Toshiba Excite Pro im Test: Viele Pixel & ein Netzteil

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Das Toshiba Excite Pro verfügt über einen 10,1 Zoll großen Touchscreen mit hoher Auflösung.
Das Toshiba Excite Pro verfügt über einen 10,1 Zoll großen Touchscreen mit hoher Auflösung.(© 2014 CURVED)

Ein Display mit hoher Auflösung, Lautsprecher von Harman Kardon und der Tegra 4-Chipsatz von Nvidia machen Lust auf Toshibas Android-Tablet Excite Pro. Ein genauer Blick fördert allerdings auch die Schattenseiten des teureren Tablet-Serie des japanischen Unternehmens zu Tage.

Toshiba verpasst dem 10,1 Zoll großen Bildschirm des Excite Pro einen breiten schwarzen Rahmen, der das Tablet zwar größer macht als das Display erfordert, aber auch dafür sorgt, dass Ihr es bequem und sicher greifen könnt, ohne auf den Touchscreen zu fassen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Ihr es im Quer- oder Hochformat haltet.

Viele, viele Pixel

Die Auflösung des IPS-Displays liegt mit 2560 x 1600 Pixeln höher als beim iPad Air oder beim Sony Xperia Z2 Tablet. Die detailreiche Anzeige lässt bei der Darstellungsqualität keine Wünsche übrig. Trotzdem müsst Ihr auf den Blickwinkel achten, da die Oberfläche aus gehärtetem Glas stark spiegelt, so dass man regelmäßig auf der Suche nach der richtigen Halteposition ist.

Auf den ersten Blick scheint es, als bestünde die Rückseite des Excite Pro aus Kunststoff. Jedoch spätestens, wenn Ihr das Tablet in den Händen haltet, wird klar, dass es sich nur um silbernen Kunststoff handelt. Die leicht raue Oberfläche sorgt für einen guten Halt. Allerdings wirkt das Gerät von Toshiba nicht nur klobiger als das iPad Air, sondern ist es auch. Sitzt Ihr bequem auf dem Sofa, stört das Gewicht nicht, tragt Ihr das Tablet dagegen mit Euch herum, machen sich die zusätzlichen Gramm deutlich bemerkbar.

Bei der Hardware vertraut Toshiba auf den Tegra 4-Chipsatz von Nvidia. Er besteht aus einem mit 1,8 Ghz getakteten Quadcore-Prozessor und einer Geforce-Grafikeinheit. Ihnen zur Seite stehen zwei GB Arbeitsspeicher. Zusammen sorgen sie dafür, dass Ihr beim Excite Pro nie lange warten müsst, bis eine App geladen ist und auch aktuelle Spiele mit anspruchsvoller Grafik ohne Probleme spielen könnt. Web-Anwendungen oder das Abspielen von Filmen sind somit ebenfalls kein Problem.

Lautsprecher auf der falschen Seite

Toshiba gönnt dem Excite Pro zwei Lautsprecher des namhaften Herstellers Harman Kardon, begeht allerdings den Fehler, sie auf die Rückseite des Tablets einzubauen. So kommt bei Euch nur die Reflektion des Schalls an. Würden sich die Boxen wie beim Xperia Z2 Tablet von Sony auf der Vorderseite befinden, käme der für ein Tablet gute Klang deutlich besser zur Geltung. Momentan geht er unter.

Unser Testgerät (Excite Pro AT10LE-A-108) verfügt über einen 16 GB großen internen Speicher, den Ihr mit einer MicroSD-Karte um bis zu 128 GB erweitern könnt. Wollt Ihr viele Spiele oder Videos auf dem Tablet speichern, empfiehlt sich der Griff zur 32 GB-Version des Excite Pro, die Toshiba ebenfalls anbietet. Darüber hinaus habt Ihr noch die Wahl zwischen einer reinen WLAN-Variante oder einem Modell mit UMTS-Modem und einem Steckplatz für eine SIM-Karte.

Die Kamera sitzt neben dem LED-Blitzlicht in der oberen linken Ecke der Rückseite des Excite Pro. Eure Finger gelangen so eigentlich nie aus Versehen vor die Linse. Ihre Fotos mit einer Auflösung von acht Megapixeln bieten die übliche Schnappschussqualität von Tablets. Vor allem bei schlechter Beleuchtung stößt die Optik schnell an ihre Grenzen. Gleiches gilt für die 1,2 Megapixel-Kamera auf der Vorderseite, die vor allem bewegte Bilder für Videochats liefern soll.

Der Akku des Excite Pro liefert eine durchschnittliche Leistung: Im Standby-Modus könnt Ihr das Tablet ein Woche lang liegen lassen, ohne dass es ausgeht. Ruft Ihr dagegen mit einem Spiel viel Leistung ab, erwärmt der Prozessor die Rückseite, und der Akku ist innerhalb von fünf bis sechs Stunden leer. Damit war die Batterie weder besonders schlecht, noch besonders gut. Unverständlich ist dagegen, dass Toshiba zum Aufladen der zwei Zellen des Lithium-Polymer-Akkus ein extra Netzteil beilegt und den Micro-USB-Anschluss nur zum Datentransfer nutzt. So müsst Ihr ein weiteres Ladegerät einpacken, obwohl sich die kleinen Netzstecker mit einem USB-Kabel herstellerübergreifend etabliert haben.

Nur wenige störende Apps vorinstalliert

Ab Werk installiert Toshiba Android 4.2.1 Jelly Bean auf dem Excite Pro. Die neueren Version 4.3 und 4.4 KitKat hat der Hersteller bisher nicht zur Verfügung gestellt. Die Nutzungsoberfläche blieb im Vergleich zum Stock-Android nahezu unverändert, und mit vorinstallierten Apps hält sich Toshiba angenehm zurück. Schön ist die Möglichkeit acht Apps in einer Zeile am unteren Bildschirmrand fest zu pinnen, so dass Ihr sie auf jedem Homescreen direkt erreicht.

Sieben mitunter kostenpflichtige Apps findet Ihr auf dem Tablet: Der App Manager empfiehlt Euch Apps zum Installieren, mit dem Datei Manager verwaltet Ihr den internen Speicher, PrintHand hilft beim Drucken, mit Splashtop könnt Ihr andere Geräte aus der Ferne steuern oder ihnen Zugriff auf das Excite Pro geben, die App von txtr versorgt Euch mit E-Loks, und mit ThinkFree ist bereits ein Office-Tool vorhanden. Ebay, Facebook, Twitter, Evernote, Skitch und AccuWeather sind zwar problemlos im Play Store erhältlich, aber trotzdem schon auf dem Tablet installiert.

Fazit: Es reicht nicht für die Spitzengruppe

Das Toshiba Excite Pro lässt gute Ansätze erkennen, aber um ganz oben mitzuspielen, fehlen noch Kleinigkeiten. Das Display ist hochwertig und die Hardware mehr als ausreichend. Nachholbedarf gibt es bei den Spiegelungen, beim Gewicht und der Stromzufuhr. Hätte der Hersteller wirklich Aluminium verwendet und nicht nur auf Kunststoff mit entsprechender Optik gesetzt, würde das Tablet auch deutlich hochwertiger sein. Je nach Ausstattung liegt die unverbindliche Preisempfehlung von Toshiba für das Excite Pro zwischen 429 Euro und 549 Euro.


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