Samsung Gear S3 frontier im Test: Warum die Smartwatch so beliebt ist

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Die Samsung Gear S3 frontier im Test.
Die Samsung Gear S3 frontier im Test.(© 2019 Curved)

Die Samsung Gear S3 gibt es zwar schon seit Ende 2016 – und galt als eine der ausgereiftesten Smartwatches. Jetzt, einige Monate und Updates später ist die Gear S3 immer noch eine beliebte Smartwatch und recht günstig zu haben. Deswegen schauen wir uns den modernen Klassiker noch einmal im kurzen Hands-On an: Lohnt sich die Anschaffung jetzt noch?

Als ich die Samsung Gear S3 frontier bekommen habe, fiel schon mal die Verpackung ins Auge. Nicht irgendein 0-8-15-Karton, sondern ein Zylinder. Ich ziehe die obere Hälfte ab – und schon begrüßt mich die Smartwatch auf ihrem Podest, der induktiven Ladestation, die das Gerät magnetisch fixieren.

Das Design der dunklen frontier-Variante im Outdoor-Look mit den zwei flachen Knöpfen finde ich schon mal ganz schick, auch wenn sie recht hoch ausfällt. Auch das Gewicht fällt erst mal auf, da habe ich mich aber schnell daran gewöhnt. Im Großen und Ganzen wirkt die Gear S3 hochwertig, außerdem entschädigen die Lünette, mit der sich durch die Smartwatch-Menüs steuern lässt, und der eingebaute Lautsprecher. Das sind echte Highlights, die aber das Gewicht und die Größe der Uhr direkt beeinflussen. Übrigens kommt die zweite Variante, die Samsung als "Classic" aufführt, im helleren Silber und zwei runden, nach außenstehenden Knöpfen.

Die ersten Schritte des Samsung Gear S3 frontier-Tests

Beim ersten Einrichten und Verbinden mit dem Smartphone muss ich zunächst ganze fünf Apps und ein Plugin auf meinem Smartphone installieren und mehrere Smartwatch-Systemsoftware-Updates hintereinander auf die Gear S3 laden. Außerdem braucht ihr ein Samsung-Konto, damit ihr euch zusätzliche Apps wie eine Navi-App, Spotify, weitere Ziffernblätter oder Spiele holen könnt. Viele davon sind kostenlos, für einige müsst ihr mal ein-zwei Euro hinlegen.

Die ersten Schritte mit der Samsung Gear S3 frontier fielen mir recht leicht, was auch daran lag, dass die Uhr einen gleich zu Anfang mit der Steuerung vertraut macht. Besonders die Lünette hat es mir angetan, der "Zurück"-Knopf und die Menü-Taste bieten eine schöne Ergänzung zum Touchscreen. Wenn ihr wie ich eine Abneigung gegen langes Anleitungen-lesen habt, braucht ihr euch bei der Gear S3 keine Sorgen machen. Auch, wenn Samsung bei den Smartwatches seit einiger Zeit auf Tizen setzt und Wearable-Variante von Android abgesägt hat: Die Benutzeroberfläche kann man gut und gerne als intuitiv bezeichnen.

Beim Ziffernblatt habe ich mich für das vorinstallierte Stundenpuls-Design entschieden. Ein auffälliges Herz nimmt dabei die Funktion des Stundenzeigers ein, ein roter Punkt läuft als Sekundenzeiger im Kreis. Einzig der Minutenzeiger bleibt in der Form der klassischen Nadel. Kurz über der Mitte steht noch das Datum, darunter das Ergebnis der letzten Pulsmessung – und wann diese vorgenommen wurde. So wirkt das Ziffernblatt ziemlich aufgeräumt, denn manch andere Smartwatch-Designs finde ich überladen – zumindest die der Drittanbieter, denn Samsungs Watchfaces sind eigentlich alle ziemlich schick.

Samsungs Gear als Verlängerung des Smartphones

Die Gear S3 frontier ist eine Smartwatch in Reinform. Sie ist tatsächlich eine Verlängerung des Smartphones – und noch mehr. Das heißt: Ich empfange sämtliche Nachrichten auf der Samsung-Smartwatch und kann sie auch direkt beantworten. Und das sowohl mit vorgefertigten Antworten als auch mit Spracheingabe oder Tastenfeld. Auch Nachrichten bekomme ich angezeigt, hier kann ich über Flipboard meine Interessen festlegen und bekomme je nach ausgewählten Themen die ersten paar Sätze auf meiner Uhr, will ich den Rest lesen, öffne ich mit einem einfachen Klick auf der Uhr den Artikel auf meinem Smartphone. Und weiß ich gerade nicht, wo ich mein Handy hingelegt habe, bringt eine Funktion der Gear S3 das Smartphone zum Klingeln.

