Nokia 8110 im Test: Das Bananen-Handy im Hands-on

Nokia-Handyproduzent HMD Global nimmt uns wieder mit in die Vergangenheit: Im vergangenen Jahr hauchte das Unternehmen dem Nokia 3310 neues Leben ein. 2018 soll uns das Nokia 8110 nostalgisch stimmen. Alle Neuigkeiten erfahrt ihr im Hands-on.

Wenn HMD Global, der Hersteller, der die Marke Nokia innerhalb eines Jahres furios wiederbelebt hat, eines wirklich drauf hat, dann ist es Nostalgie. 2017 landete man mit der Neuauflage des Nokia 3310 einen Überraschungshit. Ein Jahr später soll das Nokia 8110 uns im ähnlichen Umfang an früher erinnern. Wer sich nicht mehr erinnert: Ende der 90er war das Handy ein echter Star. Denn der von Keanu Reeves verköperte Filmheld Neo benutzte es im Kino-Blockbuster „Matrix“, um mit seinen Mitstreitern im Kampf gegen die Maschinen in Kontakt zu bleiben.

Was ist neu beim Nokia 8110?

Besonders charakteristisch damals war das bananenförmige Gebäuse des Telefons. Damit schmiegte es sich in Gürteltaschen an den Körper und beim Telefonieren ergonomisch an die Hand und ans Gesicht. Diese Form hat HMD Global beibehalten. Auch der Schiebemechanismus, der die Tasten schützt und bei dessen Betätigung ihr den Bildschirm des Handys ein- und ausschalten könnt, ist wieder mit dabei. Ihr könnt also 2018 genauso cool auflegen wie Neo Ende der 90er.

Das Nokia 8110 von hinten

Der Rest des Gerätes hat eine Frischzellenkur erhalten: Der Bildschirm zeigt Inhalte nun in Farbe an. Es gibt eine Kamera – und Apps. Direkt nach der Vorstellung konnten wir es zwar noch nicht ausprobieren. HMD Global verspricht für den Verkaufsstart aber unter anderem Anwendungen für Google Maps, die Google-Suche und den Google Assistant. Android läuft allerdings nicht auf dem Handy. Trotzdem sollt ihr die Möglichkeit haben, weitere Anwendungen aus einem App Store herunterzuladen.

Wie fühlt sich das Handy an?

79 Euro soll das Nokia 8110 kosten. Was ihr dafür erwarten könnt, ist klar: Plastik. Jede Menge Plastik. Aber HMD Global schafft es, dass sich das Smartphone nicht billig anfühlt, sondern echt. Echt, wie damals, als noch kaum Geräte aus Metall oder Glas oder beidem gab. Dafür ist das Gerät leicht, ja fast unauffällig. Auch die Bedienung geht leicht von der Hand. Ihr schiebt den Mechanismus nach unten, das Display geht an. Mit einem Tastendruck seid ihr im Menü und könnt ihr über Pfeiltasten navigieren. Alles fühlt sich ähnlich an wie früher.

Durch diese Einfachheit und den günstigen Preis müsst ihr aber auch einiges opfern, was für moderne Smartphones selbstverständlich ist. Die Kamera zum Beispiel wird maximal für Schnappschüsse bei optimalen Bedingungen ausreichen. Das zeigte schon das Gegenstück im Nokia 3310. Anders als auf dem Smartphone könnt ihr auf dem Handy auch nicht so bequem im Internet surfen. Und_ Trotz App-Store wird es sehr wahrscheinlich auch für das Nokia 8110 kein WhatsApp geben.

Vorläufiges Fazit: Digital Detox 2.0

Klar, ein vollwertiges Smartphone wird das Nokia 8110 nicht ersetzen. Wer aber vielleicht am Wochenende mal seine Ruhe von Facebook, Instagram und Twitter haben, aber trotzdem noch erreichbar sein will, der findet in dem Handy wahrscheinlich eine gute Alternative als Zweitgerät, um mal richtig vom Internet abzuschalten. Ob man dafür 79 Euro ausgeben muss, oder ob auch das günstigere 3310 dafür ausreicht, klären wir dann später im Test.


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