Dating-App Momo: Chinas Tinder ist $3 Milliarden wert!

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Momo: Alibaba hat investiert, die Börse ist begeistert
Momo: Alibaba hat investiert, die Börse ist begeistert(© 2014 CC: Flickr/rthakrar, CURVED Montage)

Eine der großen App-Erfolgsgeschichten der westlichen Welt verblasst wieder einmal beim Vergleich mit Fernost: Während der Aufstieg der Dating-App Tinder dies- und jenseits des Atlantiks bejubelt wird, ist Momo in China schon viel weiter. Das drei Jahre alte Unternehmen, in das Alibaba investiert hat, debütierte an der Wall Street mit einer Bewertung von mehr als drei Milliarden Dollar!  

Zehn Millionen Nutzer weltweit können nicht irren: Tinder ist fraglos eine der ganz großen Erfolgsstorys des Internet-Jahres 2014, in dem sich Menschen eben immer öfter mit einem Wisch auf dem Smartphone kennenlernen. Wie ansteckend das Tinder-Fieber tatsächlich bereits ist (wir haben es im Sommer in einem Selbstversuch getestet), dokumentiert die Verweildauer auf der Kuppel-App: Enorme 90 Minuten verbringen die User durchschnittlich am Tag in der App, in die sie sich 11 mal einloggen!

Entsprechend groß sind die Begehrlichkeiten der Investoren: Die Internet-Beteiligungsgesellschaft IAC bezahlte im April geschätzte 55 Millionen Dollar für einen 11 Prozent-Anteil an der Dating-App, was die Bewertung dementsprechend auf 500 Millionen Dollar schießen ließ. Glaubt man den Investmentbankern von Barclays, dürfte Tinder in einem Jahr schon doppelt so viel wert sein – die weltweite Nutzerschaft sieht die britische Investmentbank schon im April nächsten Jahres auf 20 Millionen explodieren.

Kurssprung von 26 Prozent am ersten Handelstag

Wie klein Tinder bei all dem Hype in der globalen Nutzung am Ende aber doch ist, macht ein Vergleich mit der Nummer eins Chinas deutlich: Momo, das ebenfalls klassische Social Network- Elemente wie ein ausführlicheres Profil und Instant Messaging-Möglichkeiten vereint (Marketwatch: „SnapChat meets Match.com meets Facebook“), bringt es bereits auf 180 Millionen registrierte Mitglieder, von denen immerhin 60 Millionen die App aktiv nutzen.

Entsprechend groß war der Run auf Momo, das am Donnerstag an der Wall Street unter dem gleichnamigen Tickersymbol debütierte. Und das höchst erfolgreich: Vom Ausgabekurs bei 13,50 Dollar zog die Aktie am ersten Handelstag bis auf 17 Dollar ab und konnte damit ein sattes Kursplus von 26 Prozent am ersten Handelstag verbuchen.

Alibaba-Investment macht Momo interessant

Momo konnte durch das IPO 216 Millionen Dollar erlösen und aus den Stand auf eine erstaunliche Bewertung von über 3 Milliarden Dollar springen!  Der eigentliche Grund des Anlegerinteresses dürfte indes weniger in der Geschäftsentwicklung –  der Halbjahresumsatz kam gerade mal auf 14 Millionen Dollar bei Nettoverlusten von knapp 49 Millionen Dollar – als vielmehr im Zukunftspotenzial liegen.

Das größte Plus der Dating-App: Die 20-Prozent-Beteiligung des chinesischen E-Commerce-Champions Alibaba, der bislang über kein Social Network verfügt. Firmenpatriarch Jack Ma kündigte bereits an, seinen Anteil aufstocken zu wollen. Analystin Ella Ji bescheinigt Momo eine vielversprechende Zukunft: „Es hat das Potenzial, nicht nur als Dating-, sondern auch als Social- bzw. Location-App wahrgenommen zu werden“, erklärt die Oppenheimer-Analystin gegenüber Bloomberg.


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