Gamescom 2018: Das sind unsere Messe-Highlights (Teil 1)

CD Projekt Red hat mit Cyberpunk 2077 eines der meist erwarteten Spiele in der Pipeline – und Entwicklung. Gamescom-Besucher gehen allerdings leer aus.
CD Projekt Red hat mit Cyberpunk 2077 eines der meist erwarteten Spiele in der Pipeline – und Entwicklung. Gamescom-Besucher gehen allerdings leer aus.(© 2018 CD Projekt)

Die wichtigste Messe für Videospiele ist die Gamescom. Zumindest in Europa. CURVED hat sich auf den Weg nach Köln gemacht, um anzuspielen, was uns in den kommenden Monaten für PS4, Xbox One und Nintendo Switch erwartet. 

Die Gamescom ist die Messe der kleinen Überraschungen und Ankündigungen. Zum zehnten Bestehen gab es so denn auch gleich dreieinhalb Neuvorstellungen am Dienstag zur offiziellen Eröffnung der Messe. Zwei davon kommen sogar direkt aus dem Deutschland; bei der halben handelt es sich immerhin um den Reveal-Trailer zu "Life is Strange 2". Während Square Enix das Spiel selbst schon zur E3 angekündigt hatte, gab es auf der Gamescom den ersten Trailer zu sehen.

Weltpremieren aus Deutschland

Mit “Die Siedler” hat Ubisoft einigermaßen überraschend ein neuen Serienableger angekündigt. Der mittlerweile achte Teil verzichtet allerdings auf die Nummer im Titel und soll vielmehr als ein Neustart des Klassikers gelten. Für die Entwicklung des Aufbau-Strategie-Titels zeichnet Ubisoft Blue Byte verantwortlich, die Mitte 2018 ein weiteres Studio in Berlin eröffnet haben. Ubisoft scheint dabei der Idee EAs zu folgen und seine eigenen Engines in mehreren Spielen zu verwenden. So wird das technische Grundgerüst von "Die Siedler" wie bei "The Division 1" und 2 auf der Snowdrop Engine fußen.

Ebenfalls zurück ist "Desperados". Nicht ganz im Sinne des Publishers THQ Nordic war der eigentlichen Enthüllung zur Eröffnung der obige Rendertrailer vorangegangen, der den Titel bereits vorab geleakt hatte. Glück im Unglück: Das Video ging erst um kurz nach Mitternacht am Dienstag online, sodass die wenigsten zum Zeitpunkt der offiziellen Ankündigung überhaupt davon gehört hatten.

Entwickelt wird die Neuauflage übrigens von Mimimi Productions aus München, die bereits mit "Shadow Tactics: Blade of the Shogun" gezeigt haben, dass sie sich in dem Genre der Echtzeit-Taktik bestens auskennen.

Die letzte Premiere im Rahmen der gamescom-Eröffnung kam von Supermassive Games. Bekannt geworden ist das Entwicklerstudio mit dem Exklusivtitel "Until Dawn" und "Hidden Agenda" für die PS4. Ihrer Vorliebe für Horrorspiele bleiben die Briten treu und bauen ihr Konzept sogar auf eine ganze Serie an Spielen aus. Ähnlich der TV-Serie "American Horror Story", in der jede Staffel eine in sich geschlossene Gruselgeschichte erzählt, soll die sogenannte "The Dark Pictures Anthology" aus mehreren eigenständigen Horrorspielen bestehen.

Die erste Episode wird "Men of Medan" heißen und 2019 für PS4, Xbox One und den PC erscheinen. Worum es darin gehen wird, deutet ein erster Trailer bereits an – und wie üblich bei Supermassive Games liegt es in der Hand des Spielers, wie viele der Protagonisten das Ende des Spiels lebend erreichen.

Neue Controller für die PS4

Im Vorfeld der Gamescom hatten sich Gerüchte gemehrt, dass Microsoft einen Nachfolger des Elite Controllers für die Xbox One ankündigen könnte. Die verbesserte Version des Standardcontrollers gilt vor allem unter Profispielern dank seiner zusätzlichen Tasten und individuellen Anpassungsmöglichkeiten als der beste Controller für Konsolen.

Ob ein Elite 2 tatsächlich irgendwann erscheint, lässt sich auch zum Zeitpunkt der Gamescom noch nicht mit Gewissheit sagen. Angekündigt hat Microsoft nämlich nichts. Dafür bekommt die PlayStation 4 Verstärkung. Nachdem Razer vor knapp zwei Jahren einen offiziell lizensierten Pro-Controller für die Sony-Konsole vorgestellt hatte, gab es 2018 gleich zwei neue Modelle. Der Razer Raiju Ultimate und der Raiju Tournament Edition unterscheiden sich dabei hauptsächlich im Preis. Der Ultimate kostet 199 Euro, bietet eine Chroma-Beleuchtung rund ums Touchpad, austauschbare Analogsticks und die Möglichkeit, vier verschiedene Tastenlayouts zu speichern. Der Tournament Edition kann nichts davon, kostet dafür 50 Euro weniger und bietet die Xbox-Anordnung der Analogsticks, bei der das Digitalkreuz und der linke Stick die Plätze getauscht haben.

