MyManu Clik im Hands-on: der Übersetzer im Ohr [mit Video]

Praktisch, wenn Ihr Euch ohne Sprachbarriere mit Menschen auf aller Welt unterhalten wollt: Die smarten Kopfhörer von MyManu übersetzen alles, was Euer Gesprächspartner sagt. Auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona konnten wir das Gadget fürs Ohr ausprobieren.

Mit dabei ist die kostenlose App, die Ihr auf Smartphones oder Tablets ladet. Diese könnt Ihr auch komplett ohne die Kopfhörer verwenden. Einige Sprachpakete werden kostenlos sein, andere könnt Ihr im Abo kaufen. Wie viel diese kosten und welche Sprachen unterstützt werden, ist bisher noch nicht klar.

Musik hören oder Chinesisch übersetzen

Optisch ähneln die Earbuds sehr den Ohrsteckern von Bragi The Dash. Und auch mit myManu könnt Ihr Musik hören. Dafür gibt es ebenfalls eine eigene Musik-App, die mit Spotify kompatibel sein soll. Heißt: Ihr braucht kein Spotify-Konto und könnt dennoch auf den Musikkatalog zugreifen.

An der Gehäuseseite der Earbuds befinden sich Touch-Sensoren, sodass Ihr Gesten wie Wischen, Drücken oder Berühren verwenden könnt, um Funktionen auszulösen. Benachrichtigungen oder Anrufe landen darüber auch direkt in Eurem Ohr. Die Ohrstecker kommen in drei Größen und einer Wireless Ladebox.

Die Hauptfunktion ist aber der Übersetzungsmechanismus. In den Earbuds ist ein Mikrofon verbaut, das die Umgebungsgeräusche herausfiltern kann. Ihr könnt also frei sprechen, wenn Ihr mit jemandem kommunizieren wollt, und müsst nicht in ein Mikrofon am Smartphone reden. Das Ganze funktioniert allerdings nicht in Echtzeit. Die Spracherkennung muss Euch natürlich ausreden lassen. So entstehen fünf Sekunden Verzögerung, bis die App uns nach dem Gesprochenen die Worte in unserer Heimatsprache präsentiert. Zusätzlich wird das Gespräch in einer Art Chat protokolliert. So könnt Ihr nochmal nachlesen, falls Ihr etwas nicht verstanden habt. Insgesamt werden bisher 37 Sprachen unterstützt.

Kommunizieren nur per App

Leider hatten andere Journalisten den Prototypen der Earbuds auf dem Mobile World Congress in Barcelona schon kaputt gespielt. So konnten wir zu unserem Termin bisher nur die App ausprobieren. Das hat aber sehr gut funktioniert. Ein Gesprächspartner spricht in das Mikrofon seines Smartphones, der andere hört über sein Gerät, was er gesagt hat in der Sprache seiner Wahl. Am besten geklappt hat das mit kurzen Sätzen. Auch umgangssprachliche Wortfetzen wie "isn" statt "ist ein" wurden korrekt erkannt. Kleinere Probleme gab es, wenn ich Deutsch gesprochen, aber auch englische Worte benutzt habe. "Mobile World Congress" wurde dann zu "Motor World Congress".

Richtige Probleme bekommt die Künstliche Intelligenz, wenn Ihr sehr lange zusammenhängend sprecht. Dann scheint dem System nicht so ganz klar zu sein, wo die Satzzeichen hingehören – und es endet in einem Kauderwelsch. Die Kernaussage meines Geschwafels hatte mein Gegenüber aber dennoch verstanden. Top!

Preis und Verfügbarkeit

Die App ist mit einem Grundstock an Sprachen kostenlos. Weitere Sprachpakete können dazugekauft werden. Die Earbuds wurden per Kickstarter erfolgreich finaziert und werden im Mai ausgeliefert. Bestellen könnt Ihr Clik jetzt auf Indiegogo für ca. 200 US-Dollar.

Vorläufiges Fazit: Praktisches Gadget

Die Qualität der Übersetzung hat mir im Kurztest sehr gut gefallen. Wir wissen, wie kompliziert gerade die deutsche Grammatik sein kann. Die App hat sehr viel richtig wiedergegeben, auch wenn ich versucht habe, mit Dialekt oder sehr umgangssprachlich zu sprechen.  Beim auführlichen Test widmen wir uns dann den Mini-Kopfhörern und ihren Funktionen.


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