"The Crew 2" für PS4 im Test: Wie gut ist das neue Open-World-Rennspiel?

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Rennauto trifft Sportflugzeug: In "The Crew 2" steht das an der Tagesordnung.
Rennauto trifft Sportflugzeug: In "The Crew 2" steht das an der Tagesordnung.(© 2018 Ubisoft)

Auch der zweite Teil von "The Crew" entführt euch in die USA. Das heißt hier "Motornation" und ihr seid nicht nur im Auto, sondern auch per Flugzeug und Rennboot oder Motorrad unterwegs. Wir haben uns rund 30 Stunden auf der PS4 Pro für euch hinter das Steuer geklemmt und verraten, ob sich der Bleifuß-Ausritt lohnt.

Mit dem neuen Open-World-Rennspiel "The Crew 2" will Ubisoft an den Erfolg des Erstlings anknüpfen. Mit über 350 verschiedenen Fahrzeugen, darunter Stunt-und Rennflugzeuge, Powerboote, Motorräder und natürlich einer stattlichen Anzahl an Sport- und Rallye-Autos knallt ihr quer durch die USA. Echte Gänsehaut-Momente gehen hier Hand in Hand mit einigen bizarren Design-Entscheidungen und einem nicht selten seltsamen Fahrverhalten. Aber wie gut ist das neue Rennspiel letztlich geworden? Unser Test verrät es euch.

Besuch im Hauptquartier

Bevor ihr euch frei entscheiden und so richtig auf die Tube drücken dürft, gibt es die obligatorische Einführung der unterschiedlichen Fahrzeug-Klassen und Events. In "The Crew 2" sind die Rennen und Rennarten bei vier unterschiedlichen Familien geparkt, die an verschiedenen Stellen der weitläufigen Spielumgebung ihr Lager aufgeschlagen haben. Ein Besuch im jeweiligen Hauptquartier lässt euch schnell sehen, um welche Sorte von Rennen es sich handelt: Strassenrennen, Drag- und Drift-Events, Flugzeugrennen und Flugzeug-Stunts, Powerboot-Rennen, Gelände- und Strassen-Motorradrennen, unterschiedliche Rallye-Ereignisse und als Sahnehäubchen dann die Hyper-Car- und Formel-1-Rennen. Da seid ihr eine ganze Weile beschäftigt. Wollt ihr euch einen Überblick über euren Fuhrpark schaffen, dann hilft ein Besuch in euren eigenen vier Wänden: Hier sind alle Fahr- und Flugzeuge hübsch aufgereiht und ihr könnt sie umfärben, neue Anbauteile und Modifikationen einbauen und euch so auf die anstehenden Rennen vorbereiten.

Die Masse macht's

Die hier dargestellte, wirklich unglaublich gigantische Spielwelt teilt sich wiederum in sieben Zonen auf, die alle mit sehr unterschiedlichen Gegebenheiten und Sehenswürdigkeiten aufwarten können. Startet in New York, macht einen Abstecher nach Miami, um euch mit Alligatoren zu fotografieren, rauscht dann durch den mittleren Westen und immer der Nase nach Richtung Westküste, Rocky Mountains und Grand Canyon inklusive. Was hier an Umfang und Inhalt geboten wird, sucht in der Welt der Open-World-Rennspiele absolut seinesgleichen. Seid ihr im freien Modus unterwegs, einfach nur um die Welt mit verschiedenen Wetterverhältnissen und dynamisch welchselnden Tagesezeiten auf euch einwirken zu lassen, habt ihr zusätzlich immer die Möglichkeit zwischen allen drei Fahrzeugarten per Knopfdruck wechseln zu können. Das dabei entstehende Freiheitsgefühl macht einen sehr großen Teil der Faszination von "The Crew 2" aus.

Plopp, Plopp, Plopp

Je mehr Fahrzeuge ihr nach und nach euer Eigen nennen dürft und desto weiter ihr euch Schritt für Schritt in der Karriere fortbewegt, desto mehr Events werden auf der Karte freigeschaltet. Nicht selten sind es an die 50 Events die nacheinander aufploppen und euch zu einem Versuch einladen. Das ist gerade zu Beginn etwas einschüchternd, aber nach und nach werdet ihr der Unordnung auf der Karte Herr. Immerhin könnt ihr euch beim Absolvieren der Rennereignisse aller Couleur auf eines verlassen: Abwechslung wird groß geschrieben und die verschiedenen Pisten bieten so gut wie immer famose Ausblicke auf die weitläufige Spielwelt und etwaige markante Punkte in der näheren Umgebung. Natürlich bleibt es nicht aus, dass ihr einige Rennen öfter als einmal spielen müsst, denn der Schwierigkeitsgrad ist stellenweise nicht von Pappe. Zum Glück könnt ihr vor jedem Rennen einen Richtwert einsehen, den euer Fahrzeug mitbringen sollte, um den anstehenden Wettbewerb meistern zu können.

Wie geht es voran?

