Alternative Android-Betriebssysteme im Test, Teil 1: Resurrection Remix

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Resurrection Remix vereint praktische Funktionen aus mehreren Betriebssystemen
Resurrection Remix vereint praktische Funktionen aus mehreren Betriebssystemen(© 2017 CURVED)

Vielleicht seid Ihr davon genervt, wie langsam Euer Smartphone durch die ganzen Updates geworden ist. Wie wenig Speicherplatz Ihr nur noch habt. Dass haufenweise Apps installiert sind, die Ihr nicht braucht, aber nicht entfernen könnt. Oder Ihr wollt auf Google verzichten und mehr Wert auf Datenschutz legen. Dann ist ein alternatives Android-Betriebssystem vielleicht genau das Richtige für Euch.

Wir stellen Euch in einer mehrteiligen Serie alternative Betriebssysteme vor. Wir haben die Custom Roms auf einem OnePlus 3T installiert und ausprobiert. Heute machen wir mit Resurrection Remix den Anfang. Wie Ihr ein alternatives Android-System auf Euer Gerät aufspielt, zeigen wir Euch unter folgendem Link am Beispiel von CyanogenMod und dem OnePlus 3.

Umfangreich anpassbar

Während Ihr bei einem normalen Android-Betriebssystem wenig Einfluss auf die grafische Gestaltung habt, könnt Ihr Euch mit Resurrection Remix richtig austoben und nahezu alles anpassen: Wie soll der Akkustand angezeigt werden? Wie verlaufen die Animationen, wenn man scrollt, Apps wechselt oder Menüs aufruft? Welche Farbwerte bekommen einzelne Menüs? Wie soll der Transparenz-Effekt aussehen? Was soll wo überhaupt angezeigt werden? Wer gerne ausprobiert, kann sehr tief in die Gestaltungsmöglichkeiten eingreifen. In der GooglePlus-Gruppe zeigen Nutzer öfter Screenshots von Ihren angepassten Smartphones. Hier könnt Ihr Euch ein Bild davon machen, wie unterschiedlich Ihr das System gestalten könnt.

Das Betriebssystem kommt in unserer Version mit zwei vorinstallierten Launchern: Trebuchet (kennt Ihr vielleicht noch von CyanogenMod) und dem Google Pixel Launcher. Resurrection Remix ist standardmäßig frei von Google Apps. Wer sie dennoch braucht oder haben will, muss sie separat flashen. Außerdem vereint Resurrection Remix das Beste aus verschiedenen alternativen Betriebssystemen: Es basiert auf LineageOS, OmniRom und SlimRom. Von Lineage (ehemals CyanogenMod) stammen zum Beispiel das Dateisystem und der Datenschutzmodus "Privacy Guard". Sollte eine App mal Zugriff auf Euer Kontaktbuch wollen, Ihr möchtet dies aber nicht erlauben, die App aber dennoch nutzen, sendet das Betriebssystem einfach ein leeres Adressbuch statt Eures normalen – und Eure Daten bleiben geschützt.

Resurrection Remix: Den Datenschutz Modus Privacy Guard gibt auch bei diesem Betriebssystem.(© 2017 CURVED)

Von OmniRom kommt eine praktische Statusleiste, die OmniSwitch. Am rechten Bildschirmrand seht Ihr einen blauen Halbkreis. Wischt Ihr von rechts nach links fährt ein anpassbares Menü mit Schnellzugriffen heraus und zeigt Euch außerdem alle gerade geöffneten Apps an. Bei unserem Test hatten wir nur ein kleines Problem damit: Um neue Apps zu installieren, mussten wir diese Leiste kurzzeitig deaktivieren, da wir sonst nicht auf den "Installieren"-Button tippen konnten.

Resurrection Remix: Der Omni Switch ist eine ausfahrbare Seitenleiste mit Schnellzugriffen und einer Übersicht der geöffneten Apps.(© 2017 CURVED)

Läuft stabil und flüssig

Trotz der vielen Anpassungsmöglichkeiten haben wir keine Probleme im Betrieb feststellen können. Die Animationen laufen flüssig, das System stürzt nicht ab oder startet plötzlich neu. Die Schnellladetechnik Dash Charge von OnePlus funktioniert auch hier, ebenso wie der Alert Slider an der Seite. Mit diesem lässt sich kontrollieren, ob das Smartphone Töne von sich geben darf und ob wichtige Kontakte einen Alarm auslösen dürfen.

Resurrection Remix basiert auf dem derzeit aktuellen Android Nougat 7.1.1. Updates kommen leider nicht "Over the Air" (OTA) auf das Gerät. Ihr müsst diese jedes Mal dazuflashen. Der Entwickler arbeitet aber daran, dass OTAs bald funktionieren.

Resurrection Remix(© 2017 CURVED)

Probleme mit der Kamera

Beim Thema Kamera sind uns zwei Sachen aufgefallen: Die Farben werden mit der originalen Firmware von OxygenOS und der OnePlus-Kamera-App realistischer und kontrastreicher dargestellt. Unter Resurrection Remix wirkt alles etwas grauer. Dafür sind einige Bereiche mit der Kamera von Resurrection Remix schärfer.

Fazit: Sehr vielfältig!

Ressurection Remix ist vor allem für die Leute gemacht, die gern alles kontrollieren und nach ihren Wünschen anpassen wollen. So gibt es keine Google Dienste, wenn man das nicht möchte. Ihr profitiert vom Datenschutzmodus und dem Dateisystem von LineageOS und bekommt die Schnellzugriffleiste von OmniROM. Resurrection ist dadurch sehr praktisch und begeistert mich vor allem, weil es schnell läuft.


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