Xiaomi Mi 9 SE im Test: Der kleine Flaggschiff-Bruder ist ein ganz Großer

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Schau her: Unser Autor hat das Xiaomi Mi9 SE getestet
Schau her: Unser Autor hat das Xiaomi Mi9 SE getestet(© 2019 Burda Studio)

Flotte Performance, tolles Triple-Kamera-Setup, günstiger Preis: Das Xiaomi Mi 9 SE sollte als abgespeckte Variante des Flaggschiffs Mi 9 vor allem Käufer anziehen, die lieber ein Mittelklasse-Smartphone bevorzugen. Unser Test zeigt: Viel Luft nach oben zu den Top-Modellen Samsung Galaxy oder iPhone Xs gibt es nicht.

Als bekennender Fan von Xiaomi liegen mir die Smartphones des in Deutschland noch recht unbekannten Herstellers sehr am Herzen. Deshalb habe ich mein Mi 9 mal für eine Woche zur Seite gelegt, um mich seinem kleinen Bruder anzunehmen: dem Mi 9 SE.

UPDATE: Irrtümlich wurde geschrieben, dass das Xiaomi Mi 9 SE über keinen Fingerprint-Sensor im Display verfügt. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.

1. Design und Verarbeitung des Xiaomi Mi 9 SE

2. Der Display des Mi 9 SE im Test

3. Ausstattung: Lautsprecher, Anschlüsse und Features des Mi 9 SE

4. Performance und Arbeitsspeicher: Das leistet das Mi 9 SE

5. Software: Xiaomis Globals MIUI 10

6. Das Mi 9 SE im Kamera-Test

7. Akku-Test: Wie fällt die Laufzeit aus?

8. Unser Fazit: Ein Spitzen-Mittelklassehandy von Xiaomi

Xiaomi Mi 9 SE ausgepackt: Die erste Überraschung

Persönlich mag ich lieber kompaktere Smartphones, die unter der Diagonal-Grenze von 6 Zoll liegen. Das Xiaomi Mi 9 SE liegt mit seinen 5,97 Zoll knapp darunter und damit sehr gut in der Hand – einhändiges Benutzen und schnelles Hervorholen aus engen Jeans inklusive. Ein erster Pluspunkt.

Das Design ist dem seines großen Bruders nachempfunden: Die Vorderseite mit Tropfen-Notch und geringen Displayrändern ist in einem Metallrahmen eingelassen. So bemisst sich der AMOLED-Bildschirm mit gerade mal 3,5 mm am oberen und 5 mm am unteren Ende, sowie 2,5 mm an den Seiten.

Die Vorderseite des Mi 9 SE besteht vollständig aus kratzfestem 2,5-D-Coring-Gorilla-Glas der fünften Generation, genau wie beim großen Bruder. Bei der Rückseite wurde nicht gebogenes Glas verwendet, was – je nach Farboption – bei Lichteinfall sehr schöne Farbwechseleffekte widerspiegelt. Alles in allem ist das Gerät hervorragend verarbeitet und fällt mit nur 155 Gramm kaum ins Gewicht.

AMOLED-Display:  Downgrade? –Fehlanzeige!

Das Display (2340 x 1080 Pixel, 432 ppi) gehört definitiv zu den Stärken des Smartphones. Die Bildstärke ist gewaltig und für ein Mittelklasse-Smartphone nicht selbstverständlich. Auch über einen Fingerprint-Sensor im Display wie beim Mi 9 verfügt der kleinere Bruder.

Ein Downgrade hat es hier also nicht gegeben, im Gegenteil: Auch beim Mi 9 SE wurden Funktionen wie der neue Dark-Mode, der terminierbare Lesemodus (Blaulichtfilter), der automatische Kontrast, stufenlose Farbregulierung und Double-Tap-To-Wake berücksichtigt. Dazu können Videos auch noch in HDR Ready und Widevine L1 genossen werden. Alles in allem besticht das Xiaomi Mi 9 SE mit einem spitzenmäßigen Display!

Ausstattung: Licht und Schatten

Auf eine Status-LED müsst ihr beim Mi 9 SE verzichten, dafür ist aber eine Always-On-Funktion (Ambient-Display) für Benachrichtigungseingänge vorhanden. Auch einen Klinkenstecker und Micro-SD-Slot gibt es beim Xiaomi Mi 9 SE nicht, dafür wird der passende USB-C Adapter mitgeliefert – neben einer Silikon-Schutzhülle und einem Ladeadapter plus USB-C Ladekabel.

Das Mi 9 SE verfügt genau wie das Mi 9 nur über einen Lautsprecher für die Musikwiedergabe. Ich persönlich finde das nicht schlimm, da der Lautsprecher seinen Zweck erfüllt und ich hier keine große Klangbühne erwarte.

Auf der kabellosen Ebene bekommt ihr bei der Special Edition des Mi 9 Bluetooth 5.0, GPS, GLONASS, Dual Band AC-WLAN, Bluetooth 5.0 und sogar auch NFC. Damit ist kontaktloses Bezahlen per Google Pay also kein Problem.