Darüber hinaus gibt es natürlich den obligatorischen Schrittzähler, sowie den Pulsmesser und die Möglichkeit, meinen Schlaf zu protokollieren. Hier unterscheidet die Uhr in unruhigen, leichten und unbeweglichen Schlaf. Zudem zeigt die Smartwatch die Schlaf-Effizienz und tatsächliche Schlafdauer an.

Telefonieren mit einer Uhr?

Was mir persönlich sehr gut gefällt, ist das Widget, das mir die absolvierten Höhenmeter sowie den Luftdruck anzeigt. Beim Wandern frage ich mich oft, welche Höhen ich eigentlich erklommen habe – jetzt kann ich das ganz einfach ablesen. Und eine Wetter-App gibt es natürlich auch, ein GPS-Modul ist bei der Gear S3 frontier auch mit an Bord.

Bluetooth gibt's übrigens auch: Und der integrierte Musikplayer macht auch erst so richtig Spaß, wenn ihr einen Kopfhörer angeschlossen habt. Klar – die eingebauten Lautsprecher sind eher für Alarmsignale als zum Musik hören. Oder eben zum Telefonieren, das geht nämlich auch ganz ohne Smartphone. Dafür muss das Handy natürlich per Bluetooth gekoppelt sein. LTE gibt's jedoch nur bei der Galaxy Watch, nicht bei der Gear S3.

Kompatibilität mit iPhone und Android-Smartphones

Die Gear S3 ist grundsätzlich mit allen Smartphones kompatibel, egal ob ihr ein Samsung-Gerät, Apple iPhone oder ein anderes Android-Smartphone benutzt. Nur bestimmte Funktionen könnt ihr eventuell nur eingeschränkt oder gar nicht nutzen. Besonders bei Verwendung eines iPhones müsst ihr auf einige Funktionen verzichten – Nachrichten senden ist nicht möglich, bei E-Mails braucht ihr Apps von Drittanbietern. Außerdem sind manche Ziffernblätter für iPhones nicht verfügbar, für Benachrichtigungen und Anrufe braucht ihr eine bestehende Bluetooth-Verbindung. Herstellerabhängig kann es bei jeder Funktion, mit der ihr mit eurer Smartwatch aufs Smartphone zugreift, Einschränkungen geben. Bei meinem Huawei-Handy hat aber alles funktioniert.

Die Akku-Kapazität gibt Samsung mit 380 mAh an, damit soll die Gear S3 soll bis zu vier Tage am Stück durchhalten – das kommt natürlich auf die Nutzung an, nach dem ganzen Einrichten und Ausprobieren war bei mir nach zweieinhalb Tagen erstmal Schluss. Das geht aber voll in Ordnung, immerhin habe ich die Smartwatch sehr intensiv genutzt. Geladen wird an der induktiven Ladestation – das sieht nicht nur edel aus, es erspart der Smartwatch auch einen Stecker fürs Ladekabel.

 Zudem ist die Smartwatch staubgeschützt und wasserdicht. Zumindest bis zu einem gewissen Grad. Genauer gesagt, erreicht sie eine IP68-Zertifizierung, Fremdkörper sollten also keine eindringen, lange Tauchgänge solltet ihr aber dennoch vermeiden. Die Schutzklasse gewährt ein Eintauchen der Smartwatch in bis zu maximal 1,5 Meter tiefes Wasser und das nicht länger als 30 Minuten. Ich habe es trotzdem vermieden, die Uhr ins kühle Nass zu tauchen – auch wegen des Lederarmbands.

Samsung Gear S3 Frontier-Test: Ein gelungenes Gesamtpaket

Intuitive Bedienung, schickes Design, vielseitige Möglichkeiten, die das Leben mit dem Smartphone leichter machen – was will man mehr? Okay, eine App oder ein Plugin weniger, das ich auf dem Smartphone installieren muss, hätte ich mir schon gewünscht. Aber wer sowieso Samsung nutzt, muss sich zumindest keinen Extra-Account mehr erstellen. Und dann habt ihr fernab der vorinstallierten Apps Zugriff auf alle möglichen Extra-Anwendungen.

Und ist die Smartwatch heute noch aktuell? Auf jeden Fall! Gerade für diejenigen unter euch, die das Smartphone gern auch mal in der Tasche stecken lassen wollen, ist die Gear S3 frontier absolut empfehlenswert.


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