Warum die Apple Watch nicht iWatch heißt

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Objekt der Begierde mit einem überraschenden Namen
Objekt der Begierde mit einem überraschenden Namen(© 2014 Apple)

Es war vielleicht die größte Überraschung der gestrigen Keynote: Apples Smartwatch heißt nicht iWatch, sondern Apple Watch. Es spricht vieles dafür, dass Apple die Kehrtwende im Markennamen nicht freiwillig und vor allem sehr kurzfristig vollzogen hat – selbst Tim Cook sprach gestern noch von der iWatch…

Warum heißt die iWatch nicht iWatch, sondern Apple Watch? Reflexartig kommt das Argument auf, dass sich Tim Cook mit dem ersten großen Produkt seiner Ära bewusst vom iZyklus seines überlebensgroßen Vorgängers absetzen wolle – daher der Präfix  statt „i“.

Bei näherer Betrachtung spricht jedoch nicht so viel dafür. Bereits bei seiner Set-Top-Box, die Steve Jobs 2006 erstmals enthüllte, stellte Apple seinen Firmennamen als Notlösung voran, weil „iTV“ bereits vergeben war. Sehr viel spricht dafür, dass auch diesmal rechtliche Hindernisse am Ende den nächsten Meilenstein der iÄra verhinderten.

Rechtsstreit mit Swatch schreckte Apple vermutlich ab

Der Schweizer Uhrenriese Swatch etwa machte bereits im Mai deutlich, dass er willens ist, gegen Apple im Falle einer iWatch vorzugehen, die sich schließlich nur um einen Buchstaben vom eigenen Bestseller iSwatch unterscheidet.

„Um die eigene Marke iSwatch zu schützen, wurden alle für nötig erachteten Maßnahmen ergriffen", erklärte eine Swatch-Specherin seinerzeit. Ein langjähriger Markenrechtsstreit mit höchst unterschiedlicher Auslegung von Nation zu Nation hätte die Folge sein können.

Selbst Tim Cook sprach gestern noch von der „iWatch“

Dass Apple offenbar bis zuletzt gehofft hat, die Markenrechte zu bekommen, machte ein erstaunlicher Moment in Tim Cooks gestrigem ABC-Interview deutlich. Selbst dem Apple-Chef rutschte die Bezeichnung „iWatch“ heraus,  als er das neue Produkt in eine Reihe mit den Bestsellern der vergangenen 15 Jahre stellt: „…den iMac, den iPod, das iPhone, das iPad und nun natürlich die iWatch, äh, Apple Watch“. Klar ist damit: Für lange Zeit dürfte Apple am Produktnamen iWatch festgehalten haben, der sich als Fortsetzung des iZyklus aufgedrängt hätte.

Die Umbenennung in Apple Watch bringt zunächst einmal Nachteile mit sich: Die iWatch hat sich im medialen Buzz der vergangenen Monate als kommender Markenname eingebrannt – seit gestern muss umgedacht werden. „Apple Watch“ klingt zudem sperriger als iWatch. Und sollte der Verkaufserfolg nicht an die iProdukte der Steve Jobs-Ära anknüpfen, muss sich Tim Cook mit dem nächsten Abgesangsargument herumschlagen: Der iZyklus ist zu Ende, mit der Apple Watch wurde alles schlechter. Man kann es durchaus als kleine Hypothek auffassen, mit der die Apple Watch ins Rennen geht…


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