Galaxy Note 10+ im Test: Das Smartphone mit unendlichen Möglichkeiten

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Das Galaxy Note 10+ im Test: Ein Power-Smartphone.
Das Galaxy Note 10+ im Test: Ein Power-Smartphone.(© 2019 CURVED)

Es ist groß, absolut leistungsstark und hat einen smarten Stift: Mit dem neuen Flaggschiff verspricht Samsung ein Power-Smartphone, mit dem ihr jede Menge anstellen könnt. Doch was genau? Und wie nützlich sind die ganzen Funktionen? Das Galaxy Note 10+ im Test.

Schon lange vor dem Galaxy Unpacked Event am 7. August habe ich mich gefreut wie ein Honigkuchenpferd: Gerüchten zufolge sollte immerhin das neue Galaxy Note 10 vorgestellt werden und ich würde es tatsächlich in die Hände bekommen. Warum ich so gespannt darauf war? Die bis dahin gestreuten Infos waren vielversprechend: eine Menge Power, ein großes, wunderschönes Display und neue Funktionen für den S Pen.

Und dann war es so weit: Beim ersten Hands-On konnte ich sowohl das Note 10 als auch das Note 10+ in die Hand nehmen und erste Funktionen testen. Denn im Gegensatz zum Note 9 gibt es jetzt zwei Versionen. Direkt habe ich Lust auf mehr bekommen! Und das – so viel sei an der Stelle schon mal gesagt – hat sich während des Tests nicht geändert.

Das erste Auspacken des Galaxy Note 10+: Was für ein Gefühl!

Ich kannte das Smartphone bisher nur ausgepackt und fertig eingerichtet. Jetzt konnte ich es aus seiner Verpackung befreien – und selbst das ist eine eindrucksvolle Angelegenheit. Der schwarze Karton trägt nichts als einen dezenten Schriftzug "Note10+", darüber schwebt der S Pen, in meinem Fall in blauer Farbe. Das Note 10+ lächelt mich an, darunter befinden sich die AKG-Kopfhörer mit USB-C-Anschluss (der Klinkenanschluss ist passé), Netzteil, Ersatzspitzen für den S Pen und USB-Adapter.

Doch nicht nur die Verpackung wirkt edel, das Note 10+ ist einfach formvollendet. Das Display sitzt in einem wertigen Metallgerüst, die sanft abfallenden Kanten an den Seiten gehen nahezu nahtlos in die Kunststoff-Rückseite über. Der S Pen kommt mir mit einem sanften Druck entgegen und gleitet aus seiner Aussparung. Der erste Eindruck vom Hands-On hat sich nicht nur bestätigt, sondern verstärkt.

Die Rückseite in der Farbe "Aura Glow" beeindruckt mit schillernden Farbspielen – jedoch trüben Fingerabdrücke das Spektakel, die dafür aber auch schnell und streifenfrei mit dem Shirt weggewischt sind. Aber ich bin ja eh ein Fan von Etuis in Buchform, in denen ich noch EC-Karte oder Ähnliches unterbringen kann.

Die ersten Schritte mit dem Galaxy Note 10+ im Test

Zunächst: Netzteil raus, Smartphone aufladen. Das Note 10+ zeigt mir an, wie lange es noch braucht, um komplett aufgeladen zu sein. Fertig eingerichtet und angeschaltet, mit aktiviertem WLAN, Bluetooth und anderen akkuzehrenden Funktionen braucht es bei einem Stand von 30 Prozent noch 57 Minuten.

Klar, ich als Android-Kind habe keine Schwierigkeiten, das Smartphone einzurichten. Mein Google-Konto ist auf Stand, unnötige Apps und der Startbildschirm schnell aufgeräumt. Beim Note 10+ ist es übrigens kein Problem, die "Bixby-Taste" unter den Lautstärketasten an der Seite mit einer anderen Funktion zu belegen, in meinem Fall die Ausschalten-Optionen. Dann richte ich noch Entsperrcode, Ultraschall-Fingerabdrucksensor und Gesichtserkennung ein.

