Britischer Geheimdienst hat Yahoo-Video-Chat angezapft

Anscheinend sind auch Video-Aufnahmen von Webcams unbescholtener Bürger kein Tabu für den GCHQ
Anscheinend sind auch Video-Aufnahmen von Webcams unbescholtener Bürger kein Tabu für den GCHQ(© 2013 istock.com/miluxian)

Der britische Geheimdienst GCHQ hat laut Dokumenten des Whistleblowers Edward Snowden millionenfach Standbilder aus Video-Chats von Yahoo-Nutzern gespeichert. Offenbar befanden sich darunter nicht selten pikante Aufnahmen.

Wie der Guardian berichtet, hat der GCHQ im Zeitraum zwischen 2008 und 2012 Videochats von Yahoo-Usern bespitzelt. Unter dem Codenamen "Optic Nerve", zu Deutsch "Sehnerv", habe der Geheimdienst alle fünf Minuten Standbilder abgegriffen, vollständige Videospeicherung sei nicht erfolgt. Dem Guardian zufolge handelte es sich bei der Aktion um einen Test, bei dem man versuchen wollte, mittels automatischer Gesichtserkennung gesuchte Zielpersonen aufzuspüren.

GCHQ zeichnete abertausende Nacktbilder auf

1,8 Millionen Bilder seien auf diese Weise in nur einer Jahreshälfte 2008 aufgezeichnet worden. Der GCHQ klage zudem, dass bis zu elf Prozent der Daten aus Nacktbildern bestehe – zum Unmut der Spione. Da natürlich Gesichter im Fokus der verborgenen Aktion standen, seien Filter zum Einsatz gekommen, die pikante Bilder aussortieren sollten.

Yahoo selbst reagierte entrüstet, es handle sich um eine ganz neue Stufe der Verletzung von Privatsphäre. Von dem Programm habe man zudem nichts gewusst, so das betroffene Unternehmen. Der GCHQ selbst nennt seine Vorgehensweise notwendig, verhältnismäßig und auch rechtmäßig. Inwieweit die NSA involviert ist, ist unklar. Ohne deren Know-How sei der GCHQ allerdings nicht dazu in der Lage gewesen, heißt es.


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