In "The Crew 2" dreht sich alles um eure Follower. Je mehr, desto besser und für alle Aktionen bekommt ihr neue hinzu. So steigt ihr nach und nach vom blutigen Anfänger zur echten Ikone auf und könnt selbst dann noch fleissig weiterleveln. Das stellenweise hochnotpeinliche Social-Media-Geplapper aus dem "Off" könnt ihr zum Glück abstellen – und das solltet ihr auch tun. Diese Ansagen bringen euch keinen Schritt weiter und reissen euch stattdessen oft unangenehm aus der Rennatmosphäre heraus. Das Fortschritts-System für eure verschiedenen Fahr- und Flugzeuge erinnert an ein waschechtes Rollenspiel: Nach jedem Event ploppen vor eurer Karre verschiedenfarbige Kugeln auf, die ihr in die unterschiedlichen Attribute eures Boliden einsetzen könnt. Die Farbcodierung verrät euch dabei, ob es sich um ein normales, besseres oder ein unglaublich gutes, sehr seltenes Einbauteil handelt. Habt ihr allerdings alle Teile brav eingebaut und holt euch ein neues Gefährt der gleichen Klasse, dann müsst ihr mühsam "umpflanzen". Hier wäre eine Option gleich die besten Teile auf einmal reinpumpen zu können sehr wünschenswert gewesen. Dennoch motiviert dieses System, ist sehr übersichtlich und davon ab könnt ihr auch noch geheime Loot-Container entdecken, wenn ihr einfach so kopflos durch die Spielwelt pflügt.

The Good, the Bad, the Ugly

Für die wirklich gigantische Größe der gebotenen Welt ist die Optik in den meisten Fällen erstaunlich gut gelungen: Dichte Wälder, sanfte Hügel, Salzseen, Wüsten – das alles bietet ein tolles Gefühl für Weite und Größe. Allerdings fällt die Optik in den Städten deutlich ab. Hier kommen teils schwache Texturen, plötzlich hereinploppende Objekte und – im krassen Gegensatz zu den ländlichen Gebieten – eine seltsam steril wirkende Leere zum Tragen, die den Spieler oft enttäuscht zurücklässt. Dennoch bleibt die Bildwiederholrate auf der PS4 Pro konstant bei 30 Bildern pro Sekunde – da haben sich die Entwickler wirklich sichtlich Mühe gegeben. Ein weiterer diskussionswürdiger Punkt ist das Fahrverhalten der verschiedenen Fahrzeuge: Klar, bei "The Crew 2" handelt es sich nicht um eine Simulation, sondern um einen waschechten Arcade-Racer. Mit der Realität hat die Fahrphysik als nicht im Geringsten etwas zu tun. Dennoch steuern sich alle Klassen wohltuend unterschiedlich und ihr merkt sofort, wenn ihr neuen Loot unter die Haube gestopft habt. Das Gefühl eine 1000 PS-Karre zu steuern wird jedoch nicht immer perfekt vermittelt. Zudem haben uns die Drift- und Dragrennen genervt, die doch einen sehr starken Bruch zu den übrigen Ereignissen darstellen, die ihr sonst so geboten bekommt. Bis ihr eines der vier Familien-Oberhäupter zur ultimativen Herausforderung treffen dürft, wollen allerdings auch diese ungeliebten Events absolviert werden. Kriegt ihr das so gar nicht auf die Reihe, können aber zum Glück immer eure Freunde helfen. Denn "The Crew 2" verfügt natürlich über einen ausufernden und sehr spaßigen Online-Mehrspielermodus.

Zusammen sind wir schnell

In einer perfekten Welt, habt ihr vier Online-Kumpels an der Hand, bildet per Knopfdruck die namensgebende "Crew" und düst dann zusammen kooperativ in der Spielwelt herum. Dabei ist es fast egal, ob ihr euch für ein gemeinsames Rennen entscheidet oder einfach nur durch die Gegend heizt. Tretet ihr zu einem Event an, wird es besonders praktisch: Denn wenn nur ein Spieler die zum Abhaken des Rennens geforderten Anforderungen erfüllt, haben alle Spieler in der Session automatisch gewonnen. Aber auch wenn ihr alleine unterwegs seid, steht es euch jederzeit frei an Rennen von anderen Spielern teilzunehmen, die sich ebenfalls mit euch auf dem Server tummeln. Dieser Umstand kommt besonders gut zur Geltung wenn ihr gerade ein Straßenrennen absolviert und über euch am Himmel ein Flugzeugrennen anderer Online-Spieler stattfindet.

Fazit: Wer ist schon perfekt?

Trotz sicherlich berechtigter Kritik an dem stellenweise anspruchslosen Fahrverhalten, dem öden und peinlichen Social-Media-Überbau und der lamen Optik innerhalb von Städten ist "The Crew 2" für Rennspiel-Fans sicherlich eine Reise wert. Nicht zuletzt weil es sich hier wohl um den größten, vollgestopftesten und furiosesten Bleifluß-Sandkasten aller Zeiten handelt. Ständig gibt es etwas neues zu tun, immer was neues zu entdecken und bis ihr alle Fahrzeuge im Sack und alle Familienmitglieder in ihre Schranken verwiesen habt, dürften sicherlich ein paar Wochen ins Land gehen. Hinzu kommt, dass Hersteller Ubisoft und Entwickler Ivory Tower noch lange nicht mit "The Crew 2" fertig sind und mit Sicherheit – wie schon beim Vorgänger – ständig Verbesserungen vornehmen werden. Bis dahin ist das Gebotene aber in jedem Fall kein Ausreisser, weder nach oben noch nach unten. Einen Heidenspaß werdet ihr in Motornation aber in jedem Fall haben – besonders mit ein paar gleichgesinnten Online-Freunden.

"The Crew 2" ist ab sofort für PC, Playstation 4 und Xbox One verfügbar und hat die Altersfreigabe "Ab 12 Jahren".

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