Drohnen-Zwischenfälle im Flugverkehr nehmen offenbar zu

Drohnen können Flugzeugen gefährlich werden
Drohnen können Flugzeugen gefährlich werden(© 2016 CC: Unsplash/Mitch Nielsen)

Seit es Anfang August (angeblich) fast zu einer Kollision zwischen einem Airbus und einer Drohne gekommen ist, flammt die Diskussion wieder auf, ob die unbemannten Hobby-Flugobjekte zu gefährlich sind.

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (F.A.S.) berichtet von einer vorliegenden Statistik der Deutschen Flugsicherung. Nach der wurden in diesem Jahr bereits mehr als 40 Zwischenfälle mit ferngesteuerten Flugobjekten gemeldet – dreimal so viel, wie noch im Jahr zuvor.

Kollisionen sind gefährlich

Anfang August soll ein Lufthansa-Jet fast mit einer Drohne zusammengestoßen sein. Der Pilot sagte aus, dass er beim Landeanflug in etwa 1700 Metern Höhe den etwa 50 Zentimeter breiten Quadrocopter nur etwa zehn Meter neben einer Tragfläche bemerkt habe. Es sei knapp gewesen, aber die Kollision konnte verhindert werden. Bisher fahndete die Polizei erfolglos nach dem Piloten des ferngesteuerten Flugobjekts.

Sollte es zu einem Zusammenstoß kommen, wäre das sehr gefährlich für die Insassen des Flugzeugs. Ein Sprecher der Deutschen Flugsicherung (DFS) meinte, dass Drohnen "gefährlicher als Vögel" seien. Denn die ferngesteuerten Flugobjekte seien aus Metall und Kunststoff. Kommt dieses Material in ein Triebwerk, könnte es im schlimmsten Fall Feuer fangen.

Registrierung gefordert - und abgelehnt

Anfang des Jahres hat die Bundesluftfahrtbehörde der USA (FAA) eine Prognose veröffentlicht, wie sich die Verkaufszahlen ziviler Drohnen entwickeln könnten: Sollen im Jahr 2016 etwa 1,9 Millionen der unbemannten Flugobjekte verkauft werden, könnten es im Jahr 2020 schon 4,3 Millionen sein. In Deutschland wurden laut Berichten bis Ende August 400.000 Drohnen verkauft.

Die DFS fordert wegen der Steigenden Anzahl der Drohnen und den Zwischenfällen die Registrierung von Drohnen. Zusätzlich solle eine Chipkarte eingeführt werden, die Drohnenbesitzer bei jedem Start aktivieren müssten, damit sie eindeutig identifiziert werden können. Doch das zuständige Bundesverkehrsministerium geht laut der F.A.S. nicht darauf ein. Derzeit werde über einen Gesetzesentwurf abgestimmt, der eine Kennzeichnungspflicht für Drohnen ab 500 Gramm beinhaltet und private Drohnenflüge in mehr als 100 Meter Höhe verbietet.

Regeln für Hobbypiloten

Eigentlich sind die Regeln für Drohnen-, Copter- oder Flugmodell-Piloten sehr klar, doch nicht jeder übernimmt die Verantwortung. Denn sonst kann das Spielzeug auch schnell für andere gefährlich werden oder bei Kamera-Drohnen die Privatsphäre anderer verletzen. Wir haben einige Eckpunkte zusammengefasst – aber vergesst nicht, Euch selbst umfassend zu informieren:

  • Privatsphäre respektieren: Durch das Grundgesetz ist die Privatsphäre der Menschen geschützt. Das Überwinden von Hindernissen (beispielsweise das Hochfliegen, sodass die Kamera über einen Zaun spähen kann) ist bereits ein Eingriff in die Privatsphäre.
  • Panorama-Freiheit: Auch Häuser und Bauwerke können dem Urheberrecht unterliegen. Für den privaten Zweck dürfen meist Fotos und Videos gemacht werden, doch vor der Veröffentlichung sollte unbedingt überprüft werden, ob eine Rechteverletzung vorliegt.
  • Braucht Ihr eine Aufstiegserlaubnis? Wenn die Drohne schwerer als fünf Kilogramm ist, braucht Ihr definitiv eine Erlaubnis, um sie starten zu dürfen. Auch wenn Ihr über ein privates Grundstück fliegen wollt, benötigt Ihr die schriftliche Einverständniserklärung des Eigentümers. Das sind nicht immer nur Wohngrundstücke mit Häusern. Auch Parks haben Eigentümer, die gefragt werden müssen.
  • Haftpflicht-Versicherung abschließen – ACHTUNG: die normale deckt meist Schäden durch eigene Drohnen/Quadrocopter/Flugmodelle nicht ab. Fragt lieber bei Eurer Versicherung nach. Wollt Ihr die Aufnahmen gewerblich machen, benötigt Ihr auch eine gewerbliche Haftpflicht-Versicherung.
  • Es gibt Orte, über die man nicht fliegen darf. Dazu zählen unter anderem Krankenhäuser. Bei Flughäfen (egal wie klein) muss ein Sicherheitsabstand von 1,5 Kilometern gehalten werden.
  • Weil immer mehr Drohnen in der Luft sind und das Ganze nicht ungefährlich ist, ist ein Drohnen-Führerschein im Gespräch.

P.S.: Bevor sich alle über die Begrifflichkeit aufregen: Wir verwenden den allgemeinen Begriff "Drohne", weil die meisten Leser damit auch Fluggeräte wie Multicopter verbinden. Denn die Hersteller von beispielsweise Quadrocoptern geben ihren Flugmodellen oft einen Namen, der das Wort "Drohne" enthält.


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