Nintendos "Super Mario Run" im Test: Für eine Handvoll Münzen [mit Video]

Als zu Apples iPhone 7-Präsentation plötzlich die Nintendo-Ikone Shigeru Miyamoto auf der Bühne stand und "Super Mario Run" für iOS ankündigte, waren wir alle überrascht. Seit Donnerstag ist das Spiel im App Store. Wir konnten es vorab schon spielen.

So viel vorweg: Bei "Super Mario Run" handelt es sich um einen Endless Runner. Hierbei läuft die Spielfigur, in diesem Fall der beliebte Klempner Mario, von ganz alleine, ohne dass Ihr einen einen Knopf drücken müsst. Lediglich zum Springen tippt Ihr auf den Touchscreen. Ganz klar: Mit so einem Spielprinzip will man das Game massenkompatibel halten.

Der Look: sechs Welten mit vier Leveln

Statt nerviger In-App-Käufe à la Free2Play bringt Nintendo "Super Mario Run" als kostenpflichtige App heraus, für die der Spieler einmalig 9,99 Euro bezahlen muss. Ungewohnt, wo doch die meisten Apps entweder kostenlos oder für ein, zwei Euro zu haben sind. Doch ist der Preis auch gerechfertigt?

Wenn wir genau hinschauen, erwarten uns im normalen Spielmodus lediglich sechs Welten mit jeweils drei Leveln und einem Endgegner. Das macht 24 Level, die Ihr zocken könnt. Nintendo hat sich allerdings ein paar Kleinigkeiten einfallen lassen, um sein Spiel anzureichern: In jedem Level könnt Ihr fünf pinke Münzen sammeln, die an schwierig zu erreichenden Stellen versteckt sind. Habt Ihr die alle gesammelt, verändert sich der Levelaufbau minimal – und Ihr könnt jetzt beim erneuten Spielen nach anders platzierten lilafarbenen Münzen suchen. Habt Ihr diese auch alle gefunden, verändert sich das Level nochmal – und die fünf versteckten Münzen sind jetzt schwarz und super schwer einzusammeln. Das ist dann etwas für richtige Knobler. So bekommt jedes Level immerhin nochmal drei Variationen.

Super Mario Run: Die pinken Münzen schalten eine Level-Variation frei, die es etwas schwerer macht(© 2016 CURVED)

Grafisch ist das Spiel an die Mario-Games der Wii und WiiU angelehnt. Fans des Italieners mit der roten Mütze werden sicherlich Gefallen daran finden. In der Vorschau-Version, die wir anspielen konnten, lief das Spiel iPhones, iPads und auch auf dem großen iPad Pro absolut flüssig und ohne grafische Einbußen.

Das Gameplay: Mario klettert alleine über Gegner?!

Wie schon erwähnt, rennt Mario von ganz alleine nach rechts. Nach links kommt Ihr nicht. Es sei denn, Ihr landet auf einer Plattform, die Euch ein bisschen nach links katapultiert. Ihr lasst Mario per Tipp auf den Touchscreen lediglich hüpfen. Allerdings überwindet er kleine Hindernisse auch von ganz alleine und stirbt auch nicht, wenn er gegen andere Figuren läuft . Über die Goombas und Koopas macht er nämlich einfach einen kleinen Bocksprung. Klingt erstmal sehr leicht, doch ab und zu entpuppt sich das Spiel als richtig schwer. Vor allem das Erreichen der bunten Münzen ist ziemlich knifflig. Heißt aber auch: "Super Mario Run" ist ein Spiel, bei dem Ihr im richtigen Moment tippen müsst, um Euch durch die Level zu puzzeln und so viele Punkte wie möglich mitzunehmen.

Wie gewohnt habt Ihr pro Level drei Leben. Fallt Ihr in einen Abgrund, kommt Ihr als Blase wieder ins Spiel und fliegt ein Stück im Level zurück. Ein Tipp auf den Bildschirm lässt diese Blase platzen. Dann rennt Mario munter weiter. Ihr könnt Euch auch jederzeit in eine Blase verwandeln und im Level zurückfliegen. Das ist hilfreich, wenn Ihr zum Beispiel eine Münze verpasst habt. Aber Achtung: Ihr verliert dadurch ein Leben. Seid Ihr Game over, müsst Ihr das Level von vorne beginnen.

