Marshall Woburn und Acton im Test: Tolle, teure Töner

Wer kennt Marshall eigentlich nicht? In unzähligen Kellern, in Proberäumen und auch auf zahlreichen Bühnen stehen Verstärker mit dem Schriftzug der Firma herum. Aber bis vor kurzem musste man noch ein Gitarrist sein – oder zumindest den Drang haben, einer zu werden – um sich ein solches Gerät anzuschaffen. Jetzt gibt es aber eine ganze Serie an Lautsprechern des Herstellers, die Ihr für Euer Smartphone oder Tablet nutzen könnt. Wir haben uns den kleinsten, den Acton, und den größten, den Woburn, in die Redaktion kommen lassen und sie für Euch getestet.

Musik über die Lautsprecher eines Smartphones oder Tablets zu genießen, ist nicht möglich. Die kleinen integrierten Lautsprecher sind schon bei geringer Lautstärke komplett überfordert, sodass man sich schnellstmöglich wirklich gute Lautsprecher anschaffen möchte. Am besten soll die Klangmaschine dann nicht nur einen guten Ton herausgeben, sondern auch noch schick aussehen. Der Acton und sein größerer Bruder Woburn sehen schon mal cool aus – und sie sollen auch noch verdammt gut klingen.

Design und Verarbeitung: zeitlos schön, aber nicht jedermanns Geschmack

Natürlich müssen Lautsprecher von Marshall auch wie die bekannten Verstärker der Marke aussehen. Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass der Hersteller seinen Produkten den Einheits-Look der Company aufdrückt. Den meisten wird das gefallen, zumindest denjenigen, die mit dem Design der Marshalls Erinnerungen verbinden. Die jüngere (Beats-)Generation wird der Retro-Look mit Bestimmtheit nicht direkt ansprechen. Das eckige, mit Vinyl überzogene Äußere und der klassische Lautsprecher-Grill mit goldenem Logo sehen vollkommen anders aus als zum Beispiel ein Beats Pill.

Auch die Bedienelemente sind in Anlehnung an die klassischen Verstärker und mit Liebe zum Detail kreiert worden. Per Kippschalter werden die beiden Lautsprecher stilecht eingeschaltet – und genauso stilecht lassen sich die Lautstärke, Bässe und Höhen justieren. Besonders die Einstellmöglichkeit für Höhen und Bässe sind bei Lautsprechern für Smartphones und Tablets in der heutigen Zeit nicht mehr leicht zu finden.

Analoge und digitale Anschlussfreudigkeit

Das Smartphone oder Tablet lässt sich sowohl beim Acton als auch beim größeren Woburn entweder digital per Bluetooth oder analog per 3,5-mm-Klinkenanschluss verbinden. Ein passendes Spiralkabel mit Knickschutz an beiden Enden ist im Lieferumfang enthalten. Für den guten Ton per Bluetooth hat Marshall den beiden Lautsprechern auch noch die Unterstützung von aptX implementiert. Natürlich braucht Ihr für dieses verlustfreie Audio-Kompressionsverfahren auch ein entsprechendes Smartphone oder Tablet: Hersteller wie Sony, Samsung, HTC und Asus haben den Codec in ihre Smartphones und Tablets implementiert, nur werben sie nicht damit.

Beim Marshall Woburn geht die Anschlussfreudigkeit sogar noch weiter, denn an diesem befinden sich auf der Rückseite noch zusätzlich ein Cinch-Eingang und ein optischer S/PDIF-Input. Somit würde sich der Marshall Woburn auch für den Anschluss an einer PlayStation 4, Xbox One oder auch einen Apple TV anbieten.

Soundcheck: Balsam für die Ohren

Bei Lautsprechern ist der eigentliche Kaufgrund nicht die Optik, sondern der Sound. Da muss man beiden Marshall-Lautsprechern gute bis sehr gute Noten geben. Bässe und Höhen sind akustisch sehr gut voneinander getrennt und auch bei hohen Lautstärken ist der Klang sehr ausgewogen und differenziert. Das Schöne an den beiden ist, dass Ihr als Nutzer am Acton oder Woburn selbst die Kontrolle über die Höhen und Bässe erhaltet: Dank der Drehregler könnt Ihr den Klang individuell anpassen. Ihr müsst also nicht erst in die Untiefen der Smartphone-Einstellungen abtauchen, um den Klang im Equalizer einzustellen.

Fazit:

Klanglich können die beiden Marshall-Lautsprecher voll überzeugen. Vor allem die Möglichkeit der getrennten Justierung von Bässen und Höhen per Drehregler ist ein großes Plus für die beiden Retro-Boxen. Vom Design sind die beiden natürlich reine Geschmackssache. Ich persönlich finde die Optik ansprechend und empfinde sie als cool. Wahrscheinlich hat dieses Empfinden aber auch mit meinem fortgeschrittenen Alter zu tun.

So schön die Boxen klingen und aussehen, die Preise von satten 500 Euro für den Woburn und immer noch 250 Euro für den Acton sind schon gesalzen. Hier zahlt man sicher auch ein paar Euro für den Namen Marshall. Beim Acton hätte ich mir persönlich noch gewünscht, dass dieser einen integrierten Akku mitbringt. Damit könnte man den schicken, kleinen Marshall überall in der Wohnung platzieren und auch im Sommer mal mit nach draußen nehmen – so wie es Gerd und Amir mit dem Jabra Solemate Max an ihrem gemeinsamen Badetag am Strand getan haben.


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