Lenovo Yoga Book C930 im Test: das Doppel-Display-Notebook im Hands-on

Wie wandelbar ist das denn? Das Yoga Book C930 kommt ohne Tastatur. Stattdessen verbaut Lenovo ein zweites Display, das Keyboard, Zeichenblock und eBook-Reader in einem ist. Ein Hands-on.

Lenovo hat es wieder getan. 2016 hat der Hersteller das ursprüngliche Yoga Book vorgestellt, eine Art Notebook, das statt mit einer Tastatur mit einem zweiten Display kam. Damals war die Funktionalität aber noch eingeschränkt. Nutzer konnten sich nur entscheiden, ob sie Tasten einblenden oder die Fläche als überdimensionales Zeichenpad benutzen wollten. 2018 hat Lenovo diese Idee konsequent weiterentwickelt. Der eingeschränkte Bildschirm ist einem E-Ink-Display gewichen, das man so eigentlich nur von E-Book-Lesegeräten wie dem Amazon Kindle kennt.

Ein zweites Display mit vielen Möglichkeiten

Das erweitertert den Funktionsumfang enorm: Es kann nicht nur eine Tastatur einblenden, ihr könnt auch das Layout anpassen. Schreibt ihr lieber auf einem Keyboard mit deutschem oder US-Design? Beim Yoga Book C930 geht beides und noch viel mehr. Auch japanische oder chinesische Schriftzeichen sind möglich, wenn man es darauf anlegt. Die wichtigste Frage ist aber: Wie schreibt es sich eigentlich auf so einem E-Ink-Display? Die Antwort: Erstaunlich gut. Der Bildschirm setzt Eingaben sofort um, simuliert das Drücken der Tasten durch kleine Animationen und gibt auf Wunsch bei jedem Tastenanschlag ein haptisches Feedback in Form von Vibrationen.

Klar: Romane wird man darauf wahrscheinlich nicht schreiben, schließlich erfordert es einige Übung, die richtigen Tasten blind zu treffen, ohne sie erfühlen zu können. Um unterwegs schnell eine Mail zu schreiben oder ein Word-Dokument zu überarbeiten, dürfte es aber reichen.

Alternativ könnt ihr Notizen handschriftlich festhalten. Dann verwandelt sich die Tastatur in einen Zeichenblock, auf dem ihr mit Hilfe eines Stylus schreibt. Diese Notizen lassen sich ganz einfach in Word übertragen und abspeichern. Das klappte am Messestand schon ganz schön gut. Im dritten Modus wird die vermeintliche Tastatur zum eBook-Reader, der digitale Bücher vom Speicher des Yoga Books öffnen kann. Ein Vorteil ist hier die Full-HD-Auflösung des Bildschirms, der Inhalte scharf darstellt.

Das Design ist immer noch top

Wandelbar ist aber nicht nur das E-Ink-Display, sondern das komplette Yoga Book. Durch das spezielle Gelenk, das beide Bildschirme miteinander verbindet, könnt ihr das Notebook auch als Tablet nutzen, in dem ihr das Farbdisplay komplett umklappt, oder es im sogenannten Zelt-Modus zum Ansehen von Filmen und Serien verwenden. Daher auch der Name Yoga. Dazu kommt die tolle Verarbeitungsqualität. Das Gehäuse fühlt sich im geschlossenen Zustand super an, durch das geringe Gewicht (775) Gramm und die flache Bauweise (9 Millimeter Dicke), hat man nicht das Gefühl, dass man ein Notebook mit sich herumträgt.

Auch der Rest stimmt: Der 10,8 Zoll große Touchscreen löst mit 2560 x 1600 Pixeln auf, bietet also ein scharfes Bild, dazu kommen tolle Farben. Der Akku hält laut Lenovo bis zu neun Stunden durch. Die Rechenarbeit übernimmt je nach Ausstattung ein „Core m3“- oder ein „Core i5“-Prozessor, dazu gibt es vier Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher und bis zu 256 GB Datenspeicher, der sich der microSD-Karte um bis zu 512 GB erweitern lässt. Außerdem bekommt ihr das Yoga Book optional mit einem SIM-Kartenschacht, damit ihr auch unterwegs online arbeiten könnt. Als Betriebssystem installiert Lenovo Windows 10. Eine Variante mit Android gibt es diesmal nicht.

Zum Schluss noch eine nette Kleinigkeit: Im geschlossenen Zustand könnt ihr das Yoga Book öffnen, indem ihr zweimal auf den Deckel klopft. Der springt dann auf. Ideal, wenn man gerade nicht beide Hände zur Verfügung hat.

Vorläufiges Fazit

Erneut ist Lenovo ein Überraschungs-Hit gelungen. Das Yoga Book C930 begeistert durch den völlig neuen Ansatz, die variable Tastatur und das schicke Design. Für mich ist das Gerät eines der Highlights der IFA 2018. Lediglich der Preis ist ein Dämpfer. So viele neue Ideen lässt sich Lenovo mit einem Startpreis von 999 Euro fürstlich bezahlen. Ich freue mich dennoch auf den Test.


Weitere Artikel zum Thema
Samsung verkauft Mini-Sonnen­bank für Smart­pho­nes
Francis Lido
Samsungs Mini-Sonnenbank desinfiziert nicht nur Smartphones
Samsung bietet eine Ladebox an, die euer Smartphone mittels UV-Licht desinfiziert. Ob das auch gegen das Corona-Virus hilft?
Xbox-Series-X-Release: Wann ihr sie vorbe­stel­len, kaufen und spie­len könnt
Guido Karsten
UPDATEHer damit5Xbox Series X
Erscheint die Xbox Series X noch vor der PS5 und liegt ihr Preis womöglich deutlich niedriger? Wir bieten einen Überblick über die aktuellen Gerüchte.
Mein 5G Podcast: Wie das Mobil­fun­knetz unse­ren Wäldern helfen kann
Guido Karsten
Mit 5G-Sensornetzwerken könnten Förster bei ihrer Arbeit auf Echtzeitdaten zum Status der Wälder zurückgreifen.
Neue Folge des Telefónica-Podcasts Mein G: Dr. Friedrich Förstner vom Startup foldAI erklärt im Interview, wie 5G sogar unseren Wäldern helfen kann.