Umidigi S2 im Test: Dualkamera und großes Display für wenig Geld

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Das Umidigi S2 gibt es in Rot und Schwarz.
Das Umidigi S2 gibt es in Rot und Schwarz.(© 2017 CURVED)

Das Umidigi S2 bietet viel Display und wenig Rand, kostet aber nur einen Bruchteil wie etwa das Galaxy S8, LG V30 oder HTC U11 Plus. Was das China-Smartphone für umgerechnet 249 Euro bietet, erfahrt Ihr im Test.

Umidigi preist sein S2 unter anderem damit an, dass es über ein sechs Zoll großes Display verfügt, das 90 Prozent der Vorderseite eines 5,5-Zoll-Gehäuses abdecke. Für seine Displaygröße ist das Smartphone erstaunlich handlich und sein Unibody-Gehäuse aus Metall ordentlich verarbeitet. Allerdings macht sich der günstige Preis bei der Auflösung des 18:9-Displays bemerkbar. Die erreicht mit 720 x 1440 Pixeln nur HD-Niveau. Dafür ist das Bild überraschend detailliert, aber nicht so scharf wie bei den teuren Modellen mit doppelten Auflösung. An den Farben und der Blickwinkelstabilität gibt es nichts auszusetzen.

Mittelklasse-Hardware und altes Android

Im Inneren des Umidigi S2 steckt solide Mittelklasse-Hardware. Dem Chipsatz Helio P20 von Mediatek stehen vier Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite. Ein Kombination, die in Benchmarks nicht mit den Top-Smartphones mithalten kann, aber genug Leistung für den Alltag liefert. Apps laden zügig, die Nutzeroberfläche ruckelt nicht und auf Spiele muss man auch nicht verzichten. Den 64 Gigabyte großen internen Speicher kann man mit einer microSD-Karte erweitern – oder stattdessen eine zweite SIM-Karte einlegen.

Der Akku weist mit 5100 mAh eine sehr große Kapazität auf und soll dem Hersteller zufolge das Umidigi S2 bis zu zwei Tage lang mit Strom versorgen. Im Test habe ich das nicht ganz geschafft, aber konnte abends noch mit genug Akku ins Bett gehen, um am nächsten Morgen geweckt zu werden. Durch die Schnellladefunktion kann man z.B. in der Mittagspause schnell Energie nachtanken. In 30 Minuten soll das S2 dem Hersteller zufolge genug Strom für einen Tag Nutzung speichern. Mit dem Fingerabdrucksensor auf der Rückseite lässt sich das Smartphone fix entsperren. Wie bei eigentlich allen "randlosen" Smartphones ist auch beim Umidigi S2 kein Platz mehr für Tasten auf der Vorderseite, so dass Onscreen-Tasten eingeblendet werden.

Als Betriebssystem läuft ab Werk noch Android 6.0 Marshmallow. Das ist inzwischen aber veraltet – vor allem auf einem neuen Gerät. Mindestens Android 7.0 Nougat, wie etwa auf dem Umidigi Crystal, darf man inzwischen mindestens erwarten. Da hilft es wenig, dass der Hersteller die Grund-Variante von Android ohne nervige Zusätze verwendet.

Mit der zweiten Kamera sieht man nicht automatisch besser

Auf der Rückseite des Umidigi S2 befindet sich eine Dualkamera. Zum Einsatz kommt Sonys Bildsensor IMX 258. Die Fotos verfügen über eine Auflösung von 13 Megapixeln. Den zweiten Sensor mit fünf Megapixeln nutzt der Hersteller für einen Bokeh-Effekt. Auf den finalen Aufnahmen überzeugt der Effekt aber nicht. Er lässt nicht den Hintergrund unscharf und das Motiv im Vordergrund scharf erscheinen. Stattdessen wirkt es, also würde nur ein runder Unschärfefilter über die Aufnahme gelegt, der die Mitte scharf lässt – unabhängig vom Abstand zur Linse.

Darüber hinaus liefert die Kamera zwar bei Sonnenschein farblich schöne Bilder, die jedoch nicht besonders detailgenau sind und oft unscharfe Bereiche haben. Wird es dunkel, nimmt die Kamera wenig Licht auf. Das Bildrauschen hält sich zwar in Grenzen, aber die Bilder sind trotzdem zu dunkel, um wirklich etwas zu erkennen. Die Frontkamera nimmt Selfies mit fünf Megapixeln auf und scheint ebenfalls Probleme mit der Fokussierung zu haben. HDR zu aktivieren lohnt sich weder bei der normalen Kamera noch bei Selfies. Unterschiede sind nicht zu erkennen.

Fazit: Günstig allein genügt nicht

Online ist das Umigidi S2 für 249 Euro erhältlich. Das ist im Vergleich zu den zumindest Anfangs über 700 Euro teuren Modellen wie dem Galaxy S8 oder LG V30 sehr günstig. Allerdings müsst Ihr dafür eine veraltete Android-Version und eine nicht überzeugende Kamera in Kauf nehmen. Dagegen kann man die niedrige Auflösung des Bildschirms noch verzeihen. Hardware und Verarbeitung entsprechen einem guten Mittelklasse-Gerät. Insgesamt überzeugt das Paket allerdings nicht.

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