Sony MDR-1000X und Skullcandy Wireless Crusher: zwei Over-Ears im Vergleich

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Skullcandy Wireless Crusher und Sony MDR-1000X (v.li.): Welcher Kopfhörer klingt besser?
Skullcandy Wireless Crusher und Sony MDR-1000X (v.li.): Welcher Kopfhörer klingt besser?(© 2016 CURVED)

Der Sony MDR-1000X kostet 399 Euro, der Skullcandy Wireless Crusher nur 149 Euro. Hören auch Sound-Amateure den Unterschied? Wir machen den Test.

Ich muss mich an dieser Stelle outen: Ich höre sehr selten Musik. Zwar bin ich täglich mehrere Stunden im öffentlichen Nahverkehr unterwegs, wenn ich dort die Kopfhörer auspacke, dann aber vor allem, um Podcasts zu hören. Dazu reichen mir auch über zwei Jahre alte Apple AirPods, die noch immer in meinem Rucksack herumfliegen, obwohl ich gar kein iPhone mehr besitze. Wie es der Zufall so will, landeten mit dem Sony MDR-1000X und Skullcandy Wireless Crusher nun gleich zwei Over-Ear-Bluetooth-Kopfhörer aus unterschiedlichen Preisregionen auf meinem Tisch. Da war ich selbst gespannt: Würde ich einen Unterschied feststellen?

Obwohl es sich bei beiden Modellen jeweils um schwarze Kopfhörer handelt, gibt es optisch einige Unterschiede. Sony gibt es sich größte Mühe, die Bedientasten so flach wie möglich ins Gehäuse zu integrieren. Bei Skullcandy stehen die Knöpfe für die Lautstärke und der Einschalter deutlich ab. Das hat den Vorteil, dass Ihr sie unterwegs blind ertasten könnt. Sony hat das gar nicht nötig. Wollt Ihr den Sound lauter oder leiser machen, wischt Ihr auf der rechten Ohrmuschel einfach nach oben oder nach unten, um die Lautstärke anzupassen.

Mit Hightech gegen dröhnenden Bass

Das bleibt aber nicht der einzige Trick der Japaner. Denn der MDR-1000X unterstützt Noise Cancelling. Über interne und externe Mikrofone erkennt und filtert er Geräusche. Damit Ihr nicht den Anschluss verliert, wenn Euch jemand anspricht, könnt Ihr einfach die Hand auf die rechte Ohrmuschel legen. Der Kopfhörer regelt die Lautstärke dann automatisch nach unten und lässt Geräusche durch. Außerdem könnt Ihr über einen Button den “Ambient Sound”-Modus wechseln. Er kann entweder nur Stimmen durchlassen, perfekt für Ansagen am Gleis, oder auch Umgebungsgeräusche.

Der Skullcandy Crusher kann nicht mit dem Sony MDR-1000X mithalten.(© 2016 CURVED)

Der Skullcandy Crusher Wireless kann nicht so viel Hightech bieten. Er hat dafür an der linken Ohrmuschel einen Schieberegler. Über den regelt Ihr die Intensität des Basses. Das reicht vom kräftigen Bass bis hin zum richtig starken Wummern, das dann aber auch die Musik übertönt und sprichwörtlich übers Ziel hinausschießt.

"Entscheidend ist auf dem Ohr"

Aber genug von der Extras. Jetzt gibt es auf die Ohren: Da fällt erstmal auf, dass der Sony-Kopfhörer deutlich angenehmer zu tragen ist. Das liegt daran, dass die Bügel nicht stufenlos verstellbar sind, sondern einrasten. Das ist beim Skullcandy anders. Der sitzt zwar nicht unbequem, auf Dauer merkt man aber doch das Gewicht.

Auch klangtenisch sind die Unterschiede sehr deutlich. Der MDR-1000X gibt die Musik sehr sauber und detailreich wieder. In Songs, wie etwa “In This World” von Moby, bemerke ich plötzlich Elemente, die ich vorher noch nie gehört habe. Die Bässe sind nicht übertrieben stark, dafür aber sehr sauber. Da kann der Skullcandy nicht mithalten. Er liefert ein weniger klares Klangbild. Das merkt man nicht nur beim Musikhören, sondern auch bei Videos. Ich habe mir mit beiden Kopfhörern den Trailer zu “Roque One” angesehen. Dieser klang auf dem Skullcandy deutlich dumpfer und detailärmer.

Fazit: Der Ton macht die Musik

Die Anfangsfrage kann ich nur mit einem klaren “Ja”, beantworten. Ja, man hört einen Unterschied. Ja, für mehr Geld gibt es tatsächlich besseren Sound. Ich hatte jetzt nicht den Eindruck, dass der rund 150 Euro teure Skullcandy Crusher Wireless ein schlechter Kopfhörer ist. Aber mit Sony MDR-1000X für 399 Euro kann er definitiv nicht mithalten. Er ist aber trotzdem die richtige Wahl für alle, die auf dicke Bässe stehen.


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