Google wegen Machtmissbrauch zu mehreren Milliarden Strafe verurteilt

Noch nie musste ein Konzern eine so hohe Strafe an die EU-Kommission zahlen
Noch nie musste ein Konzern eine so hohe Strafe an die EU-Kommission zahlen(© 2017 CURVED)

Die EU-Kommission hat Google eine Rekordstrafe aufgebrummt: Der Internetkonzern soll seine Vormachtstellung ausgenutzt haben. Die Geschäftspraktiken kosten den Suchmaschinenbetreiber 2,42 Milliarden Euro.

"Google hat seine marktbeherrschende Stellung als Suchmaschinenbetreiber missbraucht, indem es seinen eigenen Preisvergleichsdienst in seinen Suchergebnissen ganz oben platziert und Vergleichsdienste der Konkurrenz herabgestuft hat", kritisiert EU-Kommissarin Margrethe Vestager in einer Presseerklärung. Dies sei nach den EU-Kartellvorschriften unzulässig.

Konkurrenz ins Niemandsland verbannt

Der Internetkonzern habe "anderen Unternehmen die Möglichkeit genommen, im Wettbewerb durch Leistung zu überzeugen" und Verbrauchern nicht ermöglicht, "wirklich zwischen verschiedenen Diensten" wählen zu können. Konkurrierende Preisvergleichsdienste werden durchschnittlich erst auf Seite vier der Google-Suchergebnisse angezeigt, ergaben die Untersuchungen. Einige Anbieter sollen noch weiter hinten platziert worden sein.

Wettbewerber von Google wurden von der Suchmaschine also ins komplette Niemandsland geschoben. Auf die erste Seite entfallen bei einem Desktop-PC rund 95 Prozent der Klicks. Nur ein Prozent klickt noch auf das erste Ergebnis der zweiten Seite. Der Effekt würde sich auf Mobilgeräten noch einmal verstärken, da die Displays kleiner sind.

Ermittlungen gehen weiter

Google muss die Geschäftspraktiken, die in allen 13 EWR-Staaten nachgewiesen wurden, innerhalb von 90 Tagen abstellen. Andernfalls muss das Unternehmen Zahlungen in Höhe von bis zu fünf Prozent des durchschnittlichen täglichen weltweiten Umsatzes seiner Muttergesellschaft Alphabet zahlen. Die Ermittlungen gegen das Unternehmen gehen ohnehin weiter: Die EU-Kommission glaubt, Google missbraucht seine Stellung auch mit Android und AdSense.

Die Strafe in Höhe von 2,42 Milliarden Euro ist die mit Abstand höchste, die die Kommission jemals verhängt hat. Chiphersteller Intel musste vor einigen Jahren mit 1,06 Milliarden nicht einmal die Hälfte zahlen. Der US-Konzern hatte seine marktbeherrschende Stellung ebenfalls missbraucht und Produzenten nur Rabatte gewährt, wenn diese in ihren Computern keine Bauteile der Konkurrenz verwenden.


Weitere Artikel zum Thema
Google Maps leitet euch auf dem iPhone mit Autos statt Pfei­len
Lars Wertgen
Google stellt dem blauen Pfeil ein paar neue Icons zur Seite
Der blaue Pfeil, der euch bei der Navigation unterstützt, bekommt Gesellschaft: Google Maps lässt sich zukünftig unter iOS individueller gestalten.
Google Duo kann künf­tig euren Screen stre­a­men
Christoph Lübben
Google Duo erhält eine neue Streaming-Funktion
Google Duo bekommt ein Update, das euch euren Android-Bildschirm streamen lässt. Noch soll es aber große Probleme mit dem Feature geben.
Google soll eige­nes AR-Head­set planen
Michael Keller
Das AR-Headset von Google soll Microsofts HoloLens (Bild) sehr ähnlich sein
Google arbeitet offenbar an einem eigenen Headset für Augmented Reality. Das Gerät soll ohne Kabel auskommen.

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.