Wie gefährlich ist Handystrahlung wirklich – und wie viel ist ok?

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Wie gefährlich ist Handystrahlung tatsächlich?
Wie gefährlich ist Handystrahlung tatsächlich? (© 2019 Getty Images)

Verursacht Handystrahlung tatsächlich Krebs und macht unfruchtbar? Seit Jahren treibt diese Frage sowohl Handynutzer als auch Experten um und sorgt für große Diskussionen. Aber wie gefährlich ist Handystrahlung wirklich?

Habt ihr auch euer Handy immer mit dabei? Ob unterwegs zum Musikhören, Texten mit Freunden, gemütlich zum Surfen auf der Couch oder auch einfach mal zum klassischen Telefonieren – unser Smartphone tragen wir eigentlich permanent mit uns herum und oft auch direkt am Körper.

Die Folgen dieser Dauernutzung wirft bei vielen allerdings gesundheitliche Fragen auf, insbesondere in Bezug auf die Handystrahlung. Dass Smartphones eine gewissen Strahlung abgeben ist ein Fakt, aber ist diese auch wirklich gefährlich?

Was ist Handystrahlung überhaupt – und wie viel ist erlaubt?

Wie die Strahlung entsteht, erklärt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) auf seiner Webseite wie folgt: Der Mobilfunk nutzt „hochfrequente elektromagnetische Felder“, damit Daten und Sprache übertragen werden. Wenn ihr das Smartphone dann beispielsweise beim Telefonieren an den Kopf haltet, nimmt dieser einen Teil der Energie aus den elektromagnetischen Feldern auf. Tragt ihr das Handy in der Hosentasche und bekommt einen Anruf oder Nachrichten, passiert dasselbe mit dem am nächsten gelegenen Körperteil – und das ist bei Männern dann im Normalfall eben das beste Stück.

Gemessen wird die aufgenommene Handystrahlung dabei in der sogenannten "Spezifischen Absorptionsrate" (SAR), die in Watt pro Kilogramm gemessen wird. Seit 1998 empfiehlt die "Internationale Kommission zu Schutz nicht-ionisierender Strahlung" (ICNIRP) im Übrigen, dass Handys nicht mehr als zwei Watt pro Kilogramm strahlen dürfen. An diesem Richtwert orientieren sich auch die Handy-Hersteller. 

Samsung Handys mit besonders geringen Strahlungswerten

Apropos: Tatsächlich ist Samsung einer der Handy-Hersteller, mit den besten SAR-Werten auf dem Markt. Wie wir bereits vor einigen Monaten berichteten, hat Statista die Datenbank des Bundesamtes für Strahlenschutz durchforstet und eine Liste der aktuell am stärksten und am wenigsten strahlenden Handys erstellt. Klarer Sieger waren die Geräte der südkoreanischen Firma. Das Samsung Galaxy S10 hat beispielsweise einen SAR-Wert von nur 0,48. Zu Vergleich: Das iPhone Apple - iPhone XS hat einen SAR-Wert von 0,99.

Welche Smartphones am stärksten und am wenigsten strahlen, erfahrt ihr hier.

Ist Handystrahlung krebserregend?

Zu der Frage, ob die Smartphone-Strahlung denn nun eine Gefahr für euch darstellt, haben schon einige Untersuchungen stattgefunden. Für ziemliche Furore sorgte 2011 die Einschätzung der Internationale Agentur für Krebsforschung von der WHO. Es wurde nach der Auswertung mehrerer Studien verkündete, dass Handystrahlung als "möglicherweise krebserregend" einzustufen sei. Es sei aber nicht eindeutig festzustellen, ob Handystrahlung denn tatsächlich zu Hirntumoren führe oder nicht. Bis jetzt gibt es also keinen wirklichen Beweis für diese Annahme.

Laut "Welt Online", erklärte auch Jan Henrik Lauer, Sprecher des Bundesamtes für Strahlenschutz, dazu: "Risiken infolge langfristiger Nutzung von Mobilfunkgeräten können zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ausgeschlossen werden." Darum solltet ihr lauf BfS die Strahlung in "unmittelbarer" Körpernähe auch am besten möglichst gering halten.

US-Studie mit Mäusen sorgte 2018 für Schlagzeilen

Eine 25-Millionen-Dollar teure Studie, die von der US-Gesundheitsbehörde FDA in Auftrag gegeben wurde, ließ die Welt im vergangenen Frühjahr erneut aufhorchen. Denn die Untersuchung mit mehr als 2.500 Versuchstieren – Mäusen und Ratten – stellte einen Zusammenhang zwischen Handystrahlung und einem seltenen Hirntumor her, der bei den Ratten vereinzelt aufkam. Bei den Tests wurden die Tiere verschieden starker Strahlung des Mobilfunkstandards CMDA und GSM ausgesetzt – 2G und 3G, was auch heute noch genutzt wird.

Die Ratten wurden mit einem Ganzkörper-SAR-Wert von 1,5, 3 und 6 Watt bestrahlt, die Mäuse mit den SAR-Werten 2,5, 5 und 10. Während bei den Mäusen alles in Ordnung schien, entwickelten die Ratten zum Teil eine höhere Rate von krebskranken Tieren. Ein direkter Zusammenhang zwischen Handystrahlung und Krebs konnte aber auch hier nicht eindeutig ermittelt werden. Auch die Möglichkeit anderer Umwelteinflüsse kann nicht ausgeschlossen werden.

Handy aus der Hosentasche! – Macht Handystrahlung wirklich unfruchtbar?

Immer wieder tauchen auch Untersuchungen auf, die sich mit den Auswirkungen der Handystrahlung auf die männliche Fruchtbarkeit beschäftigen. Und es verdichten sich die Hinweise, dass es mit dem Handy in der Hosentasche gar nicht mal mehr so fit im Schritt aussieht. Eine Studie mit 106 Männern der Universität Haifa bestätigt diesen Verdacht unter anderem. Demnach gebe es genau drei Verhaltensweisen mit dem Smartphone, die die Anzahl der Spermien verringert hat:

  • Handy nah am Körper benutzen
  • Smartphone nah am Körper laden
  • Handy in der Nähe der Hoden tragen

Durch diese drei Punkte nehme die Spermienzahl also ab. Bei 47 Prozent der Männer, die das Handy weniger als 50 Zentimeter von ihren Kronjuwelen entfernt gehalten hätten, wäre eine unnormale Spermienkonzentration festgestellt worden. Und wenn weniger Schwimmer da sind, ist das oftmals ein Zeichen für eine gesunkene Spermien-Qualität – was die Fruchtbarkeit natürlich beeinträchtigt.

Handystrahlung: Ein bisschen Vorsicht kann nie schaden

Zusammenfassend können wir also sagen, dass nicht feststeht, ob Handystrahlung wirklich krebserregend ist, ein bisschen Vorsicht kann hier aber nie schaden. Auch was die Unfruchtbarkeit angeht, solltet ihr lieber mal das Smartphone aus der Hosentasche verbannen und es nicht dauerhaft sehr nah an euren Schritt halten. Grundsätzlich halten die auf dem Markt erhältlichen Smartphones allerdings alle den Standard-SAR-Wert von unter 2 Watt pro Kilogramm ein – nur manche Hersteller wie Samsung scheinen da einfach noch ein bisschen besser abzuschneiden als andere.


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