Xiaomi Mi 9T Pro Test: So schlägt sich das Top-Smartphone

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Wir haben das Xiaomi Mi 9T Pro auf Herz und Nieren getestet
Wir haben das Xiaomi Mi 9T Pro auf Herz und Nieren getestet(© 2019 CURVED)

Seit ein paar Wochen ist das Xiaomi Mi 9T Pro in Deutschland erhältlich – und ebenso lange in meinem Besitz. Hier erfahrt ihr, wie sich das Top-Smartphone aus China bisher geschlagen hat.

Zugegeben, leicht war es nicht. Als passionierter Xiaomi-Fan habe ich schon so manches Chinahandy getestet, bevor ich mich letztlich für das Mi 9 entschied. Doch dann war es so weit: Das lang ersehnte Xiaomi Mi 9T Pro erreichte unsere Redaktion – und damit meine Hände. Zeit für eine Auswechslung.

Seit vier Wochen nun habe ich das Xiaomi Mi 9T Pro in Benutzung. Doch wird es auch mein Mi 9 als Lieblings-Smartphone ablösen können?

Xiaomi Mi 9T Pro: Der erste Eindruck und Design

Vorne Gorilla Glas, hinten Gorilla Glas und dazwischen eine Menge High-End: Wie bereits das Mi 9 ist das Xiaomi Mi 9T Pro ein schickes und potentes Gerät. Doch eins entzückt mich wirklich: die Rückseite mit dem geschliffenen Glas. Diese reflektiert das Licht auf hypnotisierende Art und verleiht ihm den Look eines futuristischen Kaleidoskops. Erhältlich ist das Smartphone in Carbon Black, Glacier Blue oder Flame Red.

Überhaupt mag ich es kaum aus der Hand legen. Mit seinen Abmessungen von 157 x 74 x 9 Millimetern ist das Xiaomi Mi 9T Pro wahrlich nichts für kleine Hände, aber dennoch handlicher als das Mi 9. Der kaum vorhandene Display-Rand lässt das Smartphone auch noch größer erscheinen.

Alles in allem ist das Mi 9T Pro sauber verarbeitet. Auf einen IP-Schutz vor Wasser und Staub muss man allerdings verzichten. Das stört mich etwas, vor allem in Bezug auf die Pop-up-Kamera, doch dazu später mehr.

Und noch einen Nachteil birgt der gläserne Rücken: Das Handy rutscht leicht aus der Hand. Wer über gute Reflexe und einen festen Griff verfügt, dürfte das nicht allzu schlimm finden (von Fingerschlieren einmal abgesehen). Dafür ist es mir jedoch schon mehrmals aus dem Bett geschlittert. Macken hat das Smartphone nicht davongetragen – bisher …

Dennoch: Das Design des Xiaomi Mi 9T Pro hebt sich deutlich von dem Design anderer Smartphones ab. Häufig bemerke ich neugierige Blicke, die die ungewöhnliche Rückansicht mit der mittig platzierten Triple-Kamera und die space-igen Farbverläufe näher inspizieren wollen.

Xiaomi Mi 9T Pro: Display ohne Notch

Das Display ist mit 6,4 Zoll eine ziemliche Ansage, doch mir liegt das Smartphone gut in der Hand. Und der Bildschirm ist gestochen scharf, denn er setzt auf die AMOLED-Technik mit einer Auflösung von 2340 × 1080 Pixel und einer Pixeldichte von 402 ppi. Groß und scharf genug also, um Videos und Serien auf Zug- und Busfahrten zu genießen.

Das Display leuchtet außergewöhnlich hell mit kräftigen Farben. Das kommt besonders beim animierten Startbildschirm zur Geltung, das mir zur Begrüßung entgegenstrahlt. Ein weiterer Grund, warum ich es gern in der Hand halte.

Kommen wir zu einem Highlight des Mi 9T Pro: die Pop-Up-Kamera. Dank ihr kommt das Display ohne Notch aus. Ehrlich gesagt empfand ich die Waterdrop-Notch des Mi 9 nie als störend, doch als ich zum ersten Mal den Selfie-Modus aktivierte und sich mir die Pop-up-Kamera erstmals mit einem leisen Jingle zeigte, schloss ich das kleine Teil sofort in mein Herz.

