Polaroid Cube+ im Test: der WLAN-Video-Würfel

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Für Abenteurer ist die die Polaroid Cube+ weniger geeignet.
Für Abenteurer ist die die Polaroid Cube+ weniger geeignet.(© 2015 CURVED)

Mit 149 Euro ist die Polaroid Cube+ 50 Euro teurer als der Vorgänger. Ob es für den Aufpreis einen Mehrwert gibt, klärt der Test.

Mit Ausnahme des neuen WLAN-Buttons gleichtder Cube+ äußerlich seinem Vorgänger. Die Technik steckt in einem schwarzen Würfel mit den signifikanten Polaroidstreifen an der Seite. Auch der Schlitz für den Schraubenzieher auf der Rückseite ist geblieben. Warum, das bleibt allerdings fraglich. Beim Vorgänger war er nötig, um an die Anschlüsse zu gelangen. Die neue Kamera könnt Ihr an dieser Stelle einfach aufklappen, ohne zum Schraubendreher zu greifen. Beim ersten Benutzen kann das durchaus verwirren.

Kein Display, dafür WLAN

Auf ein Display verzichtet Polaroid aber auch bei der Cube+. Wenn Ihr gerade kein Smartphone zur Hand habt, teilt Euch die LED mit, was Phase ist: Grün bedeutet, dass die Kamera einsatzbereit ist. Mit einem Druck auf die Auslösetaste könnt Ihr dann ein Foto aufnehmen. Drückt Ihr zweimal, beginnt die Lampe Rot zu blinken, die Cube+ zeichnet dann ein Video auf. Orange bedeutet, dass er Akku schwach oder keine microSD-Karte eingelegt ist. Nette Zulage: Damit Ihr die orange Leuchte nicht gleich zu sehen bekommt, legt Polaroid eine Acht-Gigabyte-Karte bei. Zusammenarbeiten kann sie mit Karten bis maximal 128 Gigabyte, einen internen Speicher hat die Kamera nicht.

Auf Technikseite hat Polaroid ordentlich nachgebessert. Fotos nehmt Ihr mit acht statt sechs Megapixeln auf. Videos dreht Ihr in 720p und 1080p bei 60 Bildern pro Sekunde. Bei 30 fps sind auch 1440p-Clips drin. Der Weitwinkel bleibt mit 124 Grad im Vergleich zum Vorgänger gleich. Wie schon erwähnt, ist die wichtigste Neuerung aber die Verbindung mit dem Smartphone per WLAN.

Die App macht Probleme

Über die zugehörige App könnt Ihr Euer Telefon als Sucher benutzen, gedrehte Clips ansehen und die Kamera-Einstellungen anpassen. Das direkte Teilen von besonders gelungenen Videos ist dagegen nicht möglich. Dazu müsst Ihr die Clips aufs Smartphone oder per USB-Kabel auf den PC übertragen. Vorsicht ist bei iPhone-Besitzern angebracht. Die können 1440p-Clips nämlich nicht aufs Smartphone kopieren. Das ist besonders ärgerlich, weil die Kamera Euch nicht vor der Aufnahme darauf hinweist, sondern erst beim Versuch, die Daten aufs iPhone zu übertragen. Sicher, man kann dann immer noch den Umweg über den PC gehen. Die Ansage “Betrachte und bearbeite Cub+ Fotos und Videos auf Deinem Handy” auf der Box wirkt dann aber wie ein leeres Werbeversprechen.

Schade ist auch, dass am Ende eines Drehs je nach Anspruch wenig Gescheites dabei herauskommt. Während die Videos auf dem iPhone ganz ordentlich aussehen, werden die Defizite der Kamera auf dem großen Bildschirm deutlich. Auch in der höchsten Auflösung wirken die Clips sehr unscharf. Immerhin kommt die Kamera aber gut mit dem Wechsel von hellen zu dunklen Bildbereichen zurecht. Das wawr auch beim Vorgänger schon der Fall, genauso wie die echt wirkenden Farben. Geblieben ist auch das Mikrofon, das den Ton aber nur sehr, sehr leise aufnimmt. Für Fotos taugt die Kamera nur bedingt. Es dauert schlicht zu lange, bis sie auslöst.

Der Magnet auf der Unterseite bietet kaum Mehrwert.(© 2015 CURVED)

Damit Ihr die Cube+ auch ohne Zubehör befestigen könnt, setzt Polaroid wieder auf einen Magneten an der Unterseite. Die Idee ist pfiffig, der Magnet aber wie beim Vorgänger nicht sonderlich stark. Zwar sind außerdem eine Gummihülle mit Karabinerhaken und eine Schlaufe im Lieferumfang enthalten. Wirklich brauchen tut man beides nicht. Es sei denn, Ihr wollt die Kamera am Gürtel oder um den Hals tragen. In beiden Fällen zeigt die Linse nach unten. Wollt Ihr die die Kamera einigermaßen sicher an Fahrrad, Auto & Co. anbieten, müsst Ihr bei Polaroid nachbestellen. Dort bekommt Ihr unter anderem ein Case, das die Cube+ wasserdicht macht. Von Haus aus ist sie nämlich nur spritzwassergeschützt. Mit Zubehör von GoPro ist Cube+ nicht kompatibel. Dazu passt, dass beide Unternehmen gerade miteinander im Clinch liegen.

Fazit: eine Actioncam für Action-Einsteiger

Es gibt schnöde Produkt-Updates, und es gibt neue Geräte mit sinnvollen Verbesserungen. Die Polaroid Cube+ ist eine Mischung aus beidem. Der WLAN-Button ist eine logische Weiterentwicklung. Eine WLAN-Verbindung allein macht aber leider keine ordentlichen Videos. Zusätzlich hätte Polaroid gern auch die Bildqualität verbessern dürfen. Bei allem Gemecker darf man aber auch nicht vergessen, dass die Cube+ nur 149 Euro kostet und damit völlig außer Konkurrenz der GoPro & Co. läuft.


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