Bitcoin, Litecoin und Co.: Die großen Kryptowährungen

Bitcoin ist der Vorreiter unter den Kryptowährungen – aber nicht die einzige
Bitcoin ist der Vorreiter unter den Kryptowährungen – aber nicht die einzige(© 2014 CC:Flickr/antanacoins)

Bitcoin, Litecoin, Dogecoin, ripple: Die Liste der im Internet zirkulierenden Kryptowährungen wird immer länger. Mehr als 100 verschiedene virtuelle Zahlungsmittel sind mittlerweile im Umlauf – von den großen wie Bitcoin über eher kuriose wie Coyne bis hin zu solchen mit sozialem Anspruch wie Dogecoin.

Bitcoin: Die Mutter der Kryptowährungen

Etwa eine Millionen Kunden bangen um ihre bei Mt.Gox angelegten Bitcoin(© 2014 CC:Flickr/antanacoins)

Seit 2009 gibt es diese Form der virtuellen Währung, deren Name sich aus den englischen Begriffen Bit und Coin (dt: Münze) zusammensetzt. Bis heute ist unklar, wer die der Währung zugrunde liegende Kryptographie tatsächlich entwickelt hat. Als Erfinder gilt Satoshi Nakamoto, der die Idee 2008 schriftlich skizziert hat – auch hier stellt sich die große Frage, ob dies der echte Name des Entwickler ist, oder ob es lediglich ein Pseudonym ist.

Litecoin: Bitcoins kleiner Bruder

Litecoin(© 2014 CC: Flickr/btckeychain)

Die Kryptowährung Litecoin gilt als kleiner Bruder von Bitcoin und funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip. Einer der wesentlichen Unterschiede ist, dass die Übertragungsgeschwindigkeit bei Transaktionen höher ist als bei Bitcoin. Die Erfinder von Litecoin profitierten bei der Einführung der digitalen Währung 2011 davon, dass viele Nutzer das Prinzip durch Bitcoin schon kannten. Auch die geplatzte Bitcoin-Blase Anfang des Jahres 2014 trug viel zu dem Erfolg von Litecoin bei: Menschen, die entsprechende Geräte zum Minen besaßen, mussten nur eine neue Software installieren, um die neue Währung errechnen zu lassen.

Dogecoin: Soziale Kryptowährung

Das Prinzip von Dogecoin ist weniger das einer Währung zum Bezahlen oder Handeln, sondern vielmehr eine Form von "digitalem Trinkgeld". Nutzer der Kryptowährung verschenken die Dogecoins in sozialen Netzwerken oder Spielen, wenn ihnen ein Beitrag gefällt oder sie eine Leistung honorieren wollen. Auch für wohltätige Zwecke oder zum Fundraising werden Dogecoins regelmäßig eingesetzt. Ende 2013 wurde die Kryptowährung von Jackson Palmer und Billy Markus veröffentlicht und war eigentlich als Parodie auf Bitcoin gedacht. Auch aufgrund des Doge-Hypes im Internet gewann sie schnell an Popularität und verbreitete sich schnell.

Peercoin: Programmierte Inflation

Die Kryptowährung Peercoin wurde 2012 von dem Entwickler Sunny King veröffentlicht, und auch sie gehört mittlerweile zu den größten digitalen Währungen im Internet. Das Prinzip von Peercoin beruht auf dem Quellcode von Bitcoin; im Gegensatz zu diesem hat der Entwickler aber eine leichte Inflation vorgesehen, die möglicherweise zur Langlebigkeit der Währung beitragen könnte. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass die Coins altern – das Alter der Peercoins trägt zum Erfolg des Minings bei.

ripple: Jeder Mensch ist eine Bank

ripple ist vielleicht die faszinierendste unter den relativ jungen Kryptowährungen; wahrscheinlich auch deshalb, weil sie am wenigsten versucht, dem grßen Vorbild bitcoin zu ähneln. ripple ist nicht nur eine eigenständige Währung, sondern auch ein dezentrales Bezahlungssystem – quasi das Facebook der Finanzen. Somit ermöglicht es ripple seinen Nutzern, unabhängig von der Währung oder dem Kreditinstitut über ein Internet-Protokoll untereinander finanzielle Transaktionen zu tätigen. Das ganze System basiert dabei auf Vertrauen: Wer einem Kontakt innerhalb des ripple-Netzwerks vertraut, macht auch mit diesem Geschäfte.

Fazit

Da neue Kryptowährungen wie Pilze aus dem Boden schießen und ihre Wechselkurse starken Schwankungen unterliegen, ist eine Vorhersage über ihre Langlebigkeit äußerst schwierig. Das Paradoxe an der derzeitigen Entwicklung der Kryptowährungen ist, dass der Erfolg der meisten Bitcoin-Nachfolger eng mit der Beständigkeit der originalen Kryptowährung verknüpft ist. Dies widerspricht der ursprünglichen Idee hinter den digitalen Währungen, nachdem diese möglichst unabhängig funktionieren sollen. Die Zukunft wird zeigen, ob sich die virtuellen Währungen auf Dauer etablieren können – oder nur ein vorübergehender Trend des schnelllebigen digitalen Zeitalters sind.


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