Einrichtung abgeschlossen – jetzt kommt der Alltag

Die ersten Schritte sind getan und jetzt geht es los. So richtig konnte ich mich an die Position des Fingerabdrucksensors, der im Display verbaut ist, nicht gewöhnen, deswegen nutze ich schnell nur noch die Gesichtserkennung. Die funktioniert übrigens sogar mit meiner Brille – aber nicht, wenn ich meine Haare und Stirn mit einem Heft abdecke oder eine zu starke Grimasse ziehe.

Da ich gerne Screenshots mache, habe ich auch dafür die Geste schnell erlernt: Einfach mit der Handkante von rechts nach links über den Screen fahren. Alternativ genügt ein kurzer Druck auf die "Leiser"-Taste und den "Side Key" (also die "Bildschirm sperren"-Taste).

Dann geht es los mit dem zentralen Charakteristikum der Note-Reihe: dem S Pen. Nach dem Herausziehen des Stylus öffnet sich ein kleines, kreisrundes Symbol mit dem Stift-Icon am Rand des Displays, mit einem Tipp des S Pen darauf öffnet sich das Optionsmenü. Und damit habe ich Stunden verbracht.

S Pen Features: Alles nur Spielerei?

Egal ob der Bildschirm an- oder ausgeschaltet ist: Notizen mit dem S Pen kann ich immer machen. Das fühlt sich natürlich an, zudem kann ich aus verschiedenen Stiften und Farben wählen oder mein handgeschriebenes Gekrakel in Druck-Lettern konvertieren lassen. Und das klappt übrigens auch live bei WhatsApp und Co., auch wenn das Note 10+ einige meiner Buchstaben noch lernen muss. Trotz Pen-Spaß  – tippe ich im Messenger oder beim Einkaufszettel schreiben einfach schneller. Dennoch war es schön, tatsächlich mal wieder handschriftlich zu arbeiten.

Faszinierend sind auch die Möglichkeiten, Augmented Reality Zeichnungen anzufertigen und Bilder zu beschriften oder zu bemalen und das aufzuzeichnen. Daraus werden schnell tolle GIFs oder nette Clips für Facebook, Instagram und Co. – aber auch animierte Grafiken für eine Präsentation sind damit schnell gemacht. Immerhin lassen sich auch Screenshots mit dem S Pen markieren und so bestimmte Elemente hervorheben oder kommentieren.

Mit der neuen Gestensteuerung des S Pen lassen sich in der Kamera-App des Smartphones die Modi durchschalten, Haupt- und Selfie-Kamera wechseln und zoomen. Doch so richtig ist der Funke zwischen neuen S Pen Funktionen und mir noch nicht übergesprungen. Fest steht: Das ganze birgt mächtig Potenzial und bei der starken Leistung des Galaxy Note 10+ können wir in Zukunft sicher noch weitere spannende Apps und Features erwarten.

Einen Einblick gibt zum Beispiel Bixby Vision. Mit der App könnt ihr eure Wohnung virtuell neu einrichten. Ihr wollt ein neues Sofa kaufen und wisst nicht so richtig, ob das in die Nische passt? Kein Problem! Einfach Raum abscannen, Produkt auswählen und platzieren. Aber auch hier gibt es noch Luft nach oben, die Platzierung gestaltet sich bei mir etwas umständlich und oft schwebt das Möbelstück in der Luft.

Übrigens: Lasst ihr den S Pen irgendwo liegen, bekommt ihr eine Warnung des Smartphones, wenn ihr euch zu weit entfernt.

Galaxy Note 10+ im Test: Was für ein Arbeitstier

Noch einmal zurück zu Verbindungsmöglichkeiten des Note 10+ und anderen Geräten. Koppelt ihr euer Smartphone mit dem USB-C-Kabel, könnt ihr das Device mit dem Saft eures Note 10+ versorgen: Wir haben mal einen Mac angeschlossen und in den Einstellungen des Smartphones angegeben, dass es das andere Gerät laden soll, anstelle selbst Energie zu ziehen.

