Diese Tattoos sind tatsächlich die nächste Generation Wearables

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On Skin Wearables sind zum Beispiel dünne Aufkleber mit Sensoren, die wir wie eine zweite Haut tragen können
On Skin Wearables sind zum Beispiel dünne Aufkleber mit Sensoren, die wir wie eine zweite Haut tragen können(© 2016 Oliver Dietze/Saarland University, Embodied Interaction Group)

Armbänder oder Smartwatches - momentan ist der Markt voll von Fitnesstrackern oder Uhren, die auch noch unser Smartphone steuern können. Doch das war erst der Anfang. Bald streichen wir über unsere Haut, um das Handy zu bedienen.

Unter anderem wird derzeit an der Uni Saarland an einem "iSkin" geforscht. Das ist ein Interface, das auf der Haut klebt, um per Druck oder Kneifen beispielsweise einen Musikplayer zu steuern. Eine andere Idee verfolgt ein Unternehmen aus Frankreich, das das Armband "Cicret" entwickelt, mit dem ein Touchdisplay auf die Haut projiziert wird. Der Kosmetikkonzern L'Oréal hat derweil mit "My UV Patch" einen Aufkleber entwickelt, der die Sonnenintensität auf unserer Haut misst.

Die zweite Haut

Das Konzept von iSkin beschriebt eine dünne, flexible und dehnbare Schicht aus Biomaterialien, die wie ein Aufkleber auf der Haut hält. Die enthaltenen Sensoren sind kapazitiv und resisitv und können zwei Druckstufen wahrnehmen. Auch komplexere Eingabemöglichkeiten, wie Schalter oder klickbare Drehregler, sind umsetzbar. Cool: Durch die Schwarzfärbung der Leitlinien sehen die Aufkleber aus wie Tattoos. Doch es ist auch möglich, einzelne Elemente zum Leuchten zu bringen.

Auf dem Tech Open Air in Berlin zeigte Forscher Martin Weigl Videos von den ersten Prototypen. Wir waren vor Ort. Unter anderem wurden Musikplayer über Aufkleber auf Unterarm, Finger oder am Ohr gesteuert. Da es noch keine kabellose Lösung gibt, wirkt das alles noch recht klobig. Doch in einiger Zeit könnten daraus marktreife Produkte entstehen.

Projektionen per Armband

Näher am echten Produkt ist zum Beispiel das Armband Cicret, dessen Produktion noch dieses Jahr beginnen soll. In einem Armband ist ein kleiner Projektor eingebaut, der Euer Smartphone-Display auf den Unterarm projizieren soll.

Mit dem Cicret-Armband soll unser Smartphone-Display eins zu eins auf den Unterarm projiziert werden(© 2016 Youtube/Cicret Bracelet)

Das klingt spannend, da wir das Handy nicht nur fernsteuern, sondern alle Apps in Originalgröße direkt am Arm sehen könnten. Das Konzept-Video zeigt Szenen in der Badewanne, in die wir unser Smartphone lieber nicht mitnehmen wollen. Auch Spiele und andere Apps sollen sich damit in Echtzeit auf der Haut bedienen lassen. Das Armband wird 250 Dollar kosten und schon Ende des Jahres an Kunden ausgeliefert werden.

UV-Monitor für den Strand

Der Kosmetikhersteller L'Oréal hat sich auch in den Markt der sogenannten "On Skin Wearables" begeben und einen herzförmigen Aufkleber entwickelt, der die Sonneneinstrahlung auf unserer Haut misst und in einer zugehörigen App darüber informiert. Der "My UV Patch" ist etwa 2,5 cm² groß und nur 50 Mikrometer dünn. Durch seine photosensitiven Farbstoffe berücksichtigt er die eigene Hautfarbe als Basis.

Der Herz-Aufkleber von L’ORÉAL soll die Sonnenintensität auf unserer Haut messen(© 2016 L’ORÉAL)

Geht man mit diesem "Tattoo" in die Sonne, verändern sich die Farben der einzelnen Quadrate. Wird der Sticker dann mit dem Handy abfotografiert, analysiert eine App die Sonneneinstrahlung und warnt uns, wenn wir zu lange UV-Strahlung ausgesetzt sind. Der Konzern will an weiteren Möglichkeiten für die Hautaufkleber forschen. Geplant sind zum Beispiel Modelle, die den Wasserhaushalt in der Haut oder die Hautelastizität messen.


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