Nintendo Classic Mini im Test: Super, Nintendo! [mit Video]

1986 war Helmut Kohl Bundeskanzler, Deutschland geteilt, Falco an der Spitze der Charts – und Nintendo brachte das Nintendo Entertainment System nach Europa. 30 Jahre später ist die Konsole wieder da – als Nintendo Classic Mini. Kann sie auch heute noch überzeugen? Der Nostalgie-Test.

Was für eine Meldung: Nintendo bringt das Nintendo Entertainment System (NES) zurück. Na gut, nicht ganz. Es handelt sich dabei natürlich nicht um das Original, sondern um die verkleinerte Konsole Nintendo Classic Mini. Die ist dem NES optisch nachempfunden. Gefreut habe ich mich trotzdem. Denn für mich ist allein das Wort "Nintendo" ein Stück Kindheit, eine Erinnerung an durchgezockte Nachmittage, egal ob allein oder mit mehreren Leuten.

Auch wenn früher nicht alles einfacher war. Bevor es mit "Super Mario Bros." und Co. losgehen konnte, musste man erstmal hinter dem Fernseher den Switch suchen und von Antenne auf Konsole umschalten. Bei der Neuauflage schließt Ihr einfach das HDMI- und das micro-USB-Kabel an, drückt den Power-Button – und los geht's. Beide Kabel befinden sich im Lieferumfang, ein Netzteil gehört nicht dazu. Das macht aber nichts. Entweder nehmt Ihr das von Eurem Smartphone oder Ihr schließt das Konsölchen einfach per USB an den Fernseher an. Dann erspart Ihr Euch das lästige Verschieben Eures TV-Schrankes.

Der Controller funktioniert auch mit der Wii

Direkt nach dem Einschalten müsst Ihr die Sprache auswählen. Schon dabei dudelt Nintendo-Musik, und Oldschool-Zockern wird warm ums Herz. Danach befindet Ihr Euch im Hauptmenü und könnt direkt  spielen. Fürs richtige Feeling lohnt sich vorab ein Blick in die Display-Einstellungen. Dort könnt Ihr den sogenannten CRT-Modus aktivieren. Die Classic Mini simuliert dann das alte Fernsehbild mit den Streifen aus den 80ern. Das sorgt zwar nicht dafür, dass die Spiele besser aussehen, ist aber ein nettes Detail.

Ebenso viel Mühe hat sich Nintendo beim NES-Controller gegeben, der dem Original in nichts nachsteht. Ich fand ihn damals wunderschön, und daran hat sich bis heute nichts geändert. Nur das Kabel hätte gern etwas länger sein dürfen. So musste ich zu Hause in einem Meter Abstand vom Fernseher auf dem Boden Platz nehmen. Vielleicht ist das aber ja von Nintendo auch so gewollt, um das Gefühl von damals zurückzuholen, als man als Halbwüchsiger so nah wie möglich vor dem TV sitzen wollte, um ja kein Detail zu verpassen.

Was ist das für 1 Controller? Das Gamepad ist fast so groß wie die Retro-Konsole.(© 2016 CURVED)

30 Spiele und eine kleine Hilfe

Der Controller funktioniert übrigens nicht nur mit dem Classic Mini sondern in Verbindung mit einer WiiMote auch mit den Virtual-Console-Spielen auf der Wii und Wii U. Über diese Virtual Console könnt Ihr NES-Spiele kaufen und auf die Wii oder Wii U herunterladen. Der Support ergibt Sinn, denn die Classic Mini hat keinen Schacht für Cartridges mehr, das Angebot an Spielen bleibt auf die 30 vorinstallierten Titel begrenzt. Einerseits bleibt Euch so das lästige Pusten in die Konsole oder in die Cartridges erspart, wenn die Konsole das Spiel mal wieder nicht erkannt hat, andererseits hatte das durchaus seinen Charme. Auch wenn man heute sagt, das Gepuste hätte in Wahrheit nicht geholfen.

Die wichtigsten Spiele wie "Super Mario Bros.", "Metroid", "The Legend of Zelda" oder "Donkey Kong" sind natürlich dabei, die weiteren listet Nintendo hier übersichtlich auf. Und stört Euch nicht an der fixen Zahl 30: Die Spiele bieten genug Spielzeit für Wochen. Denn damals waren Videospiele nicht nur kniffelig, sondern auch verdammt schwer. Quick- oder Auto-Saves gab es nicht. Wer die Konsole abgeschaltet oder alle Leben verloren hatte, durfte, bis auf wenige Ausnahmen, ganz von vorn beginnen. Dieser Problematik ist sich auch Nintendo bewusst und baut eine Speichermöglichkeit ein.

Drückt Ihr beim Zocken auf die Reset-Taste, gelangt Ihr nicht nur ins Hauptmenü, Ihr habt auch die Möglichkeit, Euer Spiel genau an der Stelle zu sichern, an der Ihr aufhört. Damit es trotzdem nicht zu leicht für Euch wird, stehen Euch nur vier Speicherslots zur Verfügung. Sind alle belegt, müsst Ihr alte Spielstände löschen. Etwas Herausforderung gehört halt trotzdem dazu.

Fazit: Nostalgie pur

Danke, Nintendo, für das Classic Mini. Die Konsole katapultiert Euch schneller zurück in die 80er als der DeLorean von Doc Brown aus "Zurück in die Zukunft" – allerdings nur dann, wenn Ihr eine Konsole ergattern könnt. Aktuell ist das Gerät überall ausverkauft, auf eBay verlangen Reseller Wucherpreise. Die solltet Ihr nicht zahlen, sondern Euch lieber in Geduld üben. Via Twitter kündigt Nintendo nämlich für die "Holiday Season", also die Weihnachtszeit, Nachschub an. Solltet Ihr dann die Gelegenheit haben, ein Gerät zu kaufen, greift zu. Die 70 Euro lohnen sich.


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