Zehn Beats-Alternativen zwischen 100 und 400 Euro

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Hersteller wie Aëdle können es mit Beats-Kopfhörern locker aufnehmen
Hersteller wie Aëdle können es mit Beats-Kopfhörern locker aufnehmen(© 2014 Aëdle)

Mit fettem Bass und einem milliardenschweren Apple-Deal erobern Beats-Kopfhörer die Straße. Wir zeigen Modelle von zehn Herstellern, die es mit dem Hype locker aufnehmen können.

Beim Kauf von Kopfhörern für die Nutzung mit dem Smartphone gibt es ein paar einfache Grundregeln: Lauter ist nicht gleich besser, und billiger ist nicht unbedingt schlechter. Stimmen Material und Verarbeitung, ist eine konkrete Empfehlung kaum möglich. Dann entscheidet das persönliche Hörempfinden, je nach Zweck die Passform (On-Ear, Over-Ear, In-Ear) – und zunehmend der Lifestyle-Faktor.

Bestes Beispiel ist die Marke Beats des Hip-Hoppers Dr. Dre, der im Mai die Übernahme seines Unternehmens durch Apple bekannt geben durfte. Der Kaufpreis von mehr als drei Milliarden Dollar macht deutlich, wie sich die Bedeutung des Kopfhörers vom mitgelieferten Zubehör zum individuellen Lifestyle-Accessoire gewandelt hat, das auch mal ein paar hundert Euro kosten kann.

Die Kopfhörerhersteller haben den Trend erkannt. Sie profitieren von mangelnder Innovation etwa bei Apple und Samsung. Die Aufmerksamkeit rückt weg vom Smartphone hin zum Zubehör. Hinzu kommt, dass die Mobilgeräte im Alltag die meiste Zeit in irgendwelchen Taschen verschwinden. Wer ein sichtbares Zeichen setzen möchte, tut dies mit der Auswahl seines Kopfhörers. Vorneweg die Kopfhörer mit dem kleingeschriebenen „b“ auf den Ohrmuscheln.

Ohne Zweifel hat sich die Präsenz von Beats-Kopfhörern durch den Apple-Deal noch einmal erhöht. Ein geschickt zum Start der Fußball-Weltmeisterschaft platziertes Werbevideo, das Fußballspieler wie den Brasilianer Neymar, den Niederländer Robin van Persie, sowie die deutschen Stars Bastian Schweinsteiger und Mario Götze mit den neuen Modellen Solo2 und Studio Wireless zeigt, hat den Hype noch einmal befeuert. Da stört es erst einmal nicht, dass Beats-Modelle in Testberichten durchweg vor allem durch starke Bassbetonung auffallen und damit primär Hip-Hop- und Pop-Musik ansprechen. Ein breiterer Musikgeschmack stößt mit dieser Wahl an seine Grenzen. In einem aktuellen Test der Stiftung Warentest landete der SoloHD sogar nur auf dem drittschlechtesten Platz und kassierte beim Falltest die Note mangelhaft – eine Enttäuschung für Käufer, die je nach Modell zwischen 100 und 400 Euro hinblättern.

Wir haben uns daher dieses Preissegment genauer angesehen und zehn Modelle ausgewählt, die es in Sachen Klang und Design locker mit den gehypten Beats-Modellen aufnehmen können.

1. Sennheiser Momentum On-Ear und Over-Ear

Sennheiser Momentum

Auf der Suche nach einem Gegenentwurf zu dem Streetstyle von Beats by Dr. Dre stößt man schnell auf den Sennheiser Momentum. Statt Plastik setzen die Designer aus Wedemark bei Hannover bei dem Over-Ear-Modell auf die zeitlose Kombination von Edelstahl, Aluminium und Leder. Die klassische Bauweise ist auf das Wesentliche reduziert. Der Momentum ist in drei Farbkombinationen – Ivory, Brown und Black – erhältlich, die schwarze Variante gibt’s auch als limitierte Edition mit einem Buch zur Ausstellung „David Bowie is“. Preis der Over-Ear-Modelle: circa 299 Euro.

Die On-Ear-Variante, quasi der kleine Bruder, landete mit der Gesamtnote 2,2 auf dem zweiten Platz im Vergleich von Stiftung Warentest. Die luftige Rahmenstruktur des Kopfhörers unterstreicht das puristische Design. Als Materialien setzt Sennheiser Edelstahl und den extrem weichen Mikrofaserstoff Alcantara ein, der im Kopfbügelbereich unterfüttert und mit Nähten verziert ist. Der Stoff und die geschlossenen Ohrmuscheln sind optisch aufeinander abgestimmt und in sieben Farben erhältlich. Im Lieferumfang enthalten sind zwei Kabel, davon eins mit integrierter Smartphone-Fernbedienung und Winkelstecker, sowie eine Transporttasche. Preis: circa 199 Euro.

