Polaroid Socialmatic im Test: Finger weg vom Partygag

Weg damit !31
Die Polaroid Socialmatic druckt Fotos auf Wunsch sofort aus.
Die Polaroid Socialmatic druckt Fotos auf Wunsch sofort aus.(© 2015 CURVED)

Die Socialmatic von Polaroid sieht aus wie ein fleischgewordenes Instagram-Logo. Die quadratische Android-Kamera soll Fotos nicht nur aufnehmen und teilen können, sondern auf Wunsch auch gleich ausdrucken. Der Test zeigt: Die Socialmatic kann viel, doch nichts richtig.

Wo soll man anfangen mit der Mängelliste? Auf der Socialmatic ist zwar Android 4.4.2 Kitkat installiert und Ihr könntet jede Menge Foto-Apps auf der Kamera installieren. Aber schon die Suche im Play Store gestaltet sich frustrierend. Spätestens beim Anmelden verzweifelte ich am unpräzisen Touchscreen, der keine gezielten Eingaben auf der Tastatur erlaubt. Mal ehrlich: Wer will da noch Bilder beschriften und Hashtags vergeben? Dazu kommt, dass das 4,5 Zoll große Display pixelig wirkt und insgesamt nur träge auf Berührungen reagiert. Spaß macht die Bedienung nicht.

Teure Android-Kamera mit eingebautem Drucker

Die Kamera verfügt über eine Auflösung von 14 Megapixeln, nimmt allerdings einen vor allem am unteren Rand deutlich größeren Bildausschnitt auf, als sie auf dem Display anzeigt. Zentrierte Aufnahmen bekommt man so nicht hin. Die 2-Megapixel-Selfie-Kamera ist in diesem Punkt zuverlässiger, liefert allerdings seitenverkehrte Fotos. Die Bildqualität der "großen" Kamera erreicht bei guter Beleuchtung das Niveau einer brauchbaren Smartphone-Kamera, allerdings ist die Auslöseverzögerung so groß, dass man die Kamera sehr diszipliniert festhalten muss, um das gewünschte Motiv einzufangen - bewegen darf es sich natürlich nicht.

Die unverbindliche Preisempfehlung von Polaroid für die Socialmatic beträgt 349,99 Euro. Ein stolzer Preis, für den man schon eine gute Kompaktkamera oder ein gutes Smartphone bekommt - die Topmodelle von 2014 wie das LG G3 oder das Galaxy S5 sind aktuell nicht viel teurer. Die Abzüge sind mit 45 Cent pro Stück - 50 Blatt ZInk-Fotopapier kosten derzeit bei Amazon 22,55 Euro - deutlich teurer, als die Ausdrucke aus Fotoautomaten in der Drogerie oder im Supermarkt.

Gefällt überhaupt irgendwas an der Socialmatic? Höchstens die 2x3 Zoll großen Abzüge des eingebauten ZInk-Druckers - die Abkürzung steht für Zero Ink, also Drucken ohne Tinte. Zwar ist auch ihre Qualität nicht die beste, aber die Sofortbilder haben einen gewissen Retro-Charme. Zudem ist es schön, einen kleinen Ausdruck von Handyfotos verschenken zu können. Aber da gibt es ja zum Glück andere mobile Fotodrucker, die ich direkt von meinem Smartphone aus ansteuern kann und die nur ein Drittel der Socialmatic  kosten.

Überteuerte Deko statt Party-Spaß

Die Socialmatic von Polaroid taugt nicht einmal als Party-Gag. Sie ist groß, unhandlich sowie langsam und liefert nur bei guten Lichtverhältnissen eine durchschnittliche Bildqualität. Die Kamera eignet sich eigentlich nur als Deko, wenn ihr das Instagram-Logo nicht nur auf dem Display Eures Smartphones sehen wollt - aber damit wäre sie ein extrem teurer Staubfänger im Regal.


Weitere Artikel zum Thema
Huawei Mate 10 Pro könnte wie iPhone X auf Finger­ab­dru­cken­sor verzich­ten
Francis Lido9
So soll das Huawei Mate 10 Pro aussehen
Neue mutmaßliche Bilder des Huawei Mate 10 Pro zeigen keinen Fingerabdrucksensor. Setzt Huawei auf eine andere Lösung?
Galaxy Note 8 ist offen­bar zerbrech­li­cher als iPhone 8 und Galaxy S8
Christoph Lübben4
Das Galaxy Note 8 im Droptest
Jede Menge kaputtes Glas: Im Droptest tritt das Galaxy Note 8 gegen das iPhone 8 an. Demnach ist das Samsung-Phablet sogar fragiler als das Galaxy S8.
Lieber kein Entsperr­mus­ter: Wieso Ihr Smart­pho­nes mit PIN sichern soll­tet
Francis Lido3
Auch Besitzer von Android-Smartphones sollten ihr Gerät besser per PIN schützen
Android-Nutzer sollten einer Studie zufolge besser auf die Nutzung des Entsperrmusters verzichten: Ein Zahlen-Code ist wohl deutlich sicherer.