Einsteiger-Smartphone Neffos X1 im Test: unspektakulär gut

Das Neffos X1
Das Neffos X1(© 2017 CURVED)

TP-Link kann mehr als nur WLAN-Router: Das Unternehmen verfügt über eine eigene Smartphone-Marke. Das neue Einsteiger-Modell Neffos X1 zeigt im Test, was es kann.

Verpackt ist das Neffos X1 in einem handlichen und gut verarbeiteten Metallgehäuse. Allerdings ist der Rahmen um den fünf Zoll großen Touchscreen recht groß geraten. Der Hersteller spricht zwar von einer Ausnutzung von 76 Prozent der Fläche der Vorderseite, aber für meinen Geschmack hätten die Ränder schmaler und das Smartphone damit kompakter ausfallen können.

HD-Auflösung und Helio P10

Das Display verfügt nur über eine HD-Auflösung von 1280 x 720 Pixeln, was für eine Pixeldichte von 293 ppi reicht. Damit liegt es knapp unter der Grenze von 300 ppi, ab der das menschliche Auge die einzelnen Bildpunkte nicht mehr erkennen kann. Schaut Ihr beim Neffos X1 ganz genau hin, bestätigt sich das. Denn es lassen sich noch noch einzelne Pixel erkennen. So wirkt der Bildschirm zwar farblich ordentlich, aber eben nicht knackig scharf.

Unter der Haube erwartet Euch mit dem Helio P10 von Mediatek ein für die meisten Aufgaben ausreichend schneller Chipsatz, der allerdings in Benchmarktests keine Spitzenwerte erzielt. So lässt er die Nutzeroberfläche flüssig laufen und Apps zügig starten, und auch Spiele wie Asphalt Xtreme könnt Ihr zocken. Doch im Antutu-Benchmark mit etwas mehr als 46.000 Punkten und bei Geekbench mit 721 und 2707 Punkten hat das Smartphone das Nachsehen.

TP-Link bietet das Neffos X1 in zwei Ausstattungsvarianten an. Unser Testgerät ist die schwächere Version mit zwei Gigabyte Arbeitsspeicher und 16 Gigabyte internem Speicher. Zehn Gigabyte stehen Euch davon zur Verfügung. Sollte das nicht ausreichen, könnt Ihr die Speicherkapazität mit einer microSD-Karte erhöhen – oder direkt zur besseren Version mit 32 Gigabyte internen Speicher und drei Gigabyte Arbeitsspeicher greifen.

13 Megapixel und Android Marshmallow

Die Hauptkamera des Neffos X1 liefert Bilder mit einer Auflösung von 13 Megapixeln. Auf den ersten Blick überzeugt die Fotoqualität. Die Farben sind stimmig, man meint viele Details zu erkennen, und auch der HDR-Modus liefert gute Ergebnisse. Doch schaut man sich die Aufnahmen in Originalgröße an, lässt die Detailgenauigkeit sehr zu wünschen übrig. Nachts kommt die Kamera mit wenig Licht prinzipiell gut zurecht, aber auch hier mangelt es an der Detailgenauigkeit. Die Frontkamera schießt Selfies mit fünf Megapixeln, die sehr gut aussehen. Mit ordentlichen Farben und einer vergleichsweise hohen Detailgenauigkeit. Die teilt man gerne.

Auf der Rückseite des Neffos X1 befindet sich ein Fingerabdrucksensor, mit dem Ihr das Smartphone schnell entsperrt. An der Seite sitzt einen Alert Slider, mit dem sich das Gerät lautlos stellen lässt – wie beim iPhone oder den OnePlus-Modellen. Der Akku fällt mit 2250 mAh recht klein aus, reichte mir im Test aber trotzdem, um über den Tag zu kommen. Aufgeladen wird er über den micro-USB-Anschluss. Die Schnellladetechnik sorgt dafür, dass er nach Herstellerangaben in 30 Minuten zu 50 Prozent geladen ist.

Beim Betriebssystem erwartet Euch auf dem Neffos X1 das inzwischen alte Android Marshmallow. Zu einem Update auf Android Nougat hat sich der Hersteller noch nicht geäußert. TP-Link versieht seine Smartphones mit einer eigenen Nutzeroberfläche, die grafisch unaufdringlich ist. Mir gefällt sie. Dazu kommen die üblichen vorinstallierten Tools und Google-Apps, aber darüber hinaus keine Bloatware. Auf einen App Drawer müsst Ihr verzichten. Die Bedienung erfolgt über Softkeys unterhalb des Displays.

Fazit: unspektakulär gut

Die schlechter ausgestattete Version des Neffos X1 mit zwei und 16 Gigabyte kostet 199 Euro. Für die bessere Variante mit drei und 32 Gigabyte liegt die unverbindliche Preisempfehlung bei 219 Euro.

Das Neffos X1 ist unspektakulär gut: ordentlich verarbeitetes Metallgehäuse, umfangreiche Ausstattung, brauchbares Display mit zu wenig Auflösung, ordentliche aber nicht überzeugende Kamera, kleiner Akku, altes Android ohne überflüssige Zusätze und eine ausreichende Hardware, aber knapp bemessener Speicher. Kann man machen, muss man aber nicht. Der Preis von rund 200 Euro geht in Ordnung, macht das Neffos X1 aber auch nicht zu einem begehrenswerten Schnäppchen.


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