2. SMS Audio Sync by 50 On-Ear Wireless Sport Headphone

Carmelo Anthony für SMS Audio

Neben Dr. Dre hat auch Curtis „50 Cent“ Jackson früh erkannt, dass Musik nicht alles ist, um "Mo’ Money" zu machen. Mit der Marke SMS Audio ist Jackson seinem Hip-Hop-Kollegen gefolgt und 2011 ebenfalls ins Kopfhörer-Business eingestiegen. SMS steht für Studio Mastered Sound und hat seinen Sitz in Florida.

In diesem Jahr konnte 50 Cent gleich zwei Coups landen. Auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas präsentierte er neben einer offiziell lizensierten Star-Wars-Edition auch eine Sport Collection. Partner der Serie ist der Basketballstar Carmelo Anthony von den New York Knicks. Die Modelle kennzeichnet eine schweißabweisende Nano-Technologie, die gegen Feuchtigkeit schützt und auch extremen Wetterbedingungen widersteht. Flaggschiff ist der faltbare Sync by 50 On-Ear Wireless Sport Headphone. Der Kopfhörer mit bassstarkem 40-Millimeter-Treiber und eingebautem Mikrofon verbindet sich drahtlos via Bluetooth mit dem Smartphone. Die Steuerung erfolgt über Bedientasten an der Ohrmuschel. Die Sport Collection ist in den Farben Blau, Gelb und Pink erhältlich, weitere Farben sollen ab Herbst dazu kommen. Preis: circa 229,95 US-Dollar.

3. Bowers & Wilkins C5

Bowers & Wilkins C5

Läufer kennen das Drama, wenn bei jedem fünften Schritt der Ohrstöpsel aus dem Ohr rutscht. Auch Leichtkopfhörer oder andere Bügelmodelle bieten nicht den Halt, den es braucht, um sich voll und ganz auf den Weg und die Musik zu fokussieren. Abhilfe schaffen spezielle In-Ear-Kopfhörer, die sich mit einem kleinen Bügel in der Ohrmuschel rutschfest verankern.

Effizient und stilvoll zugleich hat Bowers & Wilkins das Problem gelöst. Statt eines statischen Bügels haben die Designer bei dem Modell C5 die Kabel so geführt, dass sie eine Schlaufe bilden (Secure Loop Design), die sich passgenau in den inneren Bogen der Ohrmuschel einfügt und so zum einen für gleichbleibenden Klang, zum anderen für sicheren Halt sorgt. Zudem verfügt das Modell über eine Kabelfernbedienung mit Mikrofon für die Nutzung mit mobilen Apple-Geräten. Der C5 ist in Schwarz oder Titanium mit rot eingefärbten Ohr-Adaptern erhältlich. Preis: circa 179 Euro.

4. AKG Y50

AKG Y Serie

Am unteren Ende der Preisspanne von 100 bis 400 Euro machen die neuen AKG-Modelle der Y-Series auf sich aufmerksam. Flaggschiff der Serie ist der AKG Y50. Auffälliges Merkmal ist das überdimensionierte Firmenlogo auf den Blenden der farbigen Ohrmuscheln. Damit zielen die Österreicher klar auf eine junge Zielgruppe.

Der geschlossene On-Ear-Kopfhörer verfügt über einen 40-Millimeter-Treiber. Die Polster lassen sich für eine platzsparende Aufbewahrung um drei Achsen drehen und klappen. In dem abnehmbaren 1,2 Meter langen Kabel sind eine Fernbedienung und ein Mikrofon integriert. Der AKG Y50 ist in den Farben Aquamarin, Gelb, Schwarz und Rot erhältlich. Preis: circa 100 Euro.

Wer es eher schlicht mag, setzt bei AKG auf den ganz in Weiß gehaltenen, aber auch teureren AKG K545 mit 50-Millimeter-Treiber. Preis: circa 219 Euro.

5. Pioneer MX9

Pioneer MX9

Pioneer hat gerade erst vier neue Kopfhörer unter dem Label Superior Clubsound vorgestellt. Das Sortiment besteht aus zwei In-Ear- sowie zwei On-Ear-Modellen. Top-Modell ist der MX9 mit 50-Millimeter-Treiber und Kabelfernbedienung mit integriertem Mikrofon für iOS- und Android-Smartphones. Technisch basiert das On-Ear-Modell auf dem DJ-Kopfhörer HDJ-2000 der Japaner.

Ins Auge fällt sofort die metallene Oberfläche des kompakten Bügels und der Ohrmuschel-Blenden. Eine gleichmäßige Gummipolsterung sorgt für festen Halt. Der MX9 wirkt in jeder der drei Farben – Kupfer, Schwarz und Silber – wie aus einem Guss. Im Lieferumfang sind eine Tragetasche, ein Adapter auf 6,3-Millimeter-Klinkenstecker sowie einer für Flugzeuge enthalten. Preis: circa 300 Euro.

