Gigaset QV1030 und QV830 im Test: Android-Doppelpack

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Das QV830 ist das kleinere der zwei Tablets von Gigaset und verfügt über die deutlich schlechtere Ausstattung.
Das QV830 ist das kleinere der zwei Tablets von Gigaset und verfügt über die deutlich schlechtere Ausstattung.(© 2014 CURVED)

Beim Namen Gigaset geht der erste Gedanke meist in Richtung schnurlose Festnetztelefone. Doch die ehemalige Telefonsparte von Siemens steht inzwischen auf eigenen Füßen und hat mit dem QV1030 und dem QV830 zwei Android-Tablets im Angebot. Sie unterscheiden sich nicht nur bei der Displaygröße, sondern auch bei der Hardware-Ausstattung. Die Software ist dagegen nahezu identisch.

Gigaset QV1030: Vorzeige-Tablet mit kleinen Macken

Beim QV1030 schöpft Gigaset aus den Vollen und spendiert dem Tablet ein 10,1 Zoll großes Display mit einer hohen Auflösung von 2560 x 1600 Pixeln, die für ein gestochen scharfes Bild sorgen. Der Touchscreen reagiert ohne Verzögerungen auf Eingaben, die Farben wirken jedoch etwas blass, und die Helligkeit könnte insgesamt etwas höher sein. Der Bildschirm ist komplett von einem breiten Rand umgeben, so dass Ihr nicht Gefahr lauft, beim Festhalten ungewollt auf das Display zu kommen.

Die Hardware-Ausstattung des QV1030 kann sich ebenfalls sehen lassen: sowohl das Betriebssystem als auch rechenintensive Anwendungen laufen flüssig. Gigaset setzt auf Nvidias Tegra 4-Chipsatz mit vier Rechenkernen und einer Taktfrequenz von 1,8 GHz, der auch im Toshiba Excite Pro oder dem Tegra Note 7 von Evga steckt.

Ihm zur Seite stehen zwei GB Arbeitsspeicher. Die einzige spürbare und störende Verzögerung tritt auf, wenn Ihr das Tablet aus dem Standby-Modus holen wollt. Nach dem Druck auf dem Einschaltknopf dauert es zwei bis drei Sekunden, bis das Display mit dem Sperrbildschirm erleuchtet. Bei fast allen anderen Tablets und Smartphones geht dies deutlich schneller.

Vom 16 GB großen internen Speicher stehen knapp 10 GB für Eure Daten zur Verfügung. Reicht die Speicherkapazität nicht aus, könnt Ihr sie mit einer microSD-Karte erweitern. Damit kommen wir zur Verarbeitungsqualität des QV1030, denn die Abdeckung über dem Kartenschacht steht im geschlossen Zustand spür- und erkennbar über, was den eigentlich positiven Eindruck der Metallrückseite des Tablets trübt. Dazu gesellt sich noch ein Micro-USB-Anschluss, bei dem Ihr den Stecker sehr vorsichtig und vor allem genau einführen müsst, um ihn anzuschließen, ohne Schäden zu verursachen.

Die Kamera auf der Rückseite liefert Bilder mit einer Auflösung von acht Megapixeln, die aus der breiten Masse an Smartphone- und Tablet-Fotos weder negativ noch positiv hervorstechen. Bei schlechten Lichtverhältnissen steht ihr ein Dual-LED-Blitzlicht zur Seite. Die Frontkamera für Videochats und Selfies liefert eine Auflösung von 1,2 Megapixeln. Der Akku mit eine Kapazität von 9000 mAh sorgt dafür, dass Ihr gut mit dem QV1030 über den Tag kommt, wenn Ihr es mit der Nutzung nicht übertreibt - die ganze Zeit Spielen geht ohne Stromversorgung zum Beispiel nicht.

Gigaset QV830: Vernachlässigter kleiner Bruder

Beim QV830 setzt Gigaset auf einen acht Zoll großen Bildschirm, spart aber an der falschen Stelle. Die Auflösung von 768 x 1024 Pixeln sowie nur 262.000 anstatt der üblichen 16 Millionen Farben fallen bei der Nutzung auf. Das Display erscheint pixelig – sowohl bei Texten als auch bei Spielen. Ärgerlich ist, dass Ihr die Helligkeit nur manuell anpassen und euch nicht auf eine Automatik verlassen könnt.

Die Rückseite des QV830 besteht aus Metall und lässt das Tablet edel wirken. Dieser positive Eindruck geht allerdings verloren, wenn man sich Ober- und Unterkante anschaut. Hier dominiert schlecht verarbeiteter Kunststoff. Zudem sitzen alle Tasten und Anschlüsse am oberen Rand, was bei einem Tablet dieser Größe ungewohnt ist. An den Micro-USB-Anschluss bekommt Ihr nur ein Kabel angeschlossen.

Dabei ist es notwendig, den acht GB großen internen Speicher - von dem Euch nur knapp vier GB zur Verfügung stehen - mit einer Speicherkarte zu erweitern. Der mit 1,2 GHz getaktete Quad-Core-Prozessor und der ein GB große Arbeitsspeicher sorgen dafür, dass selbst aktuelle Spiele wie Asphalt 8 flüssig laufen, wenn auch mit etwas längeren Ladezeiten zwischen den Rennen. Die Kameras liefern Fotos mit fünf Megapixeln auf der Rückseite und Selfies mit 1,2 Megapixeln Auflösung auf der Vorderseite. Sie sind kein besonders Argument für oder gegen das Tablet.

Android in Reinform

Gigaset installiert auf dem QV1030 und dem QV830 die etwas veraltete Android-Version 4.2.2 Jelly Bean. Ein Update auf Android 4.4.2 KitKat ist nicht angekündigt. Bei beiden Tablets verzichtet der Hersteller fast komplett auf eigene Apps und eine Modifizierung der Nutzeroberfläche. Euch erwartet fast das gleiche native Android wie auf den Nexus-Geräten von Google selbst. Nur die Soundeffekt-Optimierung und der ES Datei Explorer sind hinzugekommen.

Fazit: Zwei ungleiche Brüder

Während das Gigaset QV1030 nur wenig Anlass zu Kritik bietet und mit einer ordentlichen Ausstattung daher kommt, müsst Ihr beim QV830 zu Kompromissen bereit sein. Diese betreffen allerdings nicht nur die für die meisten Anwendungen ausreichende Hardware, sondern auch die Verarbeitung und Darstellungsqualität. Bei der Software müsst Ihr keine Unmengen an vorinstallierten Apps erdulden, erhaltet aber auch nicht die neueste Android-Version. Beide Tablets sind bereits erhältlich. Die unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers liegt bei 369 Euro für das QV1030 und 169 Euro für das QV830.


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