CeBIT 2015: Ein Vorgeschmack auf die Zukunft

Nach der Preview kommt die nächste Preview. Bereits in Hamburg und München zeigten ein paar Unternehmen, was sie zur CeBIT 2015 mitbringen werden. Diesmal haben die Veranstalter der wichtigsten IT-Messe der Welt nach Hannover geladen – und geben einen Vorgeschmack auf das, was sie in Wochen auf der CeBIT präsentieren werden – und was unser digitales Leben bestimmen wird. 

Vielleicht war es ein wenig frech, die CeBIT indirekt als eine Veranstaltung alter Männer zu bezeichnen. Aber wie soll man anders über eine Veranstaltung reden, wenn man nur graue Haare sieht, die Jugend sich dafür aber kaum sehen lässt. Doch vielleicht lag es auch daran, dass bei der ersten Preview in Hamburg kaum ein Unternehmen wirklich etwas Neues vorstellen wollte. Die Anzahl der Aussteller war zudem sehr überschaubar. Doch wie ging der CeBIT-Veranstalter mit dieser Kritik um? Er sprach eine Einladung für eine weitere Veranstaltung aus, diesmal in Hannover, direkt auf dem Messegelände.

Und in der Tat, diesmal war ordentlich was los. Kein Wunder, denn mehr als 30 Unternehmen haben fünf Wochen vor der Messe tatsächlich ein paar neue Produkte und innovative Lösung für unsere digitalen Probleme mitgebracht. Darunter so illustre Namen wie Microsoft, Konica Minolta und Huawei. Doch statt Tischen voller Gadgets wurden den mehr als 100 Besucher Ideen und Konzepte präsentiert. Die CeBit ist, und das wurde beim Rundgang durch das Pressezentrum der Messe klar, eben tatsächlich keine Shiny-Shiny-Veranstaltung mehr, die mit einem großen Feuerwerk an Smartphones, Tablets und Spielereien Besucher locken will. Es ist eine technische Leistungsschau für Business-Kunden.

"Das Geld wird mit Business-Lösungen verdient"

Mögen auch noch so viele Magazine und andere Publikationen den Start der CeBIT nutzen, um über tolle Produkte zu berichten – richtig zeigen kann man kaum etwas. Denn wie soll man Cloud-Computing, sichere Server und Netzwerktechnologien darstellen, ohne das es langweilig aussieht? Die CeBIT ist schon lange nicht mehr die Veranstaltung für die Allgemeinheit – es ist die Messe der Spezialisten. Zum Glück kann man sagen, denn so wird endlich aus dieser sowohl-als-auch-Messe ein Hightech-Event mit klarem Fokus. Sollen doch die Consumer-Produkte auf der IFA in Berlin oder die Smartphones auf dem MWC in Barcelona gezeigt werden – für Unternehmen sind diese Produktkategorien bei weitem nicht so Margen trächtig, wie Unternehmenslösungen. "Das Geld wird mit Business-Lösungen verdient", sagte auch CeBIT-Chef Oliver Frese bei seiner Eröffnungsrede.

Rückkehr zur CeBIT

Fragt man Mitarbeiter vno ZTE, Huawei oder BenQ, die alle sowohl Endkonsumenten als auch Businesskunden haben, sind alle begeistert von der Neuausrichtung der CeBIT. Oder soll man Rückbesinnung sagen? Mit diesem Konzept konnten die Veranstalter auch Unternehmen zu einem Messeauftritt bewegen, die viele Jahre aus gutem Grund der CeBIT ferngeblieben sind.  “Wir werden das erste Mal wieder wachsen", freut sich Frese.

CeBIT-Chef Oliver Frese hält die Preview-Eröffungsrede(© 2015 CURVED)

Aber auch Unternehmen und junge Firmen, die vor einem Jahr noch gar nicht existierten nutzen die CeBIT, um auf sich aufmerksam zu machen. Für die Messe sind Start-ups eine wichtige Aussteller-Gruppe, so wichtig, dass diese sich gleich in mehreren Hallen präsentieren können.

Aber Besucher dürfen nicht nur neue Firmen kennenlernen, sondern auch neue Begriffe. Neben dem allgegenwärtigen "Internet der Dinge" ist das diesjährige Trendthema "D!conomy", eine Mischung aus Digital und Economy. Was war denn falsch an dem Begriff E-Commerce? Ganz einfach: Der digitale Wandel ist nicht mit einem Online-Shop getan. Unternehmen müssen ihre technische Infrastruktur ändern – und stehen dabei vor großen Herausforderungen: Sicherheit, Cloud-Services, Abläufe, selbst interne Organisation und Produktion müssen umstrukturiert werden. Die CeBIT will Ausstellern und Besucher eine Heimat dafür bieten. “Das Internet der Dinge ist mehr als nur ein Kühlschrank mit Web-Anschluss”, sagte auch Frese.

Starker Partner

Auch wenn in diesem Jahr Aussteller aus mehr als 70 Ländern ihre Produkte auf der CeBIT präsentieren werden, das wichtigste Land wird Partnerland China sein. Um dies zu unterstreichen ist sogar der chinesische Botschafter aus Berlin angereist und sprach in perfektem deutsch über eine großartige Zusammenarbeit. Klar, dass Oliver Frese China als das "stärkste Partnerland, dass wir jemals hatten" bezeichnet.

Großer Andrang bei der CeBIT Preview 2015(© 2015 CURVED)

Die Preview machte Lust auf mehr – wenn man sich für mehr Interessiert, als nur Hosentaschen-Gadgets und große 4K-Fernseher. Denn wo sonst erfährt man aus erster Hand, wie man sich im Internet besser schützen kann, wie Hightech das Autofahren verändert und wie unsere Lebensräume vernetzt werden. Wo sonst können junge Unternehmen in der direkten Nachbarschaft von etablierten Konzernen ihre innovativen Ideen präsentieren.

Auf der CeBIT wird die digitale Zukunft greifbar – und vor allem begreifbar.

 Die CeBIT findet in diesem Jahr vom 16. bis zum 20. März statt.


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