6. Beyerdynamic T 51 i

Beyerdynamic T 51 i

Seit 2010 setzt Beyerdynamic auf die Vorsilbe “Tesla”, wenn es um die Vorstellung von Kopfhörern mit besonders leistungsstarken Spulen mit Neodym-Magneten im Kern geht. Der Werkstoff findet als Dauermagnet immer dort Einsatz, wo starke Dauermagnetfelder benötigt werden, etwa bei Lautsprechern und Kopfhörer. Neu im Programm des Heilbronner Audiospezialisten ist der T 51 i mit Kabelfernbedienung für iOS- und Android-Smartphones. Das Modell soll die Erfolgsgeschichte des T 50 fortsetzen, der 2011 mit dem begehrten EISA Award (European Imaging and Sound Association) ausgezeichnet wurde.

Das geschlossene On-Ear-Modell mit schlichtem Metallbügel und drehbaren Ohrmuscheln lässt sich zusammenlegen und in der mitgelieferten Nylontasche verstauen. Im Set enthalten sind auch ein Flugzeugadapter und Adapterkabel für nicht Apple-kompatible Geräte. Preis: circa 279 Euro.

7. Creative Labs Aurvana Gold

Creative Labs Aurvana Gold

Mit dem Aurvana Gold hat Creative Labs einen Allrounder im Programm, der jetzt auch noch mit dem renommierten “Red Dot Award: Product Design 2014” ausgezeichnet wurde. Der geschlossene, kabellose Over-Ear mit 40-Millimeter-Treiber und eingebautem Mikrofon verbindet sich problemlos über NFC und Bluetooth 3.0 mit dem Audiogerät und steuert die wichtigsten Funktionen über gut erreichbare Bedienelemente. Die Geräuschunterdrückung reduziert Umgebungslärm um bis zu 85 Prozent.

Praktisch: Mit der sogenannten ShareMe-Funktion kann die Musik mit einer anderen Person geteilt werden, die ebenfalls ein Creative ShareMe-fähiges kabelloses Headset, etwa das Aurvana Platinum oder das Hitz WP380 trägt.

Die Kombination von dunkelbraunem und aluminiumfarbenen Kunststoff lässt den Aurvana Gold edel wirken. Der Akku soll laut Hersteller 15 Stunden halten. Im Lieferumfang sind ein Flugzeugadapter und eine Transporttasche enthalten. Preis: circa 200 Euro.

8. Aëdle Valkyrie

Aëdle Valkyrie VK1

Der französische Hersteller Aëdle hat mit der Valkyrie-Serie zwei Kandidaten für die Ruhmeshalle des edlen Sounds vorgestellt. Die Kopfhörer VK-1 Classic Edition und VK-1 Carbon Limited Edition sind aus Lammleder, Titan und Aluminium gefertigt. Für den Sound richteten die Firmengründer Raphaël Lebas de Lacour und Baptiste Sancho ein Beratergremium bestehend aus DJs, Toningenieuren und Audiophilen ein.

Auf der technischen Seite sind die Design-Modelle mit einem kraftvollen 40-Millimeter-Treiber ausgestattet, der einen Wirkungsgrad von 129 Dezibel entfalten soll. Zur Info: Das Bewertungsportal FindTheBest listet die Koss StereoBudz mit 133 Dezibel als die lautesten Kopfhörer. Experten warnen vor einer dauerhaften Musikberieselung mit einem Schalldruck von über 85 Dezibel.

Im Lieferumfang der Valkyrie-Serie ist eine Transporttasche, ein Reise- sowie ein 6,3-Millimeter-Adapter und eine Metallplakette mit der Seriennummer enthalten. Preis: circa 390 Euro.

9. Ultrasone Pyco, TiO und iQ

Ultrasone Pyco

Ultrasone hat sich etwas Besonderes einfallen lassen, um seine drei In-Ear-Kopfhörer Pyco, TiO und iQ für Besitzer von Smartphones und Tablets noch attraktiver zu machen. Mit der Android-App Ultrasone iQ können sie ihre Kabelfernbedienung individuell konfigurieren und so den Audioplayer auf dem Mobilgerät steuern oder Anrufe entgegennehmen sowie beenden.

Alle drei Modelle des bayerischen Kopfhörer-Spezialisten verfügen über ein Mikrofon in der Fernbedienung und eignen sich als Headset für Telefonate und Skype-Gespräche. Die atmungsaktiven Earpads sollen für einen hohen Tragekomfort sorgen. Preise: Pyco, circa 169 Euro; TiO, circa 349 Euro; iQ, circa 649 Euro.

10. Bang und Olufsen Form 2i

Bang und Olufsen Form 2i

1985 gelang Bang und Olufsen mit dem Form 2 ein derart zeitloses Design, dass der Leichtkopfhörer Teil der Dauerausstellung des Museum of Modern Art in New York wurde. In diesem Jahr haben die Dänen den von Steve McGugan kreierten Klassiker neu aufgelegt und als Form 2i zusätzlich mit Mikrofon und Handy-Fernbedienung ausgestattet.

Mit einem Gewicht von nur 90 Gramm sind die technisch modernisierten Modelle angenehm zu tragen. Der Bügel lässt sich zu beiden Seiten ausziehen und auf die jeweilige Kopfgröße anpassen. Form 2i ist in sechs Farben – Blau, Grün, Weiß, Rot, Grau und Schwarz – erhältlich. Preis: circa 139 Euro.


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