wit.ai? Darum kauft sich Facebook eine Spracherkennung

Facebook liebt wit.ai
Facebook liebt wit.ai(© 2015 wit.ai)

Der blaue Riese gönnt sich ein Startup für Spracherkennung - und verrät nicht, was er damit vorhat. Wir hätten da ein paar Vorschläge. 

Vor 18 Monaten gegründet und schon an Facebook verkauft: wit.ai heißt das unbekannte Startup, das sich auf Spracherkennungssoftware spezialisiert hat und nun zum Facebook-Konzern gehört. Zum Kaufpreis für das Unternehmen, das sich neben Smartphones und Tablets auch auf die Sprachsteuerung von Haushaltsgeräten konzentriert hat, schweigt das Social Network sich aus. Die Software von wit.ai, so heißt es, soll gesprochenes und geschriebenes Wort in “natürlicher Sprache” erkennen und verstehen können und auf diese Weise die Kommunikationen zwischen Nutzern, Mobilgeräten und angeschlossenen Diensten und eventuell sogar Haushaltsgeräten ermöglichen.

Weil Spracherkennung ein Mega-Trend ist

iOS kann es mit Siri schon seit Jahren, Android-Smartphones profitieren von Google Now. Spracherkennung auf mobilen Geräten ist ein Trend, der seit Jahren andauert. Die Systeme werden immer smarter und steuern immer mehr Funktionen. War lange Zeit nur die reine Texteingabe per Sprachbefehl möglich, können Nutzer längst auch Anrufe starten, Kalendereinträge setzen oder das Wetter für die kommenden Tage erfragen. Allerdings hört die Spracherkennung meist da auf, wo der Nutzer die Grenzen des Betriebssystems seines Smartphones oder Tablets verlässt - so auch im Fall von Facebook.

Weil sie's können

Mark Zuckerberg gibt gerne Geld für Services aus, an die er glaubt - und bewies damit einen guten Riecher. Eine Milliarde zahlte er für Instagram im Jahr 2012, mittlerweile ist das Bildernetzwerk schon 35 Milliarden Dollar wert. 19 Milliarden Dollar zahlte das Social Network Anfang 2013 für WhatsApp, das mittlerweile über 600 Millionen Nutzer vereint. Für Oculus Rift blätterte der Facebook-Gründer zwei Milliarden Dollar hin. Der Kauf von wit.ai soll da weitaus günstiger gewesen sein.

Weil sie's müssen

Wenn wir von Facebook-Nutzung sprechen, dann meinen wir vor allem die mobile Nutzung. 69 Prozent seiner Werbeumsätze macht das Social Network über Mobile, über eine Milliarde Facebooker nutzt den Dienst über Smartphones und Tablets. Der Facebook Messenger ist bei 500 Millionen Nutzern im Einsatz, gepaart mit WhatsApp vereinen die FB-Apps über eine Milliarde Menschen. Diesen die beste User-Experience zu ermöglichen, hat sich Facebook vom Start weg auf die Fahnen geschrieben. Und das heißt im Jahr 2015 auch: sinnvolle Sprachsteuerung. Auf diese Weise wertet der Konzern seine Dienste enorm auf und würde Mehrwert im Vergleich zur Konkurrenz liefern.

Es muss nicht alles social sein

Ja, Facebook ist als Social Network gestartet. Und die Geschäftszahlen sind mehr als gut. Aber das heißt noch lange nicht, dass das Unternehmen abseits vom Kernbusiness nicht auch neue Geschäftsfelder erschließen kann. Es gibt keinen Grund, etwa die Oculus Rift in den Facebook-Kosmos zu integrieren. Es handelt sich schlicht um ein spannendes Stück Technologie mit Zukunftspotenzial.

So ist es auch im Falle von wit.ai. Spracherkennung und Sprachverarbeitung im Verbund mit Smart Home könnte ein Zukunftsmarkt sein. Immer mehr smarte Haushaltsgeräte werden gerade zur CES in Las Vegas vorgestellt. Bis wir unsere Spül- und Waschmaschinen, die Kühlschränke und Öfen gegen smarte Nachfolger ausgetauscht haben, werden allerdings noch viele Jahre ins Land ziehen. Dann dürfte die Spracherkennung auch ein ganzes Stück weiter sein.


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