Qbo You-Rista im Test: die App-gebrühte Kaffeemaschine

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Tchibo QBO
Tchibo QBO(© 2016 CURVED)

Die Qbo You-Rista brüht nicht nur auf Knopfdruck eine von zwölf Kaffeevarianten. Per App könnt Ihr das Heißgetränk auf Eure Vorlieben anpassen. Ob's schmeckt? Der Test.

Der eine mag den Cappuccino mit wenig Milchschaum, der andere den Café au Lait mit einem höheren Kaffeeanteil. Das Problem: Kapselmaschinen können zwar viele Varianten zubereiten, Einfluss auf das Endergebnis könnt Ihr aber nicht nehmen. Das ist bei der Qbo You-Rista anders. Denn bei der High-Tech-Kaffeemaschine von Tchibo legt Ihr per App die Parameter selbst fest. Von High-Tech ist auf den ersten Blick allerdings erstmal wenig zu erkennen. Einziger Hinweis ist das Display auf der Oberseite. Über das Rad daneben könnt Ihr die Qbo bedienen. Es dient gleichzeitig als Button zur Bestätigung von Aktionen. Der iPod touch lässt grüßen. Ansonsten ist die Qbo ein sehr gut verarbeitetes aber keinesfalls auffälliges Gerät – eine Kaffeemaschine halt.

Bevor der erste Kaffee aus der Qbo läuft, müsst Ihr die Maschine erst einmal einrichten. Dazu gehört nicht nur das Auffüllen des Wassertanks und das Einschieben des Abtropfsiebes, sondern auch die Verbindung der Kaffeemaschine mit dem heimischen WLAN. Wichtig ist nur: Derjenige, der die Maschine nach dem Auspacken einrichtet, wird als Besitzer identifiziert. Nur der Besitzer kann seine eigenen Kaffeekreationen auf der Maschine speichern und die Einstellungen der Qbo per App verändern. Jeder andere mit der App auf dem Smartphone kann zwar Rezepte an die Maschine senden, sie aber nicht auf der Maschine speichern, sondern nur in der Anwendung selbst. So wird die Qbo zum Chromecast für Kaffeeliebhaber. Der Vorteil liegt auf der Hand: Jedes Familienmitglied kann sich schnell und einfach den Wunschkaffee brühen. Das spart Stress am Morgen.

Per App zum Wunschkaffee

In der App könnt Ihr jeweils die Mengen für Kaffee, Milch und Milchschaum anpassen und Eure favorisierte Kaffeesorte aussuchen. Davon gibt es insgesamt zehn Stück. Sie reichen vom milden Kaffee bis zum richtig starken Espresso zum Wachwerden. Statt auf Alu-Kapseln wie beim Konkurrenten Nespresso, setzt Qbo auf Kunststoffwürfel. Die bestehen aus recycelbarem Kunststoff. Das soll natürlich der Umwelt zugute kommen.

Aber schmeckt das Erzeugnis aus den Würfeln auch? Das herauszufinden, dauert nicht lange. Nach dem Anschalten braucht die Maschine nur 15 Sekunden, um aufzuwärmen. Dann heißt es: Bügel hoch und Kaffee rein. Jeder Würfel hat auf der Unterseite einen Code, den die Qbo auslesen kann. Auf diese Weise könnt Ihr auf dem Display der Maschine einerseits etwas über die Herkunft und die Geschmacksnote Eures gewählten Kaffees erfahren, andererseits führt das natürlich dazu, dass Ihr die Qbo nur mit Originalkapseln von Tchibo benutzen könnt. Was die Sensoren der Maschine nicht erkennen, das brüht die Qbo auch nicht auf – quasi ein Kopierschutz für Kaffee.

In der App stellt Ihr die Menge für Kaffee, Milch und Milchschaum nach Belieben ein.(© 2016 CURVED)

Ist der Kaffee in der Maschine, genügend Wasser im Tank und der "Milk Master" genannte Milchtank aufgefüllt, habt Ihr die Wahl, ob Ihr Euren Kaffee nach den Standards der Maschine oder nach Eurem eigenen Rezept brühen wollt. Beides dauert nur wenige Sekunden. Allerdings macht die Qbo dabei ganz schön viel Krach. So ist man schon vor dem ersten Kaffee wach. Das Ergebnis soll schmecken wie vom Barista in einer Espressobar zubereitet.

Die Qbo reinigt sich selbst

An die Qualität kommt die Qbo aber nicht heran. Der Kaffee schmeckt, in sämtlichen Variationen, die wir ausprobiert haben, ganz gut – aber eben immer noch nach Kapselmaschine und nicht nach Siebträgerkunst mit Herzchen im Milchschaum. Dafür kostet ein Becher Latte Macchiato auch nicht 4,50 Euro. Im Schnitt zahlt Ihr nur 36 Cent pro Qbo-Kaffeewürfel – exklusive Milch. Da kann man auf das Herzchen auch mal verzichten.

Ein weiterer positiver Aspekt: Die Qbo ist so ausgerichtet, dass Ihr die Reinigung gar nicht vergessen könnt. Entweder erinnert sie Euch einmal im Monat per App oder über das Display an der Maschine. Viel tun müsst Ihr ohnehin nicht. Ihr legt einfach einen Reinigungswürfel ein und lasst das Programm durchlaufen. Das dauert ungefähr fünf Minuten. Ihr müsst lediglich einen Auffangbehälter für das Reinigungswasser bereitstellen. Die Leitungen des Milchtanks wollen nach jeder Benutzung gespült werden, um Klümpchenbildung zu vermeiden. Auch das erledigt die Maschine nach einem Knopfdruck (innerhalb von 30 Sekunden) von alleine. Den Tank an sich solltet Ihr nach Gebrauch im Kühlschrank lagern und regelmäßig von Hand durchspülen.

Ihr könnt Euren Kaffees auch Namen geben.(© 2016 CURVED)

Bei allen Vorzügen hat die Qbo aber auch ein paar kleine Nachteile. In der Redaktion haben wir festgestellt, dass wir recht häufig die Wasser- und Milchtanks auffüllen mussten. Nach drei bis vier Tassen individuell aufgebrühten Kaffees herrschte Ebbe in den Behältern. Außerdem fasst der Auffangbehälter nur sechs Würfel. Bei mehreren Personen im Haushalt ist da ständiges Wechseln angesagt. Als Redaktionsmaschine eignet sich die Qbo also nicht.

Fazit: der Kaffee aus der Zukunft

Die Qbo You-Rista ist schnell aufgebaut, eingerichtet und sehr einfach zu bedienen. Sie funktioniert zuverlässig und sorgte im Ablauf für keinerlei Probleme. Dass man seinen Kaffee per App für sich portionieren kann ist ein nettes Gimmick, auf das ich auch verzichten könnte. Viel besser finde ich, dass die Maschine selbstständig darauf aufpasst, dass sie gereinigt wird und das selbst erledigt. Einfacher geht es fast gar nicht. Die Maschine gibt's bei Tchibo ab 299 Euro, dann allerdings ohne Milchtank. Bevor Ihr den für satte 69 Euro nachkauft, nehmt lieber gleich das Paket aus Maschine und Tank. Das kostet Euch dann 349 Euro. Mir persönlich wäre die Maschine zu teuer. Ich trinke aber auch lieber selbst gemahlenen Kaffee aus der AeroPress – schwarz, stark und vor allem schön lecker.


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