Apple könnte Facebooks Messenger vom iPhone verbannen

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Könnte für Facebook problematisch werden: Der App Store im Messenger
Könnte für Facebook problematisch werden: Der App Store im Messenger(© 2015 Facebook, CURVED Montage)

Die zahlreichen Neuerungen des Messengers könnten Facebook einige Probleme bereiten: Im schlimmsten Fall könnte Facebooks Kommunikationszentrale aus Apples App Store verbannt werden, weil sie durch die Integrationen eines eigenen App Stores die Richtlinien verletzt. 

Es war eine Demonstration der Stärke: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg ließ gestern auf der Keynote der Entwicklerkonferenz f8 keinen Zweifel daran, dass er mit dem Facebook Messenger große Pläne verfolgt. Geshoppt werden soll künftig mit dem Messenger, Kundensupport soll die Kommunikationszentrale ebenso bieten wie die Anbindung an Apps von Drittanbietern.

Zum Start in den USA stehen im eigenen App Store etwa Apps des  Sportsenders ESPN, des Weather Channel und 40 andere Kleinstprogramme bereit, die sich mit einem Klick aus dem Messenger in Facebooks Chat-Tool  integrieren lassen.

Der neue Messenger könnte Apples Nutzungsbedingungen verletzen

Und genau hier könnte für Facebook das Problem beginnen. "Apps, die andere Apps in einer ähnlichen oder verwirrenden Weise zum App Store zum Kauf oder der Promotion anzeigen, werden nicht akzeptiert", lautet eine Passage in Apples Nutzungsbedingungen, wie der Brite Chris Maddern via Twitter herausgearbeitet hat.

Im Klartext:  Facebooks neuer App Store für den Messenger könnte Apples Nutzungsbedingungen verletzen – und damit aus dem App-Angebot für iOS, also für iPhone, iPad und iPod touch, ausgeschlossen werden.

Facebooks App Store würde Apple Umsätze kosten

Der Hintergrund ist schnell erklärt:  Apple vergütet 70 Prozent der mit einer App erzielten  Erlöse an die Anbieter und behält 30 Prozent ein. Im Falle des Facebook Messengers würden Nutzer nun nicht mehr über Apples App Store eine App erwerben – sondern in Facebooks Ökosystem. Ergo: Apple gehen alle Umsätze an den Verkäufen verloren. Ärger scheint also vorprogrammiert.

Bislang galt das Verhältnis zwischen dem wertvollsten Konzern der Welt und dem zweitwertvollsten Internet-Konzern als entspannt bis freundlich. "Facebook ist ein Freund", erklärte CEO Tim Cook vor drei Jahren auf der Branchenkonferenz "AllThingsD". "Wir sollten mehr zusammen machen." Wenige Monate später erhielt das weltgrößte soziale Netzwerk in iOS 6 eine tiefere Integration.

Wie Apple nun auf den Angriff auf die App Store-Absätze reagiert, ist noch unklar. Beim Start von Facebook Home vor zwei Jahren, das als Launcher den Sperrbildschirm  übernahm, reagierte Cupertino mit der berühmten Null-Toleranz-Haltung: Die App erschien nur für Android – und floppte schwer.


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