Der Bonus: Toad Ralley und Euer Königreich

Neben dem klassischen Platformer-Modus ("World Modus") könnt Ihr ein kleines Königreich dekorieren, also Pilzhäuser bauen und Rohre verlegen ("Kingdom Builder"). Diese Elemente kauft Ihr mit den typischen gelben Münzen, die Ihr in den Leveln einsammelt. Dabei sind unter anderem Objekte, die kleine Bonuslevel oder spielbare Charaktere (u.a. Luigi, der dann höher springen kann und Euch vielleicht leichter an die schwer platzierten Münzen bringt) freischalten.

Nintendo Super Mario Run: Im Kingdom Builder baut Ihr Euer eigenes Königreich aus Häuschen für Minigames, neue Charaktere oder anderen Deko-Artikeln(© 2016 Nintendo, CURVED Montage)

Außerdem gibt es den Modus "Toad Ralley". Hier tretet Ihr dann gegen andere Spieler an. Wer cooler oder spektakulärer durch den Abschnitt kommt, seltener stirbt, höhere Sprünge macht, mehr Gegner umlegt oder ähnliches, gewinnt den Zweikampf und wird mit bunten Toads – den treuen Pilzmännchen und Begleiter von Mario – belohnt. Diese funktionieren ebenfalls als Währung und können im Kingdom-Modus gegen Spezialobjekte eingetauscht werden.

Viele "Währungen"

Das Spiel kostet zwar nur einmalig Geld, doch Ihr sammelt in Super Mario Run trotzdem verschiedene In-Game-"Währungen" ein. Das scheint notwendig zu sein, um die verschiedenen Spielmodi untereinander zu verknüpfen. Doch wie bereits erwähnt: Diese könnt Ihr nicht wie bei Free2Play-Games mit echtem Geld kaufen, um Euch Vorteile zu verschaffen. Ihr müsst alles selbst erspielen.

  • Gelbe Münzen: Findet Ihr zuhauf in den Leveln im "World Modus", könnt Ihr im Kingdom-Modus für Deko und Gegenstände ausgeben
  • Bunte Münzen: Sammelt Ihr, um die Level schwerer zu machen
  • Bunte Toads: Gibt es als Gewinn im Modus "Toads Ralley", können für besondere Gegenstände im "Kingdom"-Modus eingelöst werden.
  • Ralley Tickets: Bekommt Ihr durch Bonusspiele, abgeschlossene Level und Ähnliches. Benötigt Ihr, um eine Runde "Toads Ralley" zu spielen
  • Gegner: Am Ende jeden Levels seht Ihr, wie viele Koopas und Co. Ihr ausgeschaltet habt. Ist diese Zahl hoch genug, bekommt Ihr beim nochmaligen Spielen mehr gelbe Münzen, wenn Ihr dem jeweiligen Gegnertyp auf den Kopf springt.
Super Mario Run: Die im World Modus gesammelten Münzen könnt Ihr im Modus "Kingdom Builder" in Gegenstände investieren(© 2016 CURVED)

Belohnungen, wie zum Beispiel Ralley Tickets, bekommt Ihr auch, wenn Ihr Euren Nintendo-Account mit Eurem Spiel auf dem Smartphone oder Tablet verknüpft. Dann gibt es auch die Nintendo-Missionen, also kleine Aufgaben wie "Logge dich an drei Tagen hintereinander bei Super Mario Run ein", für deren Abschluss Ihr ebenfalls Belohnungen kassiert. Außerdem bringt Euch das Verknüpfen die Möglichkeit für Cross Play, sodass Ihr auf anderen Geräten mit Eurem Spielstand weiterzocken könnt.

Preise und Verfügbarkeit

"Super Mario Run" erscheint am 15. Dezember als iOS-Version für iPhones und iPads, die mindestens iOS 8 installiert haben. Eine Version für Android soll in Kürze folgen. Die ersten drei Level der ersten Welt könnt Ihr kostenlos ausprobieren. Um das ganze Spiel freizuschalten werden danach einmalig 9,99 Euro fällig.

Vorläufiges Fazit: Mario rennt und rennt und rennt!

"Super Mario Run" ist und bleibt ein Endless-Runner. Entweder Ihr mögt solche Spiele oder eben nicht. Daran kann auch der kleine Klempner nichts ändern. Nach den ersten Runden hat mir gefallen, dass das Spiel trotz simpler Steuerung ganz schön knifflig ist und die Level liebevoll designt sind.

Allerdings ist die Langzeitmotivation recht niedrig: Wenn Ihr mit den Leveln durch seid, seid Ihr eben durch. Und manche bunten Sammelmünzen sind so schwer zu erreichen, dass zumindest mein Frustlevel größer ist als der Wille, sie doch irgendwann noch zu bekommen.


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