Jawbone Up Move im Test: Die Verpackung ist Nebensache

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Der Jawbone Up Move zählt auch beim Golf Spielen die Schritte.
Der Jawbone Up Move zählt auch beim Golf Spielen die Schritte.(© 2015 CURVED)

Der Up Move ist Jawbones günstiger Fitnesstracker für 50 Euro, bietet aber die gleichen Funktionen wie der doppelt so teure Jawbone Up24. Außerdem müsst Ihr den neuen nicht zwangsläufig am Handgelenk tragen, sondern könnt ihn auch mit einem Clip an der Kleidung befestigen.

Dass der Jawbone Up Move günstig ist, war mir schon bekannt. 50 Euro kostet der Fitnesstracker und steht in fünf verschiedenen Varianten zur Auswahl. Als ich das Wearable aus seiner Packung holte, war ich allerdings enttäuscht. In der Realität sieht der Up Move bei weitem nicht so schön aus, wie auf den Bildern des Herstellers. Dass die bei allen Firmen geschönt sind, ist kein Geheimnis, aber hier finde ich den Unterschied schon gewaltig und erwähnenswert. Aber die Optik ist ja bei einem Fitnesstracker nicht das Wichtigste...

Gummi-Armband mit Technik-Herz zum Herausnehmen

Dass man bei einem Fitnesstracker für 50 Euro an Design und Verarbeitung nicht die gleichen Ansprüche stellen kann wie an ein doppelt so teureres Wearable hat schon der Test des Misfit Flash gezeigt. Beim Up Move folgt Jawbone dem gleichen Prinzip. Die Technik steckt in einem kleinen Gehäuse, das Ihr wahlweise in einem Armband oder einem Clip an der Kleidung tragen könnt.

Das Armband und der Clip bestehen nach Angaben von Jawbone aus "medizinisch unbedenklichem TPU-Gummi". Im Clip befindet sich eine Metallspange, mit der Ihr ihn an die Kleidung klemmt. Das Armband ist dagegen komplett weich und legt sich angenehm um das Handgelenk. Der Verschluss irritiert im ersten Moment: Ich fragte mich, wie der den halten soll?

Nach mehreren Tagen, kann ich aber bestätigen, dass er nicht ungewollt aufgeht. Als unnötig kompliziert erweist sich allerdings der Wechsel des Up Move zwischen Armband und Clip: Bei Letzterem ist die Ummantelung sehr eng und unflexibel, so dass sich der Tracker nur mit viel Fingerspitzengefühl einlegen und wieder entnehmen lässt. Beim Armband geht das Einlegen und Herausnehmen deutlich schneller, dafür muss man sehr genau arbeiten, damit alles an der vorgesehenen Stelle sitzt.

Der Up Move ist spritzwassergeschützt. Das bedeutet, Ihr könnt ihn beim Händewaschen anlassen und auch bei Regen mit ihm laufen gehen, aber vor dem Schwimmen müsst Ihr ihn abnehmen. Die Vorderseite des Wearable lässt sich zur Bedienung ein klein wenig und deutlich spürbar eindrücken.

So aktiviert Ihr nicht nur die zwölf LED, die über die Uhrzeit und den bereits erreichten Anteil des Tagesziels informieren. Um den Schlafmodus zu aktivieren - und ganz wichtig: morgens auch wieder zu deaktivieren - haltet Ihr die Taste gedrückt, bis das Schlafsymbol oder eben das Bewegungssymbol blinken. Um eine Aktivität mit der Stoppuhr aufzuzeichnen, drückt man die Taste zwei Mal und hält sie nach dem zweiten Mal gedrückt. Beide Funktionen könnt Ihr auch über die App steuern.

Jawbone verbaut erstmals in einem seiner Fitnesstracker keinen Akku, sondern Ihr könnt das Gehäuse öffnen und eine Knopfzelle einlegen. Diese soll das Wearable bis zu sechs Monate lang mit Strom versorgen, bevor sie in weniger als einer Minute ausgewechselt ist. Aus meiner Erfahrung mit dem Misfit Shine, das als erster Fitnesstracker mit einer Batterie funktionierte, kann ich Euch berichten, dass eine Knopfzelle in einem solchen Gerät eine realistische Laufzeit von vier bis fünf Monaten hat.