Allerdings muss sie sich noch beweisen. Da das Mi 9T Pro zur ersten Generation von Pop-up-Kameras gehört, muss sich noch herausstellen, wie robust es ist. Sandkörner und Staub könnten beispielsweise ein Problem werden. Immer wieder erwische ich mich dabei, wie ich einen leichten Staubfilm von der Selfie-Kamera entfernen muss. Inwieweit das ein Problem für den kleinen Motoren darstellt, wird sich noch zeigen.

Xiaomi Mi 9T Pro: Schnelle Performance, lange Akkulaufzeit

Der flinke Oberklasse-Prozessor wird von sechs Gigabyte Arbeitsspeicher und dem superschnellen Snapdragon 855 von Qualcomm angefeuert, sowie von 128 Gigabyte UFS 2.1-Massenspeicher begleitet. Die Möglichkeit der Speichererweiterung dank microSD ist nicht möglich. Dafür fegt die Geschwindigkeit des Mi 9T Pro jeden Verdruss darüber hinweg.

So weist der Flitzer auf der Benchmark-Website Antutu eine Leistung von ganzen 388.803 Punkten auf, der höchste Score, den ein Smartphone bislang bei Antutu für sich verbuchen konnte. Damit gehört das Mi 9T Pro zu den aktuell leistungsfähigsten Smartphones. Auch im Langtest erwies sich das Mi 9T Pro als Sprinter: Die Bedienung ist jederzeit flüssig, Ladezeiten gering und auch grafisch anspruchsvolle Spiele laufen tadellos.

Der große Akku mit einer Kapazität von 4000 mAh sorgt dabei für ein langes Surf- und Bedienvergnügen. Das sorgt in Verbindung mit der (was ich persönlich sehr schätze) schlichten Benutzeroberfläche MIUI 10, basierend auf Android 9, für lange Laufzeiten. Bei mir hat der Akku zwischen anderthalb und zwei Tagen locker gehalten, bei moderater Nutzung. Und geht ihm doch mal die Puste aus, ist es innerhalb einer Stunde wieder auf 60 Prozent geladen – Schnellladefunktion sei Dank.

Außerdem praktisch: Im Gegensatz zum Mi 9 verfügt das Mi 9 T Pro über ein besseres Kühlsystem. Durch eine Graphit-Kühlung behält es auch bei langen Gaming-Sessions oder Bildbearbeitung via App stets einen kühlen Kopf ohne Leistungseinschränkung.

Xiaomi Mi 9T Pro: Kameras auf Top-Niveau

Das Mi 9T Pro verfügt – wie es sich für ein Flaggschiff gehört – über ein Triple-Kamera-Setup und der bereits erwähnten Selfie-Kamera. Einen Kamera-Testvergleich mit dem Mi 9 haben wir bereits gemacht, diesen könnt ihr hier lesen und mehr zu dem unterschiedlichen Kamera-Set-ups erfahren.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass die Bilder des Xiaomi Mi 9T Pro sehr gut sind. Sie sind für mein Auge zwar nicht ganz so scharf wie die des Mi 9 (besonders was Weitwinkel- und Teleobjektiv angeht), doch im Alltag fallen die Unterschiede sehr marginal aus.

Fazit: Gewinnt das Mi 9 oder das Mi 9 T Pro?

Knaller Preis, top Preis-Leistung: In alter Xiaomi-Manier bietet sich auch das Mi 9 T Pro für alle an, die gern wenig zahlen und dafür viel bekommen wollen. Meine Highlights sind dabei die Pop-up-Kamera, die immer wieder für Entzücken bei Kollegen und Freunden gesorgt hat, der gläserne Rücken im Hypno-Stil sowie die schnelle Performance.

Und ich muss gestehen, dass ich das Mi 9T Pro tatsächlich lieber in den Händen halte, als das Mi 9. Und das obwohl das Mi 9 mit einer (auf dem Papier) besseren Kamera aufwartet und auch in Sachen Geschwindigkeit maximal nur eine Nasenspitze hinter dem Mi 9T Pro liegt.

Deshalb gönne ich meinem Mi 9 erst einmal eine Ruhepause. Mal abwarten, ob es je wieder zum Einsatz kommt …


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