Facebook darf keine Klarnamen einfordern

Die verpflichtende Klausel für Facebook-Nutzer zur Verwendung von Klarnamen ist offenbar unzulässig
Die verpflichtende Klausel für Facebook-Nutzer zur Verwendung von Klarnamen ist offenbar unzulässig(© 2017 CURVED)

Nutzen Freunde von euch oder vielleicht sogar ihr selbst bei Facebook lieber einen erfundenen anstelle des echten Namens? Dies ist nach den Nutzungsbedingungen des sozialen Netzwerks eigentlich unzulässig, doch hat das Landgericht Berlin nun unter anderem entschieden, dass die Klausel selbst nach deutscher Gesetzgebung nicht wirksam ist.

Wie Heiko Dünkel, Rechtsreferent beim Verbraucherzentrale Bundesverband, erklärt, sei die Klausel sogar aus mehreren Gründen nicht einwandfrei: So schreibe beispielsweise das Telemediengesetz vor, dass Anbieter von Online-Diensten Nutzern grundsätzlich auch eine anonyme Teilnahme ermöglichen müssen. Ein weiterer Grund für die Unwirksamkeit der Verpflichtung zur Verwendung des Klarnamens sei, dass Nutzer nach den Nutzungs- und Datenschutzbedingungen von Facebook auch der Verwendung dieser Daten versteckt zustimmten.

Nutzer unzureichend informiert

Die Richter des Landgerichts Berlin kritisierten zudem noch mehrere Voreinstellungen für neue Nutzer und erklärten die Nutzungsbedingungen von Facebook für unwirksam. So sei es nach dem Bundesdatenschutzgesetz nur erlaubt, personenbezogene Daten zu sammeln und zu verwenden, wenn der Nutzer genau darüber informiert wurde.

Vorformulierte Einwilligungserklärungen und versteckte Voreinstellungen in den Privatsphäre-Optionen von Facebook führen nach Ansicht der Richter eben nicht dazu, dass Nutzer bei ihrer Anmeldung im sozialen Netzwerk ausreichend über die Folgen für ihre Daten informiert werden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, zudem hat der Verbraucherzentrale Bundesverband angekündigt, noch wegen einiger abgewiesener Streitpunkte in Berufung gehen zu wollen, sobald das Gericht die Klage abgewiesen hat.

Weitere Artikel zum Thema
Face­book testet Bezahl­funk­tion für Grup­pen
Christoph Lübben
Bei Facebook sind bald vielleicht nicht mehr alle Gruppen kostenlos
Facebook möchte offenbar die Inhalte von Gruppen verbessern: Eine Bezahlfunktion soll die Erstellung von hochwertigem Content ermöglichen.
Face­book Messen­ger zeigt nun auto­ma­tisch star­tende Werbe­vi­deos an
Christoph Lübben2
Der Facebook Messenger enthält nun offenbar nervige Werbung
Werbung für den Facebook-Messenger: Erste Nutzer sollen nun automatisch abspielende Spots in der App sehen. Ob das Ganze so bleibt?
Face­book könnte euch in Zukunft die Augen öffnen
Francis Lido
Facebook könnte künftig viele verunglückte Fotos retten
Facebook arbeitet an einer Technologie, die geschlossene Augen auf Fotos öffnen kann. Die genutzte Methode kommt bereits woanders zum Einsatz.

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.