Teilt sich eine App mit den teuren Fitnesstrackern

Der Up Move nutzt die gleiche App "Up", die auch die teureren Geräte von Jawbone, wie das Up24 oder das neue Jawbone Up3, verwenden. Im Zentrum der App steht der Startbildschirm, der mit zwei Balken darüber informiert, wie viel Prozent der anvisierten Stunden Ihr in der letzten Nacht geschlafen habt und welchen Anteil des Tagesziels an Schritten Ihr bereits gegangen seid.

Mit einem Klick auf einen der Balken gelangt man in eine Detailansicht und erfährt unter anderem seine aktive Zeit, die verbrannten Kalorien oder wie lange der gesunde und der leichte Schlaf betragen haben und wie lange man zum Einschlafen brauchte. Mit der App kann man auch seine Nahrungsaufnahme tracken, aber mir ist die Auswahl der Lebensmittel trotz einer umfangreichen Datenbank noch zu aufwendig - oder meine Ernährung ist zu kompliziert.

Was natürlich nicht fehlen darf, ist die Verwaltung zum Up Move, in der Ihr den Fitnesstracker auch kalibrieren könnt. So kann die App anhand Eurer Schrittlänge die von Euch zurückgelegte Strecke noch präziser berechnen. Die angebotene Ortungsfunktion überzeugt mich dagegen nicht, denn an dem angezeigten Ort war ich vor einer Minute mit Sicherheit nicht - und mit dem Wearable von Jawbone noch gar nicht. Der Datenaustausch zwischen Up Move und der App erfolgt über Bluetooth.

Natürlich will die App wissen, wie schwer und alt Ihr seid. Im Menü legt Ihr Eure Ziele fest und könnt Trends für die vergangenen Tage, Wochen und Monate betrachten. Da es sich zusammen mit anderen leichter trainiert, könnt Ihr andere Jawbone-Nutzer zu Eurem Team hinzufügen und die App auch mit anderen Anwendungen verknüpfen, um Daten auszutauschen. Einschränkungen beim Funktionsumfang der Up-App im Vergleich zu den teureren Fitnesstrackern von Jawbone habe ich nicht entdeckt.

Zählt nicht immer genau, liefert am Ende aber ein gutes Ergebnis

Optisch wäre der Jawbone Up Move zwar nicht meine erste Wahl, aber in Sachen Genauigkeit beim Schrittezählen, gibt er keinen Grund für Beschwerden. Bei 1000 selbst gezählten Schritten kommt er auf 1005. Eine Abweichung von 0,5 Prozent, die völlig im Toleranzrahmen liegt und bei den pro Tag empfohlenen Schritten einen Unterschied von 50 Schritten bedeutet. Nur die Schwankungen bei den 100er-Blöcken dürften ruhig noch etwas kleiner ausfallen.

So genau zählt der Jawbone Up Move | Create infographics

Ein Fitnesstracker für den Undercover-Einsatz

Das kleine Gehäuse zum Herausnehmen und die verschiedenen Halterungen sowie die Info-Leuchtdioden auf der Vorderseite: Es gibt ein paar Dinge, die mich beim Jawbone Up Move an den Misfit Shine erinnern. Aber der günstige Fitnesstracker kann mit dem teuren Wearable vor allem in Sachen Design und Verarbeitung nicht mithalten. Dafür zählt er genauer und hat auch die optisch ansprechendere App mit deutlich mehr Funktionen im Angebot.

Wer für seinen Fitnesstracker nicht viel Geld ausgeben will und beim Design nicht so hohe Ansprüche hat, zum Beispiel, weil das Wearable fast nur verdeckt getragen wird, ist beim Jawbone Up Move richtig und kann die 50 Euro ohne schlechtes Gewissen investieren. Alle, die dagegen ihren Schrittzähler auch vorzeigen wollen, sollten lieber ein paar Euro mehr in de Hand nehmen...


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