Davon abgesehen gibt es keine Überraschungen bei der sonstigen Ausstattung. Die Tasten sind wie üblich am rechten Rand des Smartphones angebracht und der USB Typ-C Anschluss am "Kinn".

Leistung und Performance: Was für ein kleiner Flitzer!

Der eingebaute Qualcomm Snapdragon 712 ist als Mittelklasse-Chip zu verorten. Im Alltag liefert das Xiaomi Mi 9 SE eine exzellente Performance: aktuelle Games lassen sich auf höchster Detailstufe spielen und Apps problemlos und flüssig parallel bedienen. An die Schnelligkeit des Xiaomi Mi 9, bei dem ein Snapdragon 855 für eine Top-Performance sorgt, kommt der Snapdragon 712 jedoch nicht ran – auch wegen der etwas schwächeren Grafikkarte Qualcomm Adreno 616.

Dennoch: Mit 6 GB RAM Arbeitsspeicher und 64 GB bzw.128 GB internen Speicher stehen euch zwei sehr starke Speicheroptionen zur Auswahl. Der LPDDR4X RAM taktet mit 11 GB/s sehr schnell. Dadurch lassen sich Apps pfeilschnell installieren, öffnen und schließen – für den Alltag mehr als ausreichend.

Global MIUI 10 auf Android-Basis

Bei der Systemsoftware setzt Xiaomi auch beim Mi 9 SE auf Android mit der hauseigenen Oberfläche MIUI, das Betriebssystem basiert auf der aktuellen Google-Android-Version 9.0. (Pie). Unser Testgerät läuft mit der Global ROM-Version.

Mir gefällt das MIUI-Interface auf Android-Basis sehr gut, denn es ist bunt ohne kindisch zu wirken, intuitiv und kompakt. Sprich: Es mangelt an keinen Apps, Gadgets oder Funktionen.

Die Kamera: Im Sturm an die Spitze

Neben dem tollen AMOLED-Display ist das Triple-Kamera-Setup des Xiaomi Mi 9 SE das zweite große Highlight. Oftmals müssen bei anderen Mittelklasse-Smartphones Abstriche bei der Fotoqualität gemacht werden – nicht jedoch bei diesem Xiaomi.

Das Mi 9 SE verfügt über drei Sensoren: Hauptkamera (48 Megapixel, f/1.75), Zoomkamera (8 Megapixel, f//2.4) und Weitwinkelkamera (12 Megapixel, f/2.4). Als Hauptkamera wurde wie beim Mi 9 ein Sony IMX586 Sensor verbaut und kann sich damit locker mit einem Samsung Galaxy S10, iPhone Xs oder Google Pixel 3 messen.


Dafür sind sowohl die Zoom-, als auch die Weitwinkelkamera etwas schwächer als beim Mi 9. Besonders bei der Weitwinkelkamera merke ich den schwächeren Sensor, da die Unschärfe an den Rändern dort sichtbarer ist. Dennoch: Die Bilder sind scharf und detailliert und stehen den Aufnahmen des großen Bruders in nichts nach.

Die 20 Megapixel Frontkamera ist wiederum aus demselben Holz geschnitzt wie die vom Mi 9. Der Sensor sorgt für detailreiche Selbstportraits und schön weiches Bokeh.

Akku: Kleiner Stromfresser 

Während beim Mi 9 ein 3300 mAh Akku für die nötige Energie sorgt, müsst ihr beim Mi 9 SE mit 3070 mAh auskommen. Eine Laufzeit von etwas über einem Tag ist damit zwar kein Problem, Heavy-User würden spätestens dann aber an ihre Grenze stoßen.  

Etwas schade ist auch der etwas höhere Standby-Verbrauch des Smartphones im Vergleich zum großen Bruder. Dafür sorgt hier Quick Charge 3.0 mit 18W für ein schnelles Wiederaufladen, für das das Smartphone etwa 1 Stunde und 20 Minuten benötigt. Ein Wireless Charging gibt es jedoch nicht.

Fazit: Die Spitze rückt für das Xiaomi Mi 9 SE in greifbare Nähe

Wenig Geld für viel Smartphone: Xiaomi hat einmal mehr gezeigt, wie attraktive Preis-Leistungs-Knüller auszusehen haben: Als Mittelklasse-Smartphone ausgelegt, bietet das Mi 9 SE eine schnelle Performance, eine Spitzenkamera und ein gestochen scharfes AMOLED-Display. Auch seine Wertigkeit und Handhabung sind definitiv starke Kaufargumente – beispielsweise gegenüber dem Huawei P30 Lite.

Sicher ist: Wer auf Micro-SD-Slot, Klinkenstecker und Benachrichtigungs-LED verzichten kann, der wird mit dem Xiaomi Mi 9 SE sehr glücklich. 


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