"Conan Exiles" für PS4 im Test: Das beste Survival-Game für Konsolen?

Unfassbar !9
Monstren, Masken, Mutationen – das und mehr erlebt ihr in "Conan Exiles".
Monstren, Masken, Mutationen – das und mehr erlebt ihr in "Conan Exiles".(© 2018 Koch/Funcom)

Nach über einem Jahr "Early Access" auf PC und Xbox One hat es "Conan Exiles" nun als Verkaufsversion auf die PS4 geschafft. Kann das neue Spiel, in dem es im wahrsten Sinne des Wortes um euer nacktes Überleben geht, auf der meistverkauften Konsole überzeugen? Wir wagen nach rund 100 Stunden ein erstes Fazit.

Mit "Conan Exiles" hat Entwickler Funcom ein echtes Spiele-Schwergewicht im Programm. Hier erwartet euch eine gigantische Welt voller fieser Gegner – auch menschlicher Natur –sofern ihr Lust darauf habt. Dazu kommt der tägliche Kampf gegen Hunger, Durst und ein anständiges Dach über dem Kopf ist auch vonnöten. Die Freude über die stellenweise sehr gute Optik und die schier unendlichen Möglichkeiten, die euch in "Conan Exiles" geboten werden, wird aktuell allerdings noch von vielen kleinen und größeren Problemen begleitet, denen die Progammierer bis jetzt noch nicht beikommen konnten.

Erste Entscheidungen

Bevor ihr euch auf eure mysteriöse Reise in die Welt von "Conan" begebt, stehen nachhaltige Entscheidungen an: Wollt ihr auf einem PvP-, oder lieber auf einem PvE-Server spielen? Oder lieber erstmal alleine oder im kooperativen Modus mit Freunden einen eigenen Server eröffnen? Hier könnt ihr auch selber als Host agieren, dann wird eure PS4 zum Host-Server für die eingeladenen Spieler. Diese Möglichkeit ist bis jetzt noch die mit Abstand beste, denn oft sind die Server-Listen nicht erreichbar, oder euch knallt gleich euer ganzes Internet weg, wenn ihr diesen Weg wählt. Also nehmt die eigene PS4 als Server und ladet dann ganz einfach Freunde in eure Session ein. Die Gefahr, dass ihr hier mühsam zusammengeklaubten Fortschritt verliert, ist bei dieser Spielvariante mit Abstand am geringsten.

Erste Schritte

Nun findet ihr euch in der Wüste einer ausladend großen Spielwelt wieder. Euer erster Weg führt euch in nördlicher Richtung hinaus aus der brennenden Hitze in ein fruchtbares Flusstal mit sanft im Wind wiegenden Palmen und verträumten kleinen Inseln. Nachdem ihr euch den aggressiven NPC-Bewohnern mit euren ersten rudimentären Waffen entledigt habt, ist hier ein guter Platz, um eure ersten Baumaßnahmen zu starten. Euren Durst könnt ihr ganz einfach im Fluss stillen, als erste Nahrung müssen allerdings Insekten herhalten, die ihr zusammen mit Pflanzenfasern aufsammelt. Um wirklich zusammen im Koop spielen zu können, müsst ihr allerdings per Konsolenbefehl im Hauptmenü des Spiels einen Clan auf eurem Server eröffnen und eure Mitspieler in eben diesen Clan einladen (zur Spielfigur gehen und per VIERECK-Taste eine Clan-Anfrage verschicken). Überhaupt kommt mehr Spielfluss auf, wenn ihr euch – ebenfalls im Einstellungs-Menü – zum Admin macht und so einen schnellen Teleport aktivieren könnt. Da das Schnellreise-Feature erst sehr spät im Spiel nutzbar ist, überwindet ihr so erste Hürden und könnt wenigstens einen kleinen Teil der Welt schon einmal einigermaßen stressfrei erforschen.

In diesem Flusstal könnt ihr relativ ungestört eure erste Behausung errichten...(© 2018 Koch/Funcom)
... und euch nach ein paar Spielstunden über erste Erfolge und Bauwerke freuen.(© 2018 Koch/Funcom)

Erste Expeditionen

Habt ihr euch aus gefällten Bäumen und zerkloppten Steinen eine erste Behausung gebastelt, für die erste warme Mahlzeit gesorgt, seid ihr eigentlich bereit, die erste Expedition an den Start zu fahren. Am besten ihr folgt erstmal dem Fluss in Richtung Osten. Hier warten "nur" hungrige Krokodile, denen ihr mit euren Waffen aus Stein noch ganz gut eins überbraten und danach ihre Haut, ihre Knochen oder ihr Fleisch in euren Besitz bringen könnt. Bei jeder erlegten Kreatur ist es wichtig, mit welchem Werkzeug ihr ihnen nach deren Ableben zu Leibe rückt, um so verschiedene Materialien zu erhalten. Tastet euch auf eurem Weg einfach Schritt für Schritt vor und werdet Zeuge davon, wie sich die Faszination dieser wirklich absolut genial gestalteten Welt langsam in euch aufbaut. Wer Lust auf Entdeckungen und unzählige Geheimnisse in der Spielumgebung hat, der kommt bei "Conan Exiles" wirklich voll auf seine Kosten. Geht euch die Nahrung aus, seid ihr überladen oder droht ein Sandsturm aufzuziehen, nutzt ihr einfach die oben erwähnte Schnellreise, um zurück in euer Lager zu kommen und wieder alles auf Vordermann zu bringen.

In den Höhlen warten Skelette, die treu den Endboss bewachen. (Presse-Screenshot)(© 2018 Koch/Funcom)
Der "Abyssal Remnant" ist allerdings zum Glück nicht so hart, wie er aussieht. (Presse-Screenshot)(© 2018 Koch/Funcom)
Einige Lebewesen sind definitiv viel zu niedlich, um sie um die Ecke zu bringen.(© 2018 Koch/Funcom)

Erste Verbesserungen

Während ihr langsam aber sicher im Level aufsteigt könnt ihr neben Spezialfähigkeiten in verschiedenen Kategorien auch die Anzahl und Art aller Dinge verbessern, die ihr mehr oder weniger mühsam bauen könnt. Zu Beginn sind Feuerstelle, Brennofen oder der Rüstungs-Tisch unabdingbar. Später widmet ihr eure aufwändig erspielten Punkte dann echten Kochstellen, der Saftpress-Maschine und dem Kessel, mit dessen Hilfe ihr euch erste Kenntnisse in der Alchemie aneignen könnt. In "Conan Exiles" wird euch allerdings so gut wie nichts erklärt. Also forscht ihr entweder selber an neuen Rezepten oder ihr stattet einfach einem der vielen Wikis im Internet einen Besuch ab. Klar, die Baumaßnahmen nehmen den wohl größten Teil eurer Spielzeit in Anspruch, aber wer Survial-Spiele kennt und mag, erlebt hier mit eines der komplexesten Systeme, die es bis jetzt zu sehen gab.

So schwer gerüstet lässt sich die Welt schon besser erforschen, für viele Sammelgegenstände bleibt dann allerdings kaum mehr Platz.(© 2018 Koch/Funcom)
Für das Kaliber eines Eisriesen reicht die obigen Ausrüstung allerdings noch lange nicht. (Presse-Screenshot)(© 2018 Koch/Funcom)

Erster Frust

Die gigantische Spielwelt und die schier unglaubliche Vielzahl an Möglichkeiten bringt aber zahlreiche Probleme mit sich, mit der die PS4-Version noch zu kämpfen hat: Ruckeleinlagen der herben Sorte sind hier an der Tagesordnung, Gegner ploppen ins Bild, Geräusche beim Kampf sind verzögert oder gar nicht zu hören, eure Waffen verletzen die Gegner nicht auf Anhieb oder ihr könnt bestimmte Rüstungsteile nicht reparieren. Das ist stellenweise extrem nervig und es wundert nicht, dass in den Foren des Herstellers viele Spieler ihrem Unmut freien Lauf lassen. Da muss auf jeden Fall noch nachgebessert werden. Selbst auf der PS4 Pro (und auf der Spiele-Verpackung ist zu lesen, dass das Spiel extra für die Deluxe-Variante der Daddelkiste aufgebohrt wurde) ruckelt sich das Spiel stellenweise einen ab, dass es nicht mehr feierlich ist. Dennoch ist uns "Conan Exiles" in unserer rund 100 stündigen 2-Spieler-Koop-Test-Session kein einziges mal eingefroren oder anderweitig abgeschmiert. Aber das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Entwickler hier schnell massiv nachbessern muss, damit sich die Spieler nicht frustriert ab- und neuen Spielen zuwenden.

Dem ob eurer lahmen Ausrüstung zu Beginn noch tödlichen Sandsturm, könnt ihr per Schnellreise entkommen – oder eine rettende Höhle finden.(© 2018 Koch/Funcom)

Erstes Fazit: Da muss nochmal jemand ran!

Ist "Conan Exiles" das beste Survival-Spiel für die Sony-Konsole? Das kann man schon jetzt mit einem klaren "Ja" beantworten. "Ark", "7Days" oder "H1Z1" sehen was Spielwelt und Mechaniken angeht, absolut keinen Stich gegen das, was "Conan" euch bietet. Mit Abstand am meisten begeistert waren wir von der wirklich toll gestalteten, riesigen und extrem abwechslungsreichen Spielwelt, bei der ihr euch wirklich wie ein richtiger Entdecker vorkommt –in diesem Punkt kann selbst "Skyrim" nur sehr mühsam mithalten. Dazu gibt es eine unfassbar große Zahl der verschiedenartigsten Gegner – und die Bosse sind auch sehr gut gelungen, wenn sie mal nicht im Boden feststecken oder urplötzlich einen Meter vor eurer Nase auftauchen. Auch das vielzitierte Crafting ist absolut superb und tiefschürfend, sofern es dann auch alles reibungslos funktioniert. Würden wir jetzt eine Wertung vergeben, würde das dem Spiel nicht gerecht. Es könnte eine "9" für die oben erwähnten Dinge sein, eine "4" wäre aufgrund zahlreicher Probleme aber ebenso gerechtfertigt. Wir hatten auf jeden Fall sehr großen Spaß, auch wenn wir oft am liebsten ins Gamepad gebissen hätten. Fest steht: Wenn es dem Entwickler gelingt, hier noch entscheidend nachzubessern, dann könnte "Conan Exiles" noch der ganz große Wurf werden. Wir zocken auf jeden Fall weiter und informieren euch über hoffentlich bald eintreffende Patches.

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