Neu für beide ist eine App, über die sich unter anderem die sechs zusätzlich verbauten Tasten quasi nebenher schnell neu belegen lassen oder die Empfindlichkeit der Sticks für mehr Präzision erhöhen bzw. für schnelle Bewegungen senken lässt. Dank Bluetooth und USB sind beide Raiju-Nachfolger zudem mit PCs kompatibel.

Überraschend gut im Ersteindruck

In einer ersten Präsentation hatte ich beide Controller bereits in der Hand und bin vor allem von der Verarbeitung positiv überrascht. Die gummierten Griffe dürften auch bei längeren Spielsitzungen für genügend Halt sorgen und die sechs Extra-Tasten sind allesamt gut erreichbar und verfügen über einen guten Druckpunkt. Wie gut sich der Razer Raiju Ultimate und der Raiju Tournament Edition tatsächlich spielen, offenbart aber erst ein ausführlicher Test. Doch die Chancen stehen gut, dass PS4-Spieler hier einen Controller in die Hände bekommen, der dem Xbox Elite in nichts nachsteht. Beide Modelle sind online bereits verfügbar und ab Oktober auch regulär im Handel erhältlich. Der erste Raiju verschwindet aus dem Sortiment.

Das Razer Phone bekommt Konkurrenz

Nicht gezeigt hat Razer einen möglichen Nachfolger des Razer Phones. Nachdem der Hardware-Spezialist 2017 erstmals eine Smartphone speziell für Videospieler herausbrachte, liegt die Vermutung nahe, dass dieses Jahr eine aktualisierte Version erscheint. Die Ankündigung im vergangenen Jahr erfolgte allerdings auch erst im Herbst.

Dafür haben sowohl Asus als auch Honor jeweils ein Gamer-Smartphone vorgestellt. Asus verheiratete dafür seine Zenfone-Reihe mit seiner ROG-Spielesparte. Herausgekommen ist das Asus ROG Phone – Näheres dazu lest ihr morgen im zweiten Teil unserer Gamescom-Zusammenfassung. Auch dem Honor Play widmen wir morgen einen längeren Absatz. Nur so viel vorab: Beide bieten – wie schon das Razer Phone – dedizierte Funktionen für Spiele, sprechen preislich aber völlig unterschiedliche Zielgruppen an.

Der einzige Exklusivtitel für die PS4

Gleichziehen tut nicht nur Sony mit dem neuen Razer Rajiu, sondern auch Marvel. Denn mit "Spider-Man" bekommt der Comic-Verlag endlich ein Videospiel, das an die Qualität der Kinofilme heranreicht. Während die Comic-Verfilmungen ständig neue Rekorde aufstellen, tat sich Marvel bis zuletzt schwer damit, adäquate Videospiele für seine Superhelden zu entwickeln. Insomniac Games' "Spider-Man" bricht den Fluch und macht nach, was Rocksteady mit Batman für DC vorgemacht hat: endlich ein gutes Videospiel zu einem Superhelden. Mit dem jungen Peter Parker im Spinnenkostüm durch Manhattan zu schwingen übt einen hypnotischen Sog aus – kein Wunder, dass die Vorbestellungen den Entwickler optimistisch stimmen.

"Spider-Man" ist auf der diesjährigen Gamescom der einzige Exklusivtitel, den Sony dabei hat – mal abgesehen von ein paar kleineren VR-Projekten. Das Action-Adventure erscheint bereits am 7. September 2018 ausschließlich für die PS4 und hat zudem den Games Award 2018 für das beste PS4-Spiel gewonnen.

Cyberpunk 2077: Das Spiel, auf das alle warten

Das Spiel, bei dem die Warteschlange mit Abstand am längsten ist, kommt von CD Projekt Red. Das polnische Entwicklerstudio hat mit "Cyberpunk 2077" ein Spiel angekündigt, das nun wirklich jeder auf der Messe irgendwie sehen will. Allerdings sind die Entwickler streng: Ausschließlich Pressevertreter und Fachbesucher bekommen Zutritt zu der knapp einstündigen Demo hinter verschlossenen Türen. Im Consumer-Bereich gibt es zu "Cyberpunk 2077" auch dieses Jahr wieder nichts zu sein. Nicht mal der kurze E3-Trailer läuft irgendwo. Dafür hat es die Live-Demo, die wir uns mit einer Handvoll Kollegen anschauen konnten, wirklich in sich.

Wer auch nur einen Hauch von Interesse an Cyberpunk als Thema oder Kulisse hat, wird an "Cyberpunk  2077" nicht vorbeikommen. Weil die Demo zu umfangreich gewesen ist und es inzwischen reichlich Infos zu dem Titel gibt, bekommt er einen eigenen Artikel, in dem wir das Wichtigste zusammenfassen. Kleiner Spoiler: Es sieht sehr viel weniger nach einem "The Witcher" aus als nach einem "GTA" – und das hat nicht nur mit der neuen Ego-Perspektive zu tun. Wer den E3-Trailer noch nicht gesehen hat, kann das hier nachholen. Er zeigt zwar kein Gameplay, vermittelt aber einen guten Eindruck von der Atmosphäre.

Morgen folgt der nächste Teil unserer Gamescom-Zusammenfassung, unter anderem mit "Assassin’s Creed Odyssey", "Destiny 2 Forsaken", "Starlink", Nintendo, dem Asus ROG Phone und dem Honor Play. Wer darüber hinaus noch mehr zur Gamescom hören möchte: In der aktuellen Episode des CURVED-Cast widmen wir uns ganz der Spielemesse.


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