Sorry, Apple: Android-Handys sicherer als iPhones – laut Experten

Gefällt mir12
Das Huawei P20 Pro (unten) ist eine größere Herausforderung für Hacker als das iPhone X (oben)
Das Huawei P20 Pro (unten) ist eine größere Herausforderung für Hacker als das iPhone X (oben)(© 2018 CURVED)

iPhones gelten als besonders schwer zu knacken. Selbst FBI und Polizei haben Probleme, sich Zugang zu verschaffen, ist immer wieder zu lesen.  Ein neuer Bericht zeichnet nun aber ein anderes Bild: Offenbar sind Android-Smartphones momentan schwerer zu entschlüsseln als iPhones.

Wie Vice berichtet, helfen Dienstleister dem FBI und vergleichbaren Sicherheitsbehörden, Zugriff auf Smartphones zu erlangen. Einer der bekanntesten sei Cellebrite. Das Unternehmen könne mit einem Hacking-Tool fast alle Apple-Smartphones knacken, die bis 2017 erschienen sind. Beispielsweise auch das iPhone X. Das Tool verschaffe Zugang zu GPS-Daten, Textnachrichten, Anruflisten und Kontakten. Auch Inhalte von Plattformen wie Instagram, Twitter oder LinkedIn ließen sich damit beschaffen. Bei Android-Smartphones sei das Tool dagegen nicht so effektiv.

Android-Smartphones schwerer zu knacken?

Beispielsweise sei es dem Tool nicht gelungen Social-Media- und Browser-Daten aus dem Google Pixel 2 oder dem Samsung Galaxy S9 zu extrahieren. Dem Huawei P20 Pro habe es sogar überhaupt nichts entlocken können.

Detective Rex Kiser vom Fort Worth Police Department habe ähnliche Erfahrungen gemacht: "Vor einem Jahr sind wir nicht in iPhones hineingekommen, dafür aber in alle Androids. Jetzt gelangen wir in viele Androids nicht mehr."

Laut Vice bedeute das allerdings nicht, dass Android-Smartphones gar nicht zu knacken sind. Der Prozess nehme nur mehr Zeit und Ressourcen in Anspruch. Außerdem updaten Cellebrite und Co. ihre Tools regelmäßig, sodass sie immer mehr Smartphones entschlüsseln können.

Selbst das iPhone 11 Pro Max hat Schwachstellen

Ein Experte für digitale Forensik erklärte zudem, dass das FBI keineswegs an verschlüsselten Smartphones scheitere. Einem Forbes-Bericht zufolge hat die Sicherheitsbehörde im Grunde genommen bereits unter Beweis gestellt, dass kein Smartphone vor ihr sicher ist: Mit einem Tool namens GrayKey sei es dem FBI gelungen, an Daten von einem iPhone 11 Pro Max zu kommen – Apples neuestem und teuerstem Smartphone.

Wer ein iPhone besitzt und nun paranoid geworden ist, kann ein etwas verstecktes Sicherheitsfeature aktivieren: Unter "Einstellungen | Face ID & Code" findet ihr die Option "Daten löschen". Schaltet ihr diese Funktion ein, löscht euer iPhone alle darauf vorhandenen Daten nach zehn falschen Passwort-Eingaben.

Die Wahrscheinlichkeit, dass dies einem Freund oder Familienmitglied versehentlich passiert, ist gering: Nach dem 5. Versuch lässt sich erst nach einer Minute wieder ein Passwort eingeben. Diese Auszeit verlängert sich nach jedem weiteren Versuch. Die PIN zehnmal falsch einzugeben, würde über drei Stunden dauern.


Weitere Artikel zum Thema
Apple-Event am 31. März: Auf welche Produkte wir uns freuen
Claudia Krüger
Welche neuen Produkte wird uns Apple präsentieren?
Wird Apple am 31. März neben dem iPhone SE 2 (iPhone 9) auch kabellose Over-Ear AirPods vorstellen?
iPhone 12: Was hat Apple mit diesem Turbo-Feature vor?
Francis Lido
Der Datenaustausch zwischen iPhones könnte künftig schneller werden
Neue Infos zum iPhone 12: Angeblich erwartet uns ein High-Speed-Feature. Wofür ist es vorgesehen?
iOS 14: iPhone 12 mit iPad-Multi­tas­king?
Francis Lido
Auf einem iPhone 11 Pro läuft offenbar bereits iOS 14 (Bild: iOS 13)
Beschert iOS 14 dem iPhone 12 ein Multitasking, wie wir es vom iPad kennen? Ein Video deutet zumindest die Übernahme eines Features an.