RugGear RG700 im Test: Outdoor-Phablet mit Dual-SIM

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Das RugGear RG700 punktet mit Aufprallschutz – eigentlich...
Das RugGear RG700 punktet mit Aufprallschutz – eigentlich...(© 2014 CURVED)

Wasserdicht sind zwischen auch die Top-Modelle von Sony und Samsung, aber das Outdoor-Phablet RG700 von RugGear hält – theoretisch – auch Stürze aus und funktioniert bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Zusätzlich lockt es mit Platz für zwei SIM-Karten. Ob der Preis, der in einer Liga mit den Smartphone-Flaggschiffen liegt, gerechtfertigt ist, zeigt unser Test.


Das massive Kunststoffgehäuse und die wuchtigen Abdeckungen über den Anschlüssen lassen keinen Zweifel daran aufkommen, dass das RugGear RG700 wasserdicht ist. Gemäß seiner IP68-Zertifizierung hält es 30 Minuten in zwei Meter tiefem Wasser aus - ohne undicht zu werden.

Zusätzlich sollen ihm Stürze aus bis zu zwei Meter Höhe nichts anhaben können. Nach zahlreichen Test-Stürzen aus unterschiedlichen Höhen und auf verschiedene Materialen können wir zunächst keine Schäden am Display oder der Technik feststellen. Nur am Gehäuse haben Steine und Beton für die ein oder andere Einkerbung gesorgt.

Wassertest RugGear RG700

Statt der sonst üblichen 0°C bis 40°C soll das RG700 von -20°C bis 60°C einwandfrei funktionieren. Das Hamburger Wetter bot uns im Mai zwar jede Menge Regen zum Überprüfen der Wasserdichtigkeit, blieb mit Temperaturen zwischen 5°C und 15°C weit von den angegeben Werten entfernt, so dass Ihr vor dem Trip in die Wüste oder einer Reise nach Sibirien auf die Angaben des Herstellers vertrauen müsst.

Wasserdicht, stoßfest, frostsicher und ein 5,3-Zoll-Display

Für ein Outdoor-Smartphone verfügt das RG700 über einen sehr großen Touchscreen. RugGear stattet es mit einem 5,3 Zoll großem Display aus, das über eine Auflösung von 960 x 540 Pixeln verfügt und somit gerade noch akzeptabel anzuschauen ist. Die Schutzverglasung sorgt allerdings nicht nur dafür, dass Ihr auch mal aus Versehen auf das Phablet treten könnt, sondern auch, dass es besonders im Freien extrem stark spiegelt.

In der Hardware bleibt das RugGear RG700 weit hinter den aktuellen Top-Smartphones zurück. Das Outdoor-Phablet verfügt über einen mit einem GHz getakteten Dual-Core-Prozessor und einen 1 GB großen Arbeitsspeicher. Während das System und typische Anwendungen flüssig laufen, geraten aktuelle rechenaufwändige Spiele wie Asphalt 8 ins Stocken.

Vom acht GB großen internen Speicher, den Ihr mit einer microSD-Karte um bis zu 32 GB erweitern könnt, stehen Euch knapp sechs GB zur Verfügung. Wollt Ihr eine Speicherkarte einlegen, müsst Ihr den beiliegenden kleinen Schraubendreher zur Hand nehmen. Sind die Schrauben auf der Rückseite gelöst, könnt Ihr die Abdeckung entfernen und nicht nur die Speicherkapazität erhöhen, sondern auch zwei SIM-Karten einlegen.

Dual-SIM erleichtert den Weg über die grüne Grenze

Verwendet Ihr die Dual-SIM-Funktion, legt Ihr über die SIM-Verwaltung in den Einstellungen fest, welche Karte für welche Art an Verbindungen zuständig ist oder ob Euch das RG700 jedes Mal fragen soll, welche Ihr benutzen wollt. Für einen häufigen Wechsel der SIM-Karten bietet sich das RugGear aufgrund der mit Schrauben gesicherten Abdeckung nicht an.

Die Kamera auf der Rückseite nimmt Fotos mit einer Auflösung von acht Megapixeln auf - wobei Ihr Euch nicht auf den automatischen Weißabgleich verlassen solltet. Die Bildqualität der Aufnahmen bewegt sich unterhalb des bei Smartphones üblichen Durchschnitts. Aber immerhin könnt Ihr sowohl mit der Aufnahmetaste am Rand des Geräts sowie dem Auslöser auf dem Touchscreen Serienbilder anfertigen. Die Frontkamera liefert Outdoor-Selfies mit zwei Megapixeln Auflösung.

Der Akku des RG700 verfügt über eine Kapazität von 2900 mAh, mit der man gut über einen Tag kommen kann. Ein spezieller Stromsparmodus wie Sony, Samsung und HTC ihren Modellen inzwischen verpassen, fehlt allerdings. Dabei wäre er beim RugGear, das danach schreit, der Begleiter bei Abenteuern in der Wildnis zu sein, eher angebracht.

Hilfreiche Werkzeuge, aber nicht für echte Abenteurer

In der Wildnis können der eingebaute GPS-Empfänger, der Bewegungssensor, der Kompass, das Barometer und der Höhenmesser des RG700 sehr hilfreich sein. Allerdings müssen sie teilweise vor der Nutzung kalibriert werden, was Ihr besser noch in den heimischen vier Wänden erledigt.

Beim Betriebssystem erwartet Euch die schon angestaubte Android-Version 4.1.2 Jelly Bean, die RugGear nur mit wenigen Apps ergänzt. So installiert der Hersteller auf dem RG700 unter anderem eine App, die Notrufe absetzt, einen Dateimanager, ein FM-Radio, das Perfect Keyboard Pro sowie eine Sammlung an Outdoor Tools. Zu diesen gehören ein Höhenmesser, ein Schrittzähler, ein Kompass, eine Taschenlampe (nutzt die LED-Leuchte der Kamera) und ein Luftdruckmessgerät.

Fazit: Robust, aber teuer

Das RugGear RG700 ist – grundsätzlich – ein robustes Android-Phablet. Allerdings verpasst der Hersteller die Chance, ein wirklich outdoor-fähiges Smartphone vorzulegen, das diesen Namen auch verdient hat. Software und Hardware befinden sich nicht auf dem aktuellsten Stand, und ein besseres Display wäre beim Ausflug in die Natur sinnvoll.

Die unverbindliche Preisempfehlung für das RG700 liegt bei 569 Euro und damit im Bereich der aktuellen Verkaufspreise des Samsung Galaxy S5 oder Sony Xperia Z2, die beide ebenfalls wasserdicht sind. Zudem verfügen sie über eine bessere Technik und neuere Software. Das einzige Alleinstellungsmerkmal, das das RugGear für sich verbuchen kann, ist die Stoßfestigkeit – zumindest in begrenztem Maße...

Update: Glasbruch beim Videodreh

Beim Videodreh und dem etwa 20. Sturz hat das Display dann doch nicht mehr standgehalten und ist gesprungen. Der Touchscreen reagiert nicht mehr – das RG700 ist nicht mehr zu gebrauchen. Wir sind gespannt, was der Hersteller zu einer möglichen Reparatur sagt. Merke: Kein Smartphone ist für die Ewigkeit – auch nicht, wenn es Militärstandards erfüllt.


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