Analyst: Selfie-Sucht treibt Apples iPhone 6-Absätze

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Bilder, die die Welt bedeuten: Auch mit dem iPhone 6 und 6 Plus lassen sich vortreffliche Selfie schießen
Bilder, die die Welt bedeuten: Auch mit dem iPhone 6 und 6 Plus lassen sich vortreffliche Selfie schießen(© 2014 CURVED)

So kann man es natürlich auch sehen: Die vermeintlich beliebteste Smartphone-Anwendung, die Frontkamera, ist der eigentliche Treiber für die iPhone-Absätze. Diese Auffassung vertritt zumindest BTIG-Analyst Walter Piecyk – wenn auch wider den technischen Leistunsgdaten. Sein Anwendungsszenario: natürlich Selfies!

Weiter, immer weiter schwingt sich die Apple-Aktie in immer luftigere Höhen nach oben.  Antreiber: Die Analystenzunft mit immer höheren Kurszielen. Nach dem Gipfelsturm auf neue Allzeithochs wedeln Hedgefondsmanager schon wieder mit Kurszielen, mit denen Apple durch die magische Bewertungsgrenze von 1 Billion-Dollar schießen würde – was oberhalb von etwa 150 Dollar je Aktie der Fall wäre.

BTIG-Analyst Walter Piecyk, der 2013 frühzeitig die Turnaround-Chance bei Apple witterte, geht in seiner jüngsten Einschätzung etwas moderater vor, stuft die Zielmarke von Apple-Anteilsscheinen aber ebenfalls weiter hoch – von 128 auf 135 Dollar. Die Begründung dafür ist indes zumindest originell. "Der Selfie-Wahn" sei der Grund für den gigantischen iPhone 6-Ansturm.

2014 Jahr des Selfies

Bezogen auf das Phänomen liegt Piecyk fraglos richtig: 2014 ist das Jahr des Selfies, wie wir spätestens seit dem ikonischen Oscar-Selfie wissen. Rihanna hat sie salonfähig gemacht, Kim Kardashian hat sie nachgemacht und zum Belfie verfremdet, Instagrammer überschwemmen das boomende Foto-Netzwerk täglich millionenfach mit Smartphone-Selbstinszenierungen.

Keine Frage, dass iPhone–Nutzer da keine Ausnahme sind. Aber ist das iPhone nun tatsächlich das am besten geeignete Selfie-Smartphone? Unser Benchmark-Test gibt zumindest nach Megapixeln eine klare Antwort: Mit den gerade mal 1,2 Megapixeln der Frontkamera schafft es weder das iPhone 6 noch das iPhone 6 Plus  unter die Top 50!

iPhone 6-Frontkamera nach Megapixeln nicht mal in Top 50

Die Gewinner bringen es dagegen auf stolze 8 Megapixel, wie sie etwa Wikos Highway und Huaweis Ascend P7 aufweisen, gefolgt vom Vorgängermodell P6, das es im vergangenen Jahr auch schon auf 5 Megapixel brachte und als eines der ersten Smartphones überhaupt auf der Selfie-Welle ritt und mit Beautymode daherkam.

Und damit nicht genug:  Noch mehr Megapixel-Power bekommen Selfie-Süchtige etwa von HTCs brandneuem Desire Eye, das sich mit seinen 13 Megapixeln an vorderster Stelle als echtes Selfie-Smartphone positioniert und im CURVED-Test mit einer Testnote von 8,9 sehr ordentlich abschneidet.

Analyst auf Abwegen: Kamera kaum das Kaufargument für das iPhone 6

Piecyks Argumentation, das iPhone werde wegen seiner tollen Frontkamera gekauft, die keinesfalls – wie der BTIG-Analyst behauptet – dreimal besser als das Vorgängermodell iPhone 5s auflöst, erweist sich anhand der technischen Spezifikationen kaum als haltbar, auch wenn weiche Faktoren wie eine vermeintlich bessere Belichtung wieder zu einem anderen Nutzer-Erlebnis führen mögen.

Mit zusätzlichen iOS 8-Features der Rückkamera wie dem Slowmo- bzw. Zeitraffer-Mode können iPhone 6- und iPhone 6 Plus punkten, doch das schlagende Verkaufsargument dürfte die Kamera per se kaum sein. Nutzer dürften das iPhone eher kaufen, weil sie sich vom Gesamtpaket und der Strahlkraft der Marke angezogen fühlen – weniger von technischen Spezifikationen. iPhone-Nutzer mögen genauso gerne Selfies schießen wie andere Smartphone-Besitzer, aber dürften sich kaum für das iPhone entscheiden, weil sie Selfies schießen wollen.

62,5 Millionen verkaufte iPhones im Weihnachtsquartal erwartet

Dass Nutzer indes aufgrund der stetig verbesserten iPhone-Kamera zu größeren Speichergrößen greifen dürften, wie Piecyk herausarbeitet, liegt auf der Hand – entsprechend clever hat Apple den Abstand zwischen dem 16 und 64 GB-Modell bepreist, so dass für jeden halbwegs interessierten Smartphone-Fotografen kaum das kleinste Modell reichen dürfte.

Entsprechend rechnet der BTIG-Analyst mit einem Anstieg des Durchschnittsverkaufspreises von 609 auf 624 Dollar und einem 22,5-prozentigen Absatzsprung auf 62,5 Millionen verkaufte iPhones im Dezember-Quartal.


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