Wir haben uns mit Diplom-Informatiker und Nuance Sales Director Heinrich Welter über den Stand der Dinge und die Zukunft der Sprachbiometrie unterhalten.

Wusstet Ihr eigentlich, dass Ihr in den allermeisten Fällen, wenn Ihr bei einer Kundenhotline anruft und dort zunächst mit einem Computer sprecht, ein Spracherkennungssystem von Nuance dahintersteckt? Und auch wenn solche Telefonate zuweilen nicht ganz geschmeidig ablaufen und Ihr Eure Aussagen ab und an wiederholen müsst, steckt dahinter doch eine beachtliche technische Leistung.

Wer mit Hotlines — ob nun menschlich oder digital — telefoniert, kennt auch das Problem der Passwort- beziehungsweise Kundenkennwort-Abfrage: Wie war das nochmal? Wo hab ich das notiert? Wann hat meine Freundin eigentlich Geburtstag? Und sicher sind die allermeisten Passwörter, die zur Identifikation hinterlegt sind, dennoch nicht. Ein sprachbiometrisches Authentifizierungsverfahren wie im Video beschrieben scheint da doch eine probate Lösung zu sein.

Noch besser, wenn ein solche Stimmerkennung zukünftig dafür sorgen könnte, das umständliche Two-Pass-Authentifizierungen oder auch die gerade so beliebten Fingerabruckscanner obsolet werden: Wenn ich sowie schon mit Siri oder Google Now spreche respektive Stimmsamples zur Erkennung einrichte, warum diese dann nicht auch gleich statt Password oder Fingerspitze zur Identifizierung nutzen? Auch solche Anwendungsszenarien hat Nuance auf dem Schirm — wir sind gespannt.

Wie seht Ihr das — wäre eine Authentifizierung über Eure Stimme etwas, dem Ihr trauen würdet und das Euch gleichzeitig den Alltag erleichtern könnte? Oder ist Euch Eure Stimme heilig und ihr habt ohnehin keine Lust, mit Eurem Smartphone verbal zu kommunizieren?


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