Apple vs. Samsung: Die fünf 2-Milliarden-Dollar-Patente

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Sind die Ähnlichkeiten von Samsung-Smartphones und iPhones 2 Milliarden Dollar schwer?
Sind die Ähnlichkeiten von Samsung-Smartphones und iPhones 2 Milliarden Dollar schwer?(© 2014 CURVED)

Apple und Samsung stehen sich einmal mehr vor Gericht gegenüber. Satte zwei Milliarden Dollar will der iPhone-Hersteller für die Samsungs Verletzung von fünf Apple-Patenten erstreiten. Fünf Patente für ganz grundlegende Funktionen, die längst zum Standard geworden sind.

Den Nutzern durch Software Arbeit abnehmen: Das ist das Ziel der meisten neuen Features von Geräten, mit denen Handy-Hersteller um die Gunst der Kunden buhlen. Apple gilt als innovatives Unternehmen auf diesem Gebiet – und verklagt Samsung sozusagen als Mitläufer. Die Frage, ob Apple wirklich das erste Unternehmen war, das bestimmte Features angeboten hat, stellt sich in den meisten Fällen nicht. Die Frage ist vielmehr, ob in den speziellen Fällen Samsung die Funktionen kopiert hat oder nicht. Im Folgenden stellen wir die Features vor, um die es bei der 2-Milliarden-Dollar-Klage konkret geht.

Slide to Unlock

Slide to Unlock

Die wahrscheinlich bekannteste Funktion, um die es bei dem Gerichtsstreit geht, ist das "Slide to Unlock"-Patent. Durch diese Funktion kann das iPhone auf einfache Weise mit einer Wischbewegung entsperrt werden. Viele Handy-Hersteller haben ihre Smartphone-Modelle mittlerweile mit einer ähnlichen Funktion ausgestattet – so auch Samsung. Grob übersetzt lautet der Name des Patents übrigens wie folgt: "Ein Gerät entsperren, indem eine Geste auf einem Entsperrungssymbol ausgeführt wird".

Hintergrundsynchronisierung

Der Ausdruck "Hintergrundsynchronisierung" beschreibt die Funktion, dass zwischen unterschiedlichen Apple-Geräten automatisch Daten abgeglichen werden – ganz automatisch und auch dann, wenn der Nutzer gerade mit etwas anderem beschäftigt ist. Wenn also beispielsweise eine Notiz in den Kalender des Macs eingetragen wurde, wird diese per iCloud übertragen und ist auch in dem Notizbuch eines anderen Gerätes wie beispielsweise dem iPhone verfügbar.

Texterkennung

Apples iOS-Software ist in der Lage, in den eingegebenen Texten der Nutzer automatisch bestimmte Strukturen zu erkennen. Dazu gehört beispielsweise das Finden von Hyperlinks in einer Kurznachricht, die dann automatisch als solche gekennzeichnet werden und vom Empfänger direkt angeklickt werden können. Möglich ist auch die Erkennung von Daten oder Telefonnummern, die aus einer Nachricht heraus als Eintrag in den Kalender oder die Kontaktliste übernommen werden können.

Autokorrektur

Autokorrektur

Dass bei der Eingabe eines Textes Worte erkannt und Vorschläge zur Autovervollständigung gemacht werden, ist ein alter Hut. In Bezug auf das Autokorrektur-Patent wirft Apple Samsung vor, die Übernahme des Vorschlags durch exakt die gleiche Aktion – das Drücken der Leertaste – zu ermöglichen. Auch wenn auf Android-Geräten das vorgeschlagene Wort nicht im Text erscheint, sondern über dem Tastaturfeld: Wodurch die Android-Programmierer bei dieser Funktion inspiriert wurden, ist ziemlich offensichtlich.

Universalsuche

Das Patent zur Universalsuche beschreibt die ehemals einzigartige Art von iOS, bei Eingaben in das Suchfeld sowohl lokal auf dem Gerät selbst als auch im Internet nach dem eingegebenen Begriff zu suchen. Die Ergebnisse der universellen Suche werden unabhängig von der Quelle gemeinsam angezeigt, sodass der Nutzer nicht zwei getrennte Suchanfragen stellen muss.

Fazit

Ein Kernelement in der Verteidigungsstrategie von Samsung betrifft das Betriebssystem: Die fraglichen Funktionen seien nicht von Samsung geliefert worden, sondern von Google, den Entwicklern des Android-Betriebssystems, das die fraglichen Features auf Samsungs Geräte bringt. Google wird wahrscheinlich argumentieren, dass die entsprechenden Funktionen schon in der Entwicklung waren, bevor sie in iOS erschienen sind. Fraglich ist auch, was passieren wird, wenn Apple erfolgreich aus dem Prozess hervorgeht: Werden dann der Reihe nach alle Unternehmen verklagt, die Android auf ihren Geräten vorinstalliert haben? Oder läuft es auf einen Rechtsstreit zwischen Apple und Google hinaus? Die Zukunft wird es zeigen.


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