Daneben könnt ihr per Samsung DeX eine Art Desktop-PC-Benutzeroberfläche auf eurem Notebook oder PC simulieren, über welche ihr auf euer Note 10+ zugreifen könnt. Ziemlich praktisch zum Bilder anschauen, Dateien organisieren oder austauschen! Dabei könnt ihr das Note 10+ wie gewohnt nutzen.

Aber auch bei Präsentationen kann die Funktion hilfreich sein, wenn ihr euer Smartphone an einen kompatiblen Bildschirm anschließt und mithilfe des Note 10+ durch die Vorstellung führt. Seid ihr künstlerisch unterwegs, könnt ihr mit dem Smartphone an bestimmte Detailbereiche eines Motivs heranzoomen und diese bearbeiten, während ihr das große Ganze auf dem Bildschirm im Blick behaltet.

Starke Kamera mit unzähligen Funktionen

Auch bei der Kamera zeigt sich, was das Galaxy Note 10+ alles für Potentiale hat. Es punktet nicht nur mit einem Quad-Kamera-Setup mit Tele-, Weitwinkel-, Ultra-Weitwinkelobjektiv (12 MP + 16 MP + 12 MP) und 3D-Tiefenkamera. Es kommt auch mit Features wie dem von Samsung bekannt starken Nachtmodus, einem Bildstabilisator für Videos, einem Live-Fokus für Videos (also Bokeh-Effekt) und netten Features wie Essen- oder Instagram-Modus.

Bei Videoaufnahmen gefällt mir ein Feature richtig gut: Das Zoom-In-Mic. Nehmt ihr ein Video auf, bei dem es auf den Sound ankommt, könnt ihr an das Ziel heranzoomen, das Mikro verstärkt den Ton, den das aufgenommene Objekt von sich gibt - in folgendem Fall den Sound der Gitarre, in deren Saiten Kollege Andy greift.

Die Selfie-Kamera, die in zentraler Position am oberen Bildschirmrand in einem Loch im Display untergebracht ist, stört in keinem Moment – das liegt auch daran, dass bei Fullscreen-Apps wie Games der schmale Streifen einfach schwarz bleibt. Danke, Samsung, beim Galaxy S10 hatte ich das noch kritisiert.

Leistung ohne Ende

Das große 6,7 Zoll-Display überzeugt mich ab der ersten Sekunde. Das 19:9-Format ist riesig, aber auch riesig gut, die Auflösung mit 2.280 x 1.080 Pixeln und einer Pixeldichte von 401 ppi lässt keine Wünsche offen. Der Akku mit ebenfalls starken 4.300 mAh hält bei normaler Nutzung über einen Tag durch. Nach einer ausgiebigen Session "Harry Potter: Wizards Unite" ist allerdings nach einem halben Tag Schluss.

Mein Note 10+ hat sage und schreibe 12 Gigabyte RAM – das ist absoluter Spitzenwert. Und bei 256 Gigabyte internem Speicher brauche ich so schnell auch keine microSD-Karte und kann stattdessen eine zweite SIM-Karte platzieren. Das macht besonders beim Galaxy Note Sinn, da es sich absolut als Arbeitshandy eignet und ihr so eure berufliche Nummer auch mit dem Gerät nutzen könnt. Übrigens: Die Möglichkeit, den Speicher zu erweitern, ist der Plus-Version vorbehalten.

Das Samsung Galaxy Note 10+ ist im Test mein Held, weil …

… es einfach enormes Potenzial und die technischen Voraussetzungen hat, um sich in den nächsten Wochen und Monaten noch gehörig weiterzuentwickeln. Samsung hat in das neue Flaggschiff so ziemlich alles reingepackt, was ihr euch an aktueller Technik vorstellen könnt, sowohl bei Hardware als auch bei Software. Natürlich gibt es bei den einzelnen Punkten Luft nach oben – aber da werden Samsung und andere App-Entwickler in nächster Zeit sicher noch